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Album Reviews



 
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Rainer Aschemeier
The Listener, August 2014

CAGE, J.: Works for 2 Keyboards, Vol. 1 (Pestova, Meyer) 8.559726
CAGE, J.: Works for 2 Keyboards, Vol. 2 (Pestova, Meyer) 8.559727
CAGE, J.: Works for 2 Keyboards, Vol. 3 (Pestova, Meyer) 8.559728

Auf diese CD-Rezension freue ich mich seit Monaten, denn das, was ich hier besprechen möchte, ist nicht weniger als der seltene Fall einer echten, wahren, dauerhaften und genialen Referenzeinspielung. Und dabei reden wir nicht von „nur“ einer CD, nein, wir reden von einer ganzen Serie. Drei Teile umfasst die Reihe „John Cage—Works for two pianos“, die in Regie des sehr geschätzen Kollegen Remy Franck (u.a. Herausgeber des luxemburgischen First-Class-Klassik-Magazins pizzicato ) produziert wurde.

Die ausführenden Interpreten sind Xenia Pestova und Pascal Meyer, besser bekannt als das Pestova/Meyer Piano Duo. Alles, wirklich alles, an dieser John Cage-Edition ist absolut phänomenal. Das geht von der von Grund auf überzeugenden Interpretation von Pestova und Meyer bis hin zur ausgeklügelten Klavierpräparation (bei den Stücken für präpariertes Klavier) sowie bis zum durchgehend überzeugenden Klangbild dieser Aufnahmen.

„Works for Two Keyboards“—erschienen in der seit langem schon hervorragende Standards aufweisenden Serie „American Classics“ bei Naxos—ist eine in vielerlei Hinsicht löbliche Unternehmung. Das bezieht sich nicht nur auf die stupende Qualität dieser Produktion, sondern auch auf den Repertoirewert. Immerhin sind Cages Werke für zwei Klaviere/präparierte Klaviere/Spielzeugklaviere nicht gerade das am meisten eingespielte Œuvre des umstrittenen US-Amerikaners. Dabei stellt sich aber heraus, dass einige Kompositionen Cages (wenn man das so bezeichnen kann, denn auch im Segment für zwei Klaviere regiert bei Cage in vielen Fällen die Aleatorik, also der Zufall) zu seinen besten, wenn vielleicht auch nicht unbedingt zu den besonders visionären gehören. Seine „Three Dances“ für präparierte Klaviere etwa (enthalten auf Teil II der Edition), sein gigantisches, in dieser Einspielung fast 43 Minuten umfassendes „number piece“ „Two2“ (enthalten auf Teil III) sowie die „Music for amplified toy pianos“ und „A Book of music for two prepared pianos“ (beide enthalten auf Teil I) sind in meinen Augen veritable Hauptwerke Cages, die jeder, der sich für die Musik des Komponisten und Pilzkenners begeistern kann, unbedingt gehört haben sollte.

Fazit: Genial, genial, genial. Wenn nur alle John Cage-Produktionen so gelungen wären, wie diese Reihe aus drei CDs, die man sich schnellstens ins Regal stellen sollte. Cages Musik bleibt faszinierend, gerade auch deswegen, weil man nie sicher sein kann, wie sie verstanden werden kann. Vermutlich ist das beste Mittel zum Zugang dieser Musik, den Verstand einfach auszuschalten und sich dem reinen Klangeindruck hinzugeben. Ich denke, damit käme man Cages Intentionen in mancher Hinsicht am nächsten. © 2014 The Listener




Norbert Tischer
Pizzicato, February 2014

Das Klavierduo Xenia Pestova—Pascal Meyer, das bereits mit Stockhausens ‘Mantra’ sein Faible für komplexe moderne Musik gezeigt und sein Können unter Beweis gestellt hat (Supersonic im Pizzicato), präsentiert die erste CD einer Gesamtaufnahme der ‘Works for Two Keybards’ von John Cage.

‘A Book of Music for two Prepared Pianos’ macht mehr als die Hälfte des Programms aus. Nachdem John Cage 1938 das präparierte Klavier erfunden hatte, schrieb er einige Werke dafür, worunter das ‘Book’ die wichtigste Komposition ist. Indem an bestimmten Stellen eines Klaviers Gegenstände zwischen den Saiten eingesetzt werden, erzielt Cage diverse neue Klänge, wobei in diesem Fall die perkussiven Klänge bei weitem überwiegen. Die beiden Klaviere werden hier zum Schlagzeugensemble. Minimalistisch ‘ante diem’, erinnern die zwei Teile der Komposition auch deutlich an den Orient und an die beispielweise in der chinesischen traditionellen Musik vorkommenden Schlagzeuginstrumente. Die Musik hat etwas Beschwörendes, Rituelles, und die intelligente Differenzierung der Rhythmik durch die beiden Interpreten verstärkt diesen Eindruck.

Lustiger wird’s dann mit der ‘Suite for Toy Piano’ und der ‘Music for Amplified Toy Pianos’. Die Suite für ‘Solo Toy Piano’ wird von Xenia Pestova liebevoll und mit einem sehr witzigen Ansatz gespielt, ehe das Duo die auf einer graphischen ‘Partitur’ beruhende ‘Music for Amplified Toy pianos’ spielt und seine ‘Lektüre’ mit den skurrilsten Klängen sehr transparent werden lässt. Die Musik amüsiert in ihrer fast zynischen Einfachheit. © 2014 Pizzicato





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