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Album Reviews



 
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Fono Forum, November 2015

So offen und rückhaltlos wie in seiner „Kaddish“-Symphony hat Leonard Bernstein seinen Kampf mit Gott, seine Suche nach den Möglichkeiten des Glaubens im 20 Jahrhundert, in keinem anderen Werk geführt. Gewidmet ist das 1963 uraufgeführte Riesenwerk, das eher Züge eines Oratoriums als einer Symphonie trägt, dem Gedenken an Präsident Kennedy, der nur wenige Wochen zuvor ermordet worden war. Die Dirigentin Marin Alsop, die bei Bernstein studierte und von ihm gefördert wurde, hat nun die Erstfassung des Stücks mit ihrem Baltimore Symphony Orchestra und mehreren Chören aufgenommen. In dieser Fassung gibt es noch eine wesentlich ausgedehntere Sprechpartie, die Bernstein 1977 kürzte und zum größten Teil über Musik sprechen ließ. Im Original ist es zudem eine Frau, die mit Gott in einen schier furiosen Dialog tritt. Angesichts der expressiven Wucht dieser Aufnahme staunt man einmal mehr über den sch ier maßlosen Gestaltungswillen und die schöpferische Kraft des großen Weltumarmers Bernstein, der sich zeit seines Lebens mit glühendem Herzen verschwendet und verschlissen hat. © 2015 Fono Forum




Remy Franck
Pizzicato, October 2015

Kaum ein anderes Werk zeigt die in ihrem Inneren zerrissene Persönlichkeit Leonard Bernsteins besser als seine Dritte Symphonie, für die er einen langen gesprochenen Text geschrieben hat, einen viele Fragen stellenden, manchmal sehr verärgerten Monolog mit Gott, der von religiösen Juden als Gotteslästerung angesehen wurde. Vielleicht bat er deswegen 1989, Samuel Pisar, der als einziger seiner Familie die Todeslager der Nazis überlebt hatte, einen neuen Text zu seiner Symphonie zu schreiben. Marin Alsop benutzt aber nicht diese Version, sondern die Originalfassung von 1963 und vertraut Bernsteins Text der großen britischen Schauspielerin Claire Bloom an, der dieser Auseinandersetzung mit Gott in einer hoch sensiblen Weise Ausdruck gibt.

Die Musik erlangt daneben in ihrer gewagten Mischung von Melodik, Atonalität und Jazz-Elementen eine gute Präsenz. Das Orchester aus Baltimore spielt brillant, der Chor ist hervorragend, genau wie die Sopranistin Kelley Nassief.

Die beiden anderen Werke hängen eng zusammen. ‘The Lark’ ist eine Bühnenmusik zu einer Aufführung von Jean Anouilhs ‘L’Alouette’, einem Werk über das Leben von Jeanne d’Arc, das Lilian Hellmann 1955 auf die Bühne gebracht hatte. Einige Stücke daraus hielt Bernstein für so gut, dass er sie 1988 in seiner ‘Missa Brevis’ wiederverwendete. Marin Alsop dirigiert diese Messe mit viel Biss und Verve. Der ‘Sao Paulo Symphony Choir’ singt brillant. © 2015 Pizzicato





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