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Remy Franck
Pizzicato, September 2016

‘Hear Ye! Hear Ye’ ist ein 1934 entstandenes Ballett in einem Akt und 18 Nummern, die zwischen 17 Sekunden und 3 Minuten 51 Sekunden lang sind. Musikalisch ist es ein Patchwork mit sehr verschiedenen musikalischen Ausdrucksformen, zwischen romantisch-sentimental und jazzig-frech, Gewehrschüssen und Nationalhymne inklusive. Leonard Slatkin kostet jede Sekunde dieser abwechslungsreichen Musik aus, und das ‘Detroit Symphony’ folgt ihm mit spannungs- und kunstvollen Spiel.

Das Ballett ‘Appalachian Spring’ (Appalachische Quelle) komponierte Aaron Copland 1944 im Auftrag der Tänzerin und Choreographin Martha Graham für ein dreizehnköpfiges Kammerorchester.

Im Jahr 1945 schrieb er das Ballett als kürzere Suite für großes Orchester um. Diese Fassung wird heute am meisten aufgeführt. Leonard Slatkin greift jedoch (und insofern ist die Zeitangabe ‘1944’ auf der Naxos-CD falsch) auf die Fassung zurück, die der Komponist in den Fünfzigerjahren für Eugene Ormandy und das ‘Philadelphia Orchestra’ schuf, und die ihrerseits nicht wirklich eine Transkription des Originals ist (insofern ist die Angabe ‘Complete Ballet’ auf der Naxos-CD auch falsch). Copland hatte 1954 nämlich die Orchestersuite genommen und (bis auf 50 Takte) die Teile, die er weggelassen hatte, einfach ergänzt und sie auch nicht an der Stelle eingefügt, wo sie in der Urfassung vorkamen.

Eine dem Original getreue Transkription des Balletts für großes Orchester gibt es erst seit diesem Jahr: Der Komponist David Newman fertigte sie an und sie wurde im Mai 2016 uraufgeführt.

Leonard Slatkin dirigiert die sogenannte Ormandy-Version sehr gefühlvoll und macht daraus eine richtige Liebeserklärung an den Komponisten. Man braucht nur zu hören, was der Dirigent vor der Konzertaufführung im Jahre 2014 in Detroit dem Publikum erzählte, um seine Interpretation und ihren tief empfundenen Charakter zu verstehen.

Slatkins ‘Appalachian Spring’ ist ungemein inspiriert, sehr farbig und beschwingt, aber auch mit wunderbar zärtlichen Passagen voller Poesie und Klangschönheit. Eine bewegende Aufführung! © 2016 Pizzicato





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