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Hans-Dieter Grünefeld
Piano News, April 2015

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Bei der Auswahl für ihr Skrjabin-Recital hat sich die renommierte türkische Pianistin Idil Biret für eher konventionelle Werke des russischen Begründers und Solitärs der Moderne entschieden. Zunächst komponierte Alexander Skrjabin noch unter dem Einfluss seines Idols Frédéric Chopin. Und aus dieser Perspektive hat Idil Biret auch das Andante der Etüde op. 2, Nr. 1 in klarer Artikulation interpretiert. Deutlicher noch im Zyklus der Zwölf Etüden, op. 8, wo sie zwar bereits eine gewisse Unruhe und einen progressiven Duktus (Nr. 2 und 3) fühlt, aber auch eine gewisse Grandezza (Nr. 6) und gar in der Dynamik übertriebenes Pathos (Nr. 12), sodass die Eigenständigkeit dieser Musik etwas verwischt wird. Näher dran am Skrjabin-Idiom ist Idil Biret bei den Acht Etüden, op. 42, indem sie etwa die estrem verschlungenen Motive (Nr. 1) virtuos und transparent gestaltet. Extravaganzen wie der Tempowechsel von Legatissimo zu Presto (Nr. 2), ein rasantes Skalen-Capriccio (Nr. 3) sowie modale Stimmungen (Nr. 4) haben präzise Konturen. Dem melancholischen Zustand der Fantasie op. 28 schließlich entkommt Idil Biret mit unbedingtem Willen und transformiert sie zu einer Apotheose der Freiheit. Seltsam an diesen Aufnahmen ist, dass sie unter Idil-Biret-Archiv firmieren, aber im Jahr 2014 entstanden, also aktuell sind, und trotzdem einen unerwartet dumpfen Klang haben. Dieser Höreindruck mindert doch das hohe Niveau dieser eigenwilligen Skrjabin-Interpretationen. © 2015 Piano News





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