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Album Reviews



 
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Armin Kaumanns
Das Orchester, November 2015

Andrés Isasi hat das Schicksal nicht gerade in ein Zentrum der europäischen Avantgarde am Beginn des 20. Jahrhunderts hineingeboren. Das zeitigt für den 1890 im Baskenland zur Welt gekommenen Mann, dessen musikalisches Talent in der großväterlichen Familie (die Eltern waren früh gestorben) schon bald zutage tritt, Folgen: Mit 19 muss der junge Mann hinaus in die Welt, es zieht ihn nach Deutschland, nach Berlin. Der Pianist und Komponist wird Schüler von Karl Kämpf und Engelbert Humperdinck, studiert Brahms, bewundert Strauss und schreibt und schreibt. Unter anderem etliche Orchesterwerke, viele Lieder auf eigene Texte, Vokal- und Kammermusik.

Aber als Isasi bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs nach Bilbao zurückkehrt, will dort kaum jemand seine Werke hören. Dünnhäutig und von Selbstzweifeln durchdrungen zieht sich Isasi aufs Land zurück und komponiert fürs Archiv der Musikgeschichte, in dem sich ja so viel Vergessenes türmt. Als er 1940 stirbt, kennt den Komponisten Isasi kaum noch jemand. Für das Label Naxos und seine Reihe „Spanish Classics“ hat jetzt das spanische Isasi Quartet die fünf Streichquartette dem Vergessensein entrissen. Die dritte und letzte Folge dieses verdienstvollen Unternehmens stellt mit den Streichquartetten Nummer 1 und 5 wahrhaft hörenswerte und äußerst dankbar zu musizierende Werke der geneigten Öffentlichkeit in Welt-Ersteinspielung vor (siehe auch die Besprechungen in das Orchester 5/2013, S. 73, und 4/2014, S. 79).

Isasi ist ein Spätromantiker von Format. Seine Themen schwelgen in wunderbar singenden Melodien, er erfindet überaus originelle Stimmungen für die handwerklich souverän beherrschte Streichquartettbesetzung und überrascht bisweilen durch verwegene Harmonik. Nicht zuletzt weisen sowohl das frühe (mit 21 komponierte) erste Quartett wie auch das Opus 31 von 1921 bei allem Rückbezug auf romantische Ideale einen bemerkenswerten formalen Reichtum auf.

Das Isasi Quartet zeigt sich als ein über jeden Zweifel erhabener Klangkörper von hoher Professionalität. Man hört gleich, dass die vier Musiker—Anna Bohigas, Annick Roussin, Karsten Dobers und Yvan Chiffoleau—viel deutsche und französische Romantik im Repertoire haben. Warmtönig und mit hoher Sensibilität für intensiven, dabei immer durchsichtigen Zusammenklang führen sie Isasis Werke geradezu mustergültig vor.

Als Zugabe präsentiert die CD noch Isasis Violinsonate, die die Primaria des Quartetts, Anna Bohigas, zusammen mit der Pianistin Marta Zabaleta musiziert. Katalanische Themen liegen der Katalanin, die in Bordeaux eine Professur für Geige innehat, natürlich. Ein schönes, dabei gar nicht mal so volkstümliches Stück Musik. Man darf sich über diese Neuentdeckungen freuen. © 2015 Das Orchester



Julia Reinhardt
Radio Marabu, July 2015

Auch diese dritte Folge, der auf insgesamt drei CDs angelegten Serie mit den Weltersteinspielungen der Streichquartette von Adrés Isasi wird von dessen eindringlichsten Fürsprechern, dem „Isasi Quartett,“ gespielt und zeigt das abermals große Potential der Musik und ihrer Interpreten. Diese Kammermusik aus dem Baskenland hat Entdeckungswert und Karsten Dobers erzählt Hochinteressantes zum Komponisten, zum Entstehen der CDs und zum Isasi Quartet. © 2015 Radio Marabu



Burkhard Schäfer
Musik & Theater, July 2015

Es ist selbst für grosse Klassik-kenner keine Schande, den Namen Andrés Isasi (1890–1940) nicht zu kennen. Aber jetzt, wo mit Erscheinen des Volume 3 die Weltersteinspielung seiner sämtlichen fünf Streichquartette beim Label Naxos abgeschlossen ist, sollte man sich diesen Namen unbedingt einprägen und, vor allem, den drei wundersam-wundervollen CDs so aufmerksam wie möglich lauschen. Wer war dieser bis vor Kurzem noch gänzlich unbekannte Komponist? Fragt man Karsten Dobers, den Bratschisten des Isasi Quartetts, der die Quartette 2007 in einem Archiv in Gexto/Bilbao entdeckt hat, dann war Isasi ein wohlhabender Mann aus dem spanischen Baskenland, der zwischen 1909 und 1914 in Berlin lebte und dort auch studierte (unter anderem bei Engelbert Humperdinck) und der in der deutschen Spätromantik seine musikalische Heimat fand. Diesem Stil blieb er auch dann treu, als er wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs Deutschland wieder Richtung Baskenland verlassen musste. Dort empfand man seine Musik als zu wenig nationalistisch-folkloristisch und so geriet Isasi in Vergessenheit. Auch wenn seine Streichquartette damals vielleicht nicht auf der Höhe der Zeit waren, verdienen sie unbedingt, erhört zu werden, vor allem, wenn sie mit einer solchen Hingabe und Meisterschaft gespielt werden wie hier. Man darf diese drei CDs getrost neben die grossen Quartett-zyklen eines Bartók oder Schostakowitsch stellen. Danke, Naxos! © 2015 Musik & Theater



Christoph Schlüren
Crescendo (Germany), June 2015

ISASI, A.: String Quartets, Vol. 1 (Isasi Quartet) - Nos. 0 and 2 8.572463
ISASI, A.: String Quartets, Vol. 2 (Isasi Quartet) - Nos. 3 and 4 8.572464
ISASI, A.: String Quartets, Vol. 3 (Isasi Quartet) - Nos. 1 and 5 8.572462

Der Werdegang eines Komponisten, der in Bilbao geboren wird und bei Engelbert Humperdinck in Berlin studiert hat, mag außergewöhnlich sein. Noch außergewöhnlicher aber ist es, dass ein Streichquartett nicht nur seine Musik nach fast hundert Jahren uraufführt und einspielt, sondern sich sogar nach ihm benennt. Andrés Isasi (1890–1940) war neben Jesús Guridi einer der bedeutendsten baskischen Komponisten, und das in San Sebastián ansässige Isasi Quartet hat nun für Naxos die erhaltenen sechs Streichquartette aufgenommen. Die Tonsprache Isasis bildet eine sanfte, lyrische Synthese aus verhaltenen baskischen Wurzeln und gediegen spätromantischem Tonfall germanischer Herkunft. 1908 hörte Isasi in San Sebastián die Berliner Philharmoniker unter Richard Strauss, und seither war der Garmischer Komponist für ihn „die interessanteste Persönlichkeit unserer Zeit, die Schlüsselfigur“. Nur die ersten zwei seiner Quartette (Nr. 0 und 1 von 1908 und 1911) wurden zu Isasis Lebzeiten gespielt, doch substanzieller sind die späteren vier, die in gedrängter Abfolge 1920 bis 1921 entstanden. Isasi war vermögend und lebte zurückgezogen für sein Schaffen, das auch Sinfonien umfasst. Das fünfte Quartett, das er dem Gedenken Brahms’ widmete, ist das insgesamt gelungenste, doch als meinen Favoriten möchte ich die schwebende Aria bezeichnen, die möglicherweise aus seinem verschollenen siebten Quartett stammt, und in einem späten Preludio aus den Dreißigerjahren kommt sein indigenes Idiom deutlicher zum Ausdruck. Im Gespräch mit dem Bratschisten und Chefausgräber des Isasi Quartet, Karsten Dobers, erfuhr ich, dass viel Notenmaterial verlorengegangen ist und das Erhaltene fast keine dynamischen Bezeichnungen aufweist, was die Musiker zu eigenständigen Entscheidungen herausforderte. Warum hat man sich nach dem Komponisten benannt? „Das Isasi Quartet verbindet die Komplexität und Tiefe der deutschen Musikkultur mit südeuropäischer Lyrik und Sinnlichkeit—eine Verschmelzung, die man auch in den Streichquartetten von Isasi finden kann.“ © 2015 Crescendo (Germany)



Remy Frank
Pizzicato, May 2015

Die dritte CD mit Streichquartetten (Nr. 1 u. 5) sowie der Violinsonate op. 25 des baskischen, aber in Berlin ausgebildeten Komponisten Andrés Isasi bestätigt die viele guten Impressionen, die wir in den zwei ersten CD’s konnten. Das ‘Isasi Quartet’ spielt die Quartette wiederum sehr souverän und ausdrucksvoll, wobei das schillernde Farbenspiel den ‘deutsch-romantischen’ Grundcharakter angenehm relativiert und sie charaktervoll werden lässt. © 2015 Pizzicato



Burkhard Schäfer
Südwest Presse, May 2015

Der baskisch-spanische Komponist Andrés Isasi (1890–1940) ist in der Musikwelt weitgehend unbekannt. Doch das könnte sich—hoffentlich—bald ändern, denn jetzt hat das ebenfalls im spanischen Baskenland beheimatete Isasi Quartet (Anna Bohigas und Enekoitz Martinez, Violine; Karsten Dobers, Viola und Teresa Valente, Cello) mit dem Volume 3 die Gesamteinspielung der Streichquartette beim Label Naxos abgeschlossen. Das Ensemble, das sich nach „seinem“ Komponisten benannt hat, spielt auf dieser abschließenden CD Isasis erstes Streichquartett in G-Dur von 1911/14 und sein letztes, das 1921 entstanden ist und die Nummer 5 trägt. Abgerundet wird die CD durch eine Aufnahme von Isasis Violinsonate in f-Moll von 1917 mit der Pianistin Marta Zabaleta. Die Interpreten spielen diese tief in der deutschen Spätromantik wurzelnden Meisterwerke so klar und schön, so innig und unprätentiös, dass man gar nicht anderes kann, als diese aus der Zeit heraus gefallene Musik sofort ins Herz zu schließen. © 2015 Südwest Presse





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