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reagenz
ouverture - Das Klassik-Blog, January 2015

StanisÅ‚aw Moniuszko (1819 bis 1872) gilt als Vater der polnischen Nationaloper. Der Komponist entstammte dem Adel, was ihn aber nicht davor bewahrte, hart für den Unterhalt seiner Familie arbeiten zu müssen. Seine musikalische Ausbildung absolvierte er in Warschau, Minsk und Berlin, wo er mit eigenen Werken bereits erste Erfolge erzielen konnte. 1839 kehrte er nach Polen zurück und heiratete. Er wirkte in Vilnius als Organist und als Dirigent des Theaterorchesters, und verdiente zusätzlich Geld als Klavierlehrer. Denn die Ehe erwies sich als glücklich, und bald hatte Moniuszko zehn Kinder zu ernähren, plus das übliche Hauspersonal.

Man staunt, wie er bei diesem Arbeitspensum noch Zeit zum Komponieren fand. Insbesondere die Oper hatte es Moniuszko angetan. Er kombinierte romantische Klänge mit patriotischen Gedanken—und hatte schon mit seiner ersten Oper Halka enormen Erfolg. 1858 wurde Moniuszko Chefdirigent der Polnischen Nationaloper; später unterrichtete er zudem am Warschauer Konservatorium.

Diese CD stellt eine Auswahl seiner Ouvertüren vor. Es sind Werke in bester romantischer Tradition, gekonnt orchestriert und sehr abwechslungsreich—eine Fundgrube schöner Melodien. Und wer könnte diese Musik besser präsentieren als die Warschauer Philharmonie, das polnische Nationalorchester, unter ihrem Leiter Antoni Wit? Man wird so recht neugierig auf die dazugehörigen Opern—und man fragt sich, warum etwa Straszny Dwór, Paria oder Hrabina im Theater hierzulande so gar nicht zu erleben sind. Wenn die Musik so weitergeht wie die Ouvertüre, dann jedenfalls dürften diese Opern in eine Reihe gehören beispielsweise mit Smetanas Verkaufter Braut oder mit Webers Freischütz. © 2015 ouverture - Das Klassik-Blog



Online Merker, December 2014

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Remy Franck
Pizzicato, April 2014

Antoni Wit hat sich einmal mehr hundertprozentig investiert, um mit den 2011 noch unter seiner Leitung stehenden Warschauer Philharmonikern dieses Moniuszko-Ouvertüren-Programm zu dirigieren, das ihm denn auch grandios gelungen ist.

Der polnische Komponist, Dirigent und Pädagoge Stanislaw Moniuszko wurde am 5. Mai 1819 in Ubiel (im heutigen Weißrussland) in eine Adelsfamilie geboren. Er war 8 Jahre alt, als er mit seinen Eltern nach Warschau zog, wo er seinen ersten Musikunterricht erhielt. Später, als junger Komponist, wohnte er in Minsk, Berlin und Wilna, dann ab 1858 wiederum in Warschau, wo er als Dirigent an der Oper und als Lehrer am Musikinstitut arbeitete. Der 1872 verstorbene Moniuszko schuf rund 270 Lieder, Operetten, Opern und Ballette.

Neun Opern- sowie eine Konzertouvertüre bilden das Programm der Naxos-CD. Wenn sich auch nicht alle Stücke in ihrer musikalischen Qualität ähnlich sind, gibt es doch einige wirklich herausragende Ouvertüren, wie jene zu ‘Paria’, ‘Verbum Nobile’ oder ‘Strazny dwór’ (Das Gespensterschloss). Der Hörer mag sich hin und wieder an Musik von Mendelssohn, Weber oder sogar Verdi erinnert fühlen, ohne den Eindruck von Kopien zu haben. Moniuszko beherrscht nicht nur die Orchestrierung, er hat auch charakteristische musikalische Einfälle, und all das kommt hier umso mehr zum Ausdruck, als Antoni Wit und seine Musiker Moniuszko mit derselben Souveränität und Kompetenz spielen wie das Scala-Orchester wenn es unter Chailly Verdi-Ouvertüren aufführt. Und das Ohr des Musikfreunds nimmt gewiss auch genauso viel Hörvergnügen daran. © 2014 Pizzicato




Frederik Hanssen
kulturradio vom rbb, March 2014

Für die polnische Musikgeschichte spielt Stanislaw Moniuszko eine genauso bedeutende Rolle wie Bedrich Smetana für die tschechische oder Michail Glinka für die russische. Alle drei Komponisten trugen dazu bei, in ihrer Heimat das nationale kulturelle Selbstbewusstsein zu entwickeln. Moniuszkos Landsmann Fryderyk Chopin macht sein Glück im Ausland, vor allem in Paris, der 1819 in (der damals polnischen Stadt) Minsk geborene Moniuszko dagegen kehrte nach dem Studium in Berlin nach Hause zurück, arbeitete erst in Vilnius (damals ebenfalls polnisch), später dann in Warschau.

Nationalistische Töne
Er schrieb über 300 Lieder, zumeist auf Texte polnischer Dichter, Kirchenmusik sowie fünf Ballette. Den größten Einfluss auf die Nationalkultur aber hatten seine 24 Opern. In Moniuszkos Werken geht es immer wieder um patriotische Fragen: Da sind auf der einen Seite jene Adligen und reichen Bürger, die französisch sprechen und sich nach der neuesten mitteleuropäischen Mode kleiden, und auf der anderen Seite jene Polen, die ihr Land mit ganzem Herzen lieben und sich darum vor allem über nationale Traditionen definieren.

Wiederholt geriet Moniuszko mit den russischen Besetzern in Konflikt, die sich seit 1815 auf Beschluss des Wiener Kongresses weite Teile seines Landes einverleibt haben. So wurde beispielsweise Moniuszkos Oper „Straszny Dwór“ (Das Geisterschloss) 1865 nach nur drei Aufführungen an der Warschauer Oper auf Befehl der Besatzer abgesetzt. Zusammen mit „Halka“, der Geschichte einer Leibeigenen, die von ihrem adligen Geliebten verstoßen wird, entwickelt sich „Straszny Dwór“ schnell zum Symbol des polnischen Unabhängigkeitsstrebens und gehört bis heute zu den festen Repertoirestücken polnischer Bühnen.

Einflußreich
Stilistisch wird Stanislaw Moniuszko von den erfolgreichen europäischen Komponisten seiner Zeit beeinflusst. Bei seinen handwerklich klug konzipierten, elegant orchestrierten und melodisch eingängigen Ouvertüren hört man sowohl deutsche Spieloper, französische opéra comique als auch italienischen Belcanto heraus. So wie Glinka und Smetana aber arbeitet Moniuszko in seine Partituren stets ganz bewusst traditionelle polnische Weisen sowie die Rhythmen der Volkstänze seiner Heimat ein.

Der Dirigent Antoni Wit und das Philharmonische Orchester Warschau stellen auf ihrer neuen CD zehn Opernouvertüren Moniuszkos vor. Abgesehen von „Halka“ und der in Indien angesiedelten „Paria“ sind es alles heitere Werke. Wit und sein äußerst klangschönes Orchester bringen die Stücke zum Leuchten, spielen mit Hingabe und lebendigem, vorwärts strebendem Puls, betonen die Leichtigkeit dieser Musik, die bei aller Eingängigkeit nie oberflächlich klingt. Ein echtes Hörvergnügen, eine inspirierende Entdeckungsreise in die polnische Musik des mittleren 19. Jahrhunderts. © 2014 Kulturradio





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