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reagenz
ouverture - Das Klassik-Blog, September 2015

Pierre Rode gehört zu den Vätern der französischen Violinschule. Er kam in Bordeaux als Sohn eines Parfumeurs zur Welt. Sein musikalisches Talent wurde schon früh erkannt und gefördert; sein erster Lehrer war André-Joseph Fauvel, der den begabten Jungen 1787 nach Paris brachte. Dort unterrichtete ihn Giovanni Battista Viotti, der ihn bald schon zu seinem Meisterschüler machte.

Von 1789 bis 1792 musizierte Rode im Orchester am Théâtre de Monsieur; 1792 spielte er bei den traditionellen Passionskonzerten sehr erfolgreich als Solist. Das war der Startschuss für eine Karriere als reisender Virtuose. Außerdem wurde Rode im November 1795 als Professor an das neu gegründete Pariser Conservatoire berufen. Dort erarbeitete er gemeinsam mit seinen Kollegen Pierre Baillot und Rodolphe Kreutzer eine Méthode du violon; dieses bedeutende Lehrwerk wurde 1802 veröffentlicht. Als Solist war Rode ebenfalls sehr erfolgreich. Er wirkte als Konzertmeister und Sologeiger an der Pariser Oper, und musizierte als Solist in der Privatkapelle Napoleons. Von 1804 bis 1808 hielt er sich in Russland auf, wo er vom Zaren zum Hofgeiger ernannt wurde.

Doch nach seiner Rückkehr konnte er an seinen früheren Erfolg nicht an- knüpfen. So konstatierte der Virtuose Louis Spohr, der Rode sehr verehrte, in seiner Selbstbiographie: „Ich fand sein Spiel jetzt kalt und manierirt, vermisste die frühere Kühnheit in Besiegung großer Schwierigkeiten und fühlte mich besonders unbefriedigt vom Vortrage des Cantabile.“

Rode reiste wieder durch Europa. In Berlin heiratete er, und stand in engem Kontakt zur Familie Mendelssohn. 1819 kehrte er zurück in die Umgebung von Bordeaux, wo er die Jahre mehr oder minder im Ruhestand verbrachte. 1828 versuchte Rode noch einmal, in Paris ein Konzert zu geben—und erlebte damit eine solche Katastrophe, dass einige seiner Biographen darin die Ursache für den frühen Tod des Geigers 1830 sehen.

Pierre Rode hat auch komponiert, nahezu ausschließlich Musik für Violine, darunter die berühmten 24 Capricen, aber auch Sonaten, Quartette und 13 Konzerte. Erstaunlicherweise sind diese anspruchsvollen Werke bislang auf CD gar nicht und auch nur teilweise als Noteneditionen erhältlich gewesen. Friedemann Eichhorn, Professor an der Hochschule für Musik in Weimar und Leiter der Meisterkurse an der renommierten Kronberg Academy, hat die Konzerte Rodes neu ediert und gemeinsam mit der Jenaer Philharmonie unter Nicolás Pasquet bei Naxos eingespielt. Mittlerweile ist die Serie mit vier CD komplett.

Es sind tatsächlich Weltersteinspielungen—was angesichts der herrlichen Melodien erstaunt. Wie kann derartige Musik komplett in Vergessenheit geraten? Eichhorn hat sie nun in Zusammenarbeit mit Pasquet und mit dem größten Konzertorchester Thüringens zurück auf die Bühne gebracht. Das war ganz sicher ein langer Weg, doch das Ergebnis ist überaus erfreulich. Rodes Konzerte sind ansprechend, und technisch sehr anspruchsvoll—eine lohnende Aufgabe für Violinvirtuosen, die heute wahrscheinlich, was die reine Fingerfertigkeit betrifft, so versiert sind wie nie zuvor. Man darf sich also wünschen, dass man diese Musik in Zukunft auch wieder im Konzertsaal hören kann. Und wer Spaß an musikalischen Knobeleien hat, der wird Eichhorns Kadenzen mit doppeltem Vergnügen lauschen. Großen Dank an die Musiker—und gern mehr davon. © 2015 ouverture - Das Klassik-Blog



Dr. Eberhard Kneipel
Thüringen Kulturspiegel, August 2015

Pierre Rode—das ist ein Geheimtipp unter Geigern. Der Franzose, der von 1774 bis 1830 lebte und dem Beethoven seine berühmte letzte Violinsonate op. 96 widmete, hat mit 13 Konzerten glanzvolle Meisterwerke geschaffen. Sie imponieren durch spielerische Brillanz und romantische Empfindungen, und dank der vorliegenden Weltersteinspielungen hat die Geheimniskrämerei um Rode ein Ende—sehr zur Freude des Publikums.

Auf der dritten CD (von insgesamt vier) begegnet es dem ersten (d-Moll), dem funften (D-Dur) und dem neunten Konzert (D-Dur) und wird auch diesmal mit vielerlei Erlebnissen belohnt. In die großartigen Kopfsätze finden die Revolutionsmusik der Franzosen und der Wiener Klassizismus Eingang. Die mittleren Sätze beeindrucken mit schönen Cavatinen und innigen Romanzen, und die Schlusssätze überraschen mit einer Kollektion europäischer Folklore (Rondo à la russe); Polonaise). Die hinreißende Darbietung von Rodes Innovationen und des eigenen virtuosen Vermögens verdanken wir dem Geiger Friedemann Eichhorn. Der derzeitige Direktor des renommierten Kronberg Academy Masters, der als einer der jüngsten Violinprofessoren Deutschlands an der Hochschule für Musik in Weimar lehrt, überwältigt aber nicht nur durch sein fantastisches Spiel—sein Entdeckergeist und der des Dirigenten Nicolàs Pasquet, auch ein Weimarer Professor, haben diese Aufführungen überhaupt erst ermöglicht. Dritte Größe im Thüringer Interpreten-Trio ist die Jenaer Philharmonie, die auch da ihrem Ruf als Spitzenorschester alle Ehre macht. Und wir können uns am feurigen Spiel, an der stilistischen Präzision und an der hohen Klangkultur dieser Aufnahmen nicht satt hören. © 2015 Thüringen Kulturspiegel




Remy Franck
Pizzicato, March 2015

Der französische Violinist und Komponist Jacques Pierre Joseph Rode (1774–1830) war ein Zeitgenosse Ludwig van Beethovens und hat auch dessen letzte Violinsonate uraufgeführt, die ihm gewidmet ist. Er galt als außergewöhnlicher Virtuose und hat spätere Generationen durch sein Spiel maßgeblich beeinflusst.

Als Komponist blieb er seinem Instrument, der Geige treu: 13 Violinkonzerte, 24 Capriccios für Solo-Violine und 12 Etüden für Violine hat er komponiert. Die Violinkonzerte, von denen Naxos schon die Nummern 3, 4, 6, 10 und 13 veröffentlicht hat, sind charmante Werke, die den Geist des romantischen Virtuosentums atmen.

Diese und die drei hier eingespielten Konzerte zeigen eines deutlich: die Musikgeschichte hat Ungerechtigkeiten begangen, und auch wenn so manche Werke zu Recht vergessen sind, so gehören die Konzerte von Rode unbedingt ins Repertoire. Ihre einfachen, aber kunstvoll gestrickten Melodien bieten dem Solisten reichlich Gelegenheit, musikalisch zu glänzen. Diesen Herausforderungen stellt sich Friedemann Eichhorn auf hohem Niveau. Der derzeitige Direktor der renommierten ‘Kronberg Academy Masters’ und Professor an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar spielt virtuos und klangvoll. Zusammen mit der Jenaer Philharmonie unter dem zupackenden und inspirierten Dirigat Nicolas Pasquets – ebenfalls Professor an der Hochschule in Weimar – musiziert er sehr engagiert, auch wenn er eigentlich ein besseres Orchester an seiner Seite hätte haben sollen. Eichhorn lässt die drei Konzerte nicht zu Schaustücken verkommen, sondern spielt nuancenreich und sensibel, ohne ins Sentimentale abzugleiten. © 2015 Pizzicato



Die Rheinpfalz, February 2015

Seit mehreren Jahren beschaftigt sich Friedemann Eichhorn zusammen mit dem Dirigenten Nicolás Pasquet mit den Violinkonzerten des 1774 geborenen und 1830 gestobenen französischen Geigen-Virtuosen Pierre Rode. Ausgebildet wurde der in Bordeaux geborene Rode bei Giovanni Battista Viotti in Paris. Er schlug eine Laufbahn als Geigen-Virtuose ein, die ihn durch die Musikmetropolen Europas fuhrte: Paris, Wien, Berlin.

Als Komponist schuf er vor allem Werke für sein eigenes Instrument, darunter alleine 13 Konzerte für Violine und Orchester. Eichhorn und Pasquet am Pult der Janaer Philharmonie haben mittlerweile die dritte CD mit Rode-Konzerten auf den Markt gebracht. Aufgenommen wurden dieses Mal die Konzerte Nr. 1, 5 und 9 (opus 3, 7 und 17). Eichhorn hat erneut, wie er im Booklet erklart, die Solo-Kadenzen geschrieben.

Nun könnte man ja bei einem Geiger des späten 18., frühen 19. Jahrhunderts sofort an Paganini, den berühmtesten „Teufelsgeiger“ der Musikgeschichte denken. Aber Rodes Konzerte sind dann doch ganz anders geartet. Natürlich verlangen sie Eichhorn auch höchste technische Perfektion ab, sind gerade die schnellen Ecksätze extreme Herausforderungen an sein spieltechnisches Konnen. Aber es ist eben nicht nur Virtuosen-Artistik gefragt, sondern auch Intensität des Ausdrucks. Rode ist zum Teil ein ganz wunderbarer Melodienerfinder, seine Themen erinnern mal an die Klassik Mozarts und Beethovens, dann wieder an die Frühromantik Mendelssohns, in deßen in Berlin lebender Familie Rode ein gern gesehner Gast war. Unter der Leitung von Nicolás Pasquet ist die Jenaer Philharmonie Eichhorn nicht nur ein sensibler Begleiter, das Orchester agiert zudem auch mit mitreißendem Schwung, so dass man dieses Wiederentdeckungs-Projeckt des Geigers nur begrüßen kann. © 2015 Die Rheinpfalz





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