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Guy Wagner
Pizzicato, May 2014

Auch der weltweit größte Produzent von CDs, Klaus Heymann, hat für sein Label Naxos Erich Wolfgang Korngold entdeckt. Dass gerade das Opus 1 des jungen Komponisten hier eine sehr interessante Auslegung findet, freut uns sehr. Man bedenke nur: Erich Wolfgangs Komposition wurde Ende 1910 gleich in mehreren Erstaufführungen gegeben, und dabei handelt es sich um das Werk eines Dreizehnjährigen! Dass damals viele Kopf standen, braucht nicht weiter zu wundern, auch nicht, dass die typischen (wienerischen) Gehässigkeiten blühten: War Erich nicht der Sohn des gefürchteten, ja gehassten Kritikers Julius Korngold, des Nachfolgers von Eduard Hanslick in den ‘Neuen Freien Presse’, der allmächtigen Wiener Zeitung? Schon deshalb vermied es der Vater tunlichst, die Werke seines Sohnes in Wien uraufführen zu lassen: Sie sollten ihre Probe zuerst ‘draußen’ machen. Dies war denn bereits für Opus 1 in vier Sätzen der Fall: Zuerst wurde es am 10. November 1910 in München durch das Schwartz-Trio gespielt, und schon am nächsten Tag kam es zur Erstaufführung in den USA vom Margulis-Trio. Erst dann folgte die Wiener Premiere mit – man bedenke dies einmal! – Arnold Rosé, Violine, Friedrich Buxbaum, Cello, und Bruno Walter, Klavier! Die Resonanz lag zwischen verblüfftem Erstaunen und irritiertem Neid, zwischen restloser Bewunderung und kritischen Hinterfragung.

Jedenfalls heißt es, dieses Trio Opus 1 sei intensiver und ausgereifter als die Trios Op. 1 von Beethoven und Brahms. Korngold war tatsächlich ein Wunderkind, und das bestätigen auch die Interpreten des Werkes auf dieser CD: das Fidelio Trio, bestehend aus Darragh Morgan, Violine; Robin Michael, Cello; Mary Dullea, Klavier.

Die Musiker legen großen Wert auf Expressivität und auf ein elegantes, sensibles Spiel. Dabei ist besonders zu begrüßen, dass das Klavier die beiden Streichinstrumente nie zudeckt, sondern eine nuancierte ‘Tragfläche’ für sie bietet. Das Trio ist bemerkenswert homogen, doch habe ich ein Faible für das Spiel des Cellisten… und innerhalb des Werkes für das ‘Larghetto’. Es gibt den Geist des ‘Wienerischen’ am besten wieder. Insgesamt wird die Interpretation der Meisterschaft des jungen Genies jedenfalls durchaus gerecht.

Wohl noch intensiver ist die Darbietung von Schönbergs ‘Verklärte Nacht’, inspiriert durch ein Gedicht von Richard Dehmel, hier in der mir bisher noch unbekannten Fassung des in der Ukraine geborenen und in den USA gestorbenen Pianisten und Komponisten Eduard Steuermann (1892-1964), einem früheren Schüler Schönbergs. Seine Version ist faszinierend. Dank der wenigen Instrumente entsteht eine ganz spezielle Atmosphäre, die sehr wohl das ‘Geheimnis’ des Gehalts der Komposition, resp. auch des ihr zugrunde liegenden Gedichts veranschaulicht: Eine Frau ‘beichtet’ ihrem Geliebten, dass sie ein Kind erwartet, dessen Vater er nicht ist. Er nimmt dieses zärtlich als das Seine an: ‘du wirst es mir, von mir gebären, / du hast den Glanz in mich gebracht, / du hast mich selbst zum Kind gemacht.’

Technisch und musikalisch ist das Fidelio Trio so bemerkenswert wie die hier vorliegende Aufnahme, die ohne Zweifel eine Bereicherung der Diskographie darstellt. © 2014 Pizzicato





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