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Album Reviews



 
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Remy Franck
Pizzicato, November 2015

Nach einer ersten CD mit den Quartetten 1, 3, 6 und 7, bringt Naxos jetzt die drei restlichen Quartette Grażyna Bacewiczs mit dem exzellenten Lutoslawski Quartett auf den Markt. Das Programm beginnt mit dem 4. Quartett, dem bekanntesten aus der Reihe, mit einschmeichelnden Themen und viel Raffinement. Das Lutoslawski Quartett spielt das Werk mit viel erzählerischer Kraft und kleidet diese Erzählung in einen kleines Mysterium, so in der Art ‘Es war einmal…’.

Das Quartett Nr. 2 von 1943 scheint der schwierigen Zeit seiner Entstehung etwas Positives und Hoffnungsvollaes gegenüber stellen zu wollen. Dieser positive Geist kommt in der vorliegenden Aufführung wunderbar zum Ausdruck.

Das Fünfte Quartett erklingt hier in einer sehr gut differenzierten Aufführung, abgesehen vom Corale—Largo angenehm verspielt und streckenweise regelrecht humorvoll. Die unbändige Spiellust der Lutoslawski-Streicher ist ansteckend! © 2015 Pizzicato




Kamilla Kaiser
kulturradio vom rbb, October 2015

Endlich tritt die Musik von Grażyna Bacewicz (1909–1969) auch international zunehmend aus dem Schatten ihrer männlichen Kollegen wie Witold Lutosławski oder Krzysztof Penderecki. In Polen hingegen war Bacewicz schon zu Lebzeiten vielbeachtet. Neben ihrer Karriere als Geigenvirtuosin komponierte sie seit ihrem 13. Lebensjahr und nahm später u.a. Unterricht bei Nadia Boulanger in Paris. Grażyna Bacewicz hat über 200 Werke für verschiedene Besetzungen geschrieben, darunter viele Werke für Streichinstrumente insbesondere für die Geige. Zu ihren zentralen Werken zählen ihre sieben Streichquartette. Das junge polnische Lutosławski Quartett hat bereits die Quartette Nr. 1,3,6 und 7 eingespielt und beendet die Gesamtaufnahme jetzt mit den Quartetten Nr. 2, 4 und 5.

Komponistin und Geigerin
Das zweite Streichquartett entstand während des 2. Weltkriegs, einer schwierigen Zeit für Bacewicz. Sie musste mit ihrer Familie ihre Wohnung in Warschau verlassen, wohnte übergangsweise in einem Flüchtlingslager, später dann in Lublin, wo sie sich um ihre verwundete Schwester kümmerte. Herausragt der 2. Satz des Quartetts, der mit knapp 12 Minuten der längste aller sieben Streichquartette ist. Das Lutosławski Quartett zeigt hier, dass es neben den grandios gespielten virtuosen Passagen auch einen satten, intensiven Klang für die markerschütternden tiefen Klagelaute gefunden hat. Der 2. Satz endet mit einem offenen, spannungsgeladenen Akkord. Dem gegenüber gestellt wird der abschließende heitere 3. Satz, der Hoffnung macht auf bessere Zeiten.

Eines der meistgespielten Werke von Bacewicz ist das vierte Streichquartett, mit dem sie schon zu Lebzeiten großen Erfolg hatte und den 1. Preis beim Internationalen Kompositionswettbewerb in Liège gewann. Auch diesem Werk merkt man an, dass sie nicht nur Komponistin sondern auch Geigerin war. Die schnellen Passagen liegen gut in der Hand, sind dabei aber nie simpel, sondern reizen alle Spieltechniken und Klangkontraste aus. Bacewicz bringt Elemente der polnischen Volksmusik ein, wie im 3. Satz den oberek, einen schnellen Volkstanz, den das Lutosławski Quartett mit unbändiger Spielfreude und Leichtigkeit interpretiert.

Leidenschaftliche Spielfreude
In den vier Sätzen des fünften Streichquartetts wird viel thematisches Material ausgearbeitet. Bacewicz beruft sich auf traditionelle Formen, wie der Sonatenhauptsatzform, Fuge oder Variationen, findet aber ihre ganz eigene Klangsprache. Das Werk ist geprägt von Kontrasten auf allen Ebenen. Schnell gespielte Chromatiken wechseln sich mit sphärischen Flageolett-Klängen ab, es wird sul ponticelli oder sul tasto gespielt, pizzicato oder tremolo verwendet. Bacewicz schafft eine farbenreiche Klangwelt mit einer komplexen Rhythmusstruktur.

Das Lutosławski Quartett füllt die kontrastreichen Kompositionen von Bacewicz in jeder Hinsicht mit Leben: Es begeistert durchgehend mit technischer Perfektion, homogenem Klang und leidenschaftlicher Spielfreude. So wünsche ich mir Grażyna Bacewiczs Musik nicht nur auf CD, sondern hoffentlich in Zukunft auch öfter mal im Konzertsaal. © 2015 Kulturradio





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