Classical Music Home

Welcome to Naxos Records

Email Password  
Not a subscriber yet?  
Keyword Search
 in   
 Classical Music Home > Naxos Album Reviews

Album Reviews



 
See latest reviews of other albums...


Remy Franck
Pizzicato, July 2016

Die 1943 entstandene Suite ‘Köçekçe’ des türkischen Komponisten Ulvi Cemal Erkin (1906–1972), eine brillante Tanzrhapsodie, widerspiegelt, die für die türkische Musik charakteristischen Harmonien, Melodien und Rhythmen und ist in der mitreißenden Interpretation des Orchesters aus Istanbul eine wirkungsvolle Einleitung für diese CD mit ausschließlich Werken von Erkin.

Das halbstündige Violinkonzert von 1947 ist ein brillantes Werk, recht modern für die Zeit seiner Entstehung und zumindest in den beiden ersten Sätzen eher nordisch denn mediterran im Charakter. Im Finale, Allegro con fuoco, ist das orientalische Idiom wieder etwas stärker präsent.

Der Solist James Buswell schwelgt in dieser romantisch-leidenschaftlichen Musik, und zusammen mit dem Orchester aus Istanbul realisiert er eine packende und zielstrebig drängende Interpretation des Konzerts.

Erkins zweite und letzte Symphonie wurde 1958 fertiggestellt, sie entstand aber weitgehend zwischen 1948 und 1951 und ist wohl eine Antwort des Komponisten auf den Zweiten Weltkrieg. Die nationalistischen Elemente sind in der recht charakteristischen Musik überall zu hören. Der erste Satz ist dramatisch, ja sogar kriegerisch, mit marschartigen Motiven, die mit reflektiveren Momenten wechseln. Der zweite Satz, ein Adagio, beginnt wie ein Lamento, wird zunehmend intensiver, und die Musik klingt dann sehr verzweifelt.

Das Finale ist im Kontrast zu den düsteren beiden ersten Sätzen ein Tanzsatz mit deutlich türkischem (d.h. anatolischem) Charakter, und wenn man auch glaubt, die Musik würde zurückkippen in die Stimmung des ersten Satzes, so sind schnell wieder farbige Tanzrythmen da, um das Positive zu retten.

Die Interpretation des ‘Istanbul State Symphony Orchestra’ unter Theodore Kuchar ist kraft—und spannungsvoll sowie sehr atmosphärisch.

Die Tonaufnahme ist sehr direkt und gibt der Musik dennoch genügend Raum, um sich zu entfalten. Eine alles in allem sehr empfehlenswerte CD, die zeigt, dass Erkin deutlich mehr zu schaffen verstand als seinen Schlager ‘Köçekce’. © 2016 Pizzicato



Dr. Ingobert Waltenberger
Online Merker, June 2016

Schüler von Nadia Boulanger, lebte Ulvi Cemal Erkin in den dreißiger Jahren fünf Jahre lang in Paris, um sich zurück in Istanbul der Komposition und dem Musikunterricht zu widmen. Alle seine Werke sind tonal und eine Hommage an westliche Musikformen mit Einsprengseln von türkischer Volksmusik. Die das Album eröffnende Dance Rhapsody für Orchester „Köcekce“, seine populärste Komposition, nimmt Bezug auf den traditionellen Köcek Tanz (aufgeführt nur mit männlichen Tänzern in Frauenkleidern). Kulturhistorisch geht diese Tradition auf Zeiten zurück, wo bei Unterhaltungsveranstaltungen aller Art Frauen von Männern getrennt waren. Das vor Energie und Drive nur so strotzende Werk hat Erkin für einen Wettbewerb 1942 verfasst. Es handelt sich um einen Tanzsuite, in welcher traditionelle Schlag—und Effektinstrumente ein großes Sinfonieorchester ergänzen. Ohne Übertreibung kann von einer musikalischen Landkarte der Türkei gesprochen werden, weil Tanzlieder aus allen Regionen das motivische Material der Arbeit bilden. Das ausladende dreisätzige Violinkonzert (Solist James Buswell) aus dem Jahren 1946, 1947 mit Sonata, Allegro und Rondo klingt stellenweise wie Filmmusik, ist überraschend virtuos und eingängig. Es enthält im letzten Satz mit Taksim-Klängen auch Lokalkolorit, das unmittelbar an Improvisation denken lässt. Die CD wartet noch mit einer romantischen Wiedergabe der zweiten Symphonie auf. 1958 von den Münchner Philharmonikern in München uraufgeführt, finden sich im zweiten Satz ein Thema und acht Variationen, die an einen Passacaglia erinnern. Der dritte Satz spiegelt wie die „Köcekce“ Rhapsody Tanzmelodien, die Erkin in allen Windrichtungen Anatoliens entdeckt hat. Theodore Kuchar ist mit dem Istanbul State Symphony Orchestra ein sehr guter Interpret dieser hierzulande kaum bekannten Musik, die für den Hörer mehr als eine (positive) Überraschung bereit hält. Zum Kennenlernen. © 2016 Der Neue Merker





Naxos Records, a member of the Naxos Music Group