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Ensemble Magazin für Kammermusik, December 2014

Zemlinskys aufgewühlte, leidenschaftliche Tonsprache, die an Brahms anknüpft und das tonale Spektrum bis an die Grenzen ausweitet, hat etwas Einzigartiges, ja auch etwas Eigenwilliges und Trotziges. Hier werden keine Vorbilder kopiert, sondern kompromisslos eigene Wege gefunden. Zemlinskys Interpreten tun gut daran, eine Musik wie beispielsweise die des Streichquartetts Nr. 1 a-Moll op. 4 (hier vor allem den Kopfsatz „Allegro con fuoco“) mit so viel Herzblut wie nur möglich zu spielen. Das Escher String Quartet hat bei seiner 2012 realisierten Produktion des 1. und 2. Streichquartetts von Zemlinsky, die beim Label Naxos erschienen ist, da wirklich genau die richtige, hingebungsvolle Haltung gefunden. Das stete In-sich-Kreisen des komplexen thematischen Material, das mit kühnen Modulationen in völlig unerwartete Tonartengefilde führt, gleicht dabei oft einem inneren Ringen. Dieses Ringen aber hat nicht wie bei Mahler etwas Verzweifeltes oder Resignatives, sondern wird immer wieder in eine bewegende Zartheit zurückgeführt. Lebendig, lichterfüllt, zuversichtlich wären Begriffe, mit denen man diese Musik vielleicht am besten charakterisieren könnte.

Für die positive Grundstimmung des Quartett-Erstlings gibt es indessen auch gute Gründe. Der junge, 25-jährige Pianist und Komponist wurde im Jahr 1896 mit Preisen und Achtungsbekundungen nur so überhäuft. Er erhielt Preise für seine erste Oper „Sarema“ und war mit einem Trio in d-Moll für Klarinette, Violoncello und Klavier hervorgetreten, das Brahms ein Jahr vor seinem Tod noch engagiert protegiert hatte. Zemlinsky hatte schon einmal einen Versuch in der Streichquartett-Gattung unternommen, die Arbeit an seinem frühen Quartett e-Moll aber wieder abgebrochen. Im Sommer 1896 vollendete er schließlich sein a-Moll-Quartett, das mit seinen reichen melodischen Einfällen und der für seinen Stil so prägenden lyrischen Grundhaltung auf Anhieb ergreifen musste. Warum er angesichts dieses gelungenen Einstiegs in die Königsgattung der Kammermusik dennoch siebzehn Jahre verstreichen ließ, bevor er sich 1913 erneut einem quartett zuwandte, bleibt offen. © 2014 Ensemble Magazin für Kammermusik




Remy Franck
Pizzicato, August 2014

Die vier Streichquartette von Alexander Zemlinsky, von denen die beiden ersten in dieser zweiten Folge der Gesamteinspielung zu hören sind, erstrecken sich über eine Schaffenszeit von fast vier Jahrzehnten. Vor allem das Erste Quartett ist weniger modern als die beiden letzten. Doch das amerikanisch-kanadische ‘Escher String Quartet’ schärft es im Klang und spielt extrem kontrastreich.

Schon mit dem zweiten, « meinem Freund Arnold Schönberg » gewidmeten Streichquartett dringt Zemlinsky in ganz andere Ausdrucksbereiche vor. Hier gibt es in allen Sätzen einen permanenten Wechsel zwischen ganz unterschiedlichen Stimmungen, die aber alle einer fieberhaften inneren Aufgeregtheit zu entsprechen scheinen: Leises Klagen, intime Ruhe, nervöse Hetze, pure Ekstase… das ‘Escher String Quartet’ spielt die Musik mit atemberaubender Intensität. © 2014 Pizzicato





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