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Rainer Aschemeier
The Listener, July 2013

Der Name Johann Joachim Quantz ist Vielen ein Begriff. Er war der Flötenlehrer Friedrichs des Großen, versorgte ihn auch als Komponist mit stetig frischen Flötenkonzerten, und mit seinem Buch, betitelt „Versuch einer Anweisung die Flöte traversiere zu spielen“, war er der wohl weltweit einflussreichste Flötenpädagoge des 18. Jahrhunderts.

So weit die Fakten die fast jeder kennt, der einmal ein Komponistenlexikon etwas aufmerksamer durchgeblättert hat. Im krassen Missverhältnis zu der allgemeinen Bekanntheit von Quantz als Person (es gibt sogar Kriminalromane mit Quantz als einer Art „Rokoko-Mister-Marple“) steht die weitgehende Unbekanntheit seiner Musik. Machen Sie einmal die Probe auf’s Exempel und fragen Sie in Ihrer Bekanntschaft danach, wer schon einmal etwas von Johann Joachim Quantz gehört hat. Einige werden Ihnen die halbe Lebensgeschichte dieser so eminent wichtigen Musikerpersönlichkeit herbeten können. Doch diejenigen, die schon einmal Quantz‘ Musik gehört haben, werden drastisch in der Minderzahl sein.

Dies zeigt auch ein Blick auf den CD-Markt mit Quantz-Einspielungen. Es gibt nicht nur verhältnismäßig wenige Aufnahmen. Nein, diejenigen, die es gibt, sind häufig genug so langweilig und lustlos eingespielt, dass sie kaum mehr zu sein scheinen als eine „Akte“ in irgendeinem Musikalienarchiv. Man kann sich einen Eindruck verschaffen, ja. Doch man wird nur in wenigen Fällen auch Spaß dabei haben.

Diesen Umstand ändert nun das ungarische Orchester „Concerto Armonico“ unter der Leitung von Miklós Spányi. Dieses hervorragende Orchester – 1983 war es das erst zweite in Ungarn, das damit begann, ausschließlich auf historischen Instrumenten zu musizieren – hat sich schon hinlänglich die Wertschätzung von Kennern und Liebhabern erworben. Es hat in 30-jähriger Mammutaufgabe die Cembalokonzerte von Carl Philipp Emanuel Bach in einer fantastischen Gesamteinspielung beim schwedischen High-End-Label „BIS“ vorgelegt.

Dieses Orchester also legt bei seinem Naxos-Debüt eine Quantz-Platte auf’s Parkett, die all das hat, was andere nicht haben: Energie, Antrieb, hörbare Musizierfreude – und eine absolut perfekte Ensemble- und Solistenleistung!

Wer bislang dachte, Quantz‘ Flötenkonzerte seien langweilig und ewig gleich, wird mit dieser CD eines Besseren belehrt: Mit viel Drive und Spannung, manchmal sogar einer gewissen Ruppigkeit, präsentiert „Concerto Armonico“ Johann Joachim Quantz hier als einen äußerst vitalen, facettenreichen und hochgradig spannenden Komponisten. Beim Hören dieser fabelhaft eingespielten Konzerte sitzt man als Hörer auf der Stuhlkante. Ständig gibt es etwas Neues zu entdecken. Die Musik springt einem förmlich entgegen, wirkt ungemein frisch und munter.

Das Ganze gibt es dazu noch in einem hervorragenden, hoch auflösenden und sehr natürlichen Klangbild, das unter der bewährten Leitung von Naxos-Tonmeister János Bohus zustande kam. Er ist bereits seit den 1980er-Jahren eine auffällige Figur, hat im Budapester Phoenix-Studio schon so manche Sound-Perle gezaubert, die bis heute vollauf überzeugt.

Und wer jetzt noch nicht neugierig genug auf diese Neuveröffentlichung ist, um sie sich zuzulegen, dem sei gesagt, dass diese CD ausschließlich Weltersteinspielungen enthält, von denen eine auch noch eine ganz frische Manuskriptentdeckung aus der russischen Nationalbibliothek in St. Petersburg ist – eine kleine musikwissenschaftliche Sensation, hier in denkbar schönster Art und Weise wieder zum Klingen gebracht! © The Listener





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