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Album Reviews



 
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Die Rheinpfalz, August 2016

Die italienische Romantik, ja das gesamte musikalische 19. Jahrhundert in Italien kennt eigentlich nur die Oper. Musik für großes Orchester, Sinfonien und Solokonzerte, sucht man ebenso vergebens wie Kammermusik. Alles also ganz anders als im deutschsprachigen Musikraum, in dem die Sinfonie und das Streichquartett zu Hauptgattungen wurden. Das änderte sich erst im frühen 20. Jahrhundert, etwa durch Komponisten wie Ottorino Respighi und Gian Francesco Malipiero, der zwar eine Vielzahl von Opern, aber eben auch elf Sinfonien geschrieben hat. Eine Generation jünger ist Mario Castelnuovo-Tedesco (1895-1668), von dem hier die beiden Violinkonzerte opus 31 und opus 66 von der Geigerin Tianwa Yang für das label Naxos eingespielt wurden, begleitet vom SWR Sinfonieorchester Baden-Baden/Freiburg unter der leitung von Pieter-Jelle de Boer. Der jüdischstämmige Komponist, der 1939 in die USA emigrierte, hat sich dort vor allem als Filmmusikkomponist einen Namen gemacht. Für mehr als 250 Filme soll er Musik geschrieben haben. Davon sind die beiden Konzerte aus dem Jahr 1924 beziehungsweise 1931 sicherlich noch ein Stück weit entfernt. Aber eben auch von der Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Das ist bisweilen süffige, vor allem gefällige, sehr traditionell anmutende Musik. © 2016 Die Rheinpfalz



Norbert Hornig
Fono Forum, August 2015

Musik:
Klang:

Manchmal ist es nur ein Interpret, mit dem man die Erinnerung an ein bestimmtes Werk verbindet. In der Welt der Geige war dies immer wieder Jascha Heifetz, Komponisten ließen sich von seinem Spiel inspirieren und schrieben Werke für ihn. Auch Mario Castelnuovo-Tedesco, der 1939 seine italienische Heimat wegen des eskalierenden Antisemitismus verließ und nach Amerika emigrierte. Dort kannte man seine Musik bereits, auch Heifetz hatte einige Stücke im Repertoire. Schon 1931 war er Solist der amerikanischen Uraufführung von Castelnuovo-Tedescos erstem Violinkonzert, dem „Concerto Italiano“. Danach bestellte er gleich ein neues Werk. „I profeti“, so ist das zweite Violinkonzert op. 66 betitelt, nimmt Bezug auf das Alte Testament. „Die Zeiten der glorreichen Vergangenheit“ der biblischen Propheten will Castelnuovo-Tedesco heraufbeschwören und greift dabei auch auf altes jüdisches Liedgut zurück. Das manchmal episch wie Filmmusik klingende Werk ist sehr effektvoll instrumentiert, der Solopart fordert den Virtuosen. Ganz im Sinne von Heifetz, der 1933 in der Carnegie Hall Solist der Uraufführung war. Seine legendäre Einspielung von 1954 hatte lange keine Konkurrenz, die Live-Aufnahme mit Itzhak Perlman (1990) wirkt zwar sehr brilliant, aber vergleichsweise pauschal. Tianwa Yang bringt in ihrer neuen Einspielung jetzt zum ersten Mal beide Konzerte zusammen. Mit Leichtigkeit schwingt sie sich auf in die geigerischen Höhen, wo sich Heifetz und Perlman bewegen. Voller Energie, dynamisch und risikobereit, aber auch klangsinnlich fein. Und das SWR-Sinfonieorchester unter Leitung von Pieter-Jelle de Boer zieht mit. Dies ist eine gute Gelegenheit, die Musik von Mario Castelnuovo-Tedesco zu entdecken, besonders auch das „Concerto Italiano“ von 1924, das hier als Ersteinspielung vorliegt. Im herausragenden zweiten Satz gibt es betörende atmosphärische Momente, da flimmert die Luft… © 2015 Fono Forum



Werner Fritsch
Hessische/Niedersächsische Allgemeine, July 2015

Zum Immer-wieder-Hören: Tjanwa Yangs Ersteinspielung von zwei Violinkonzerten des italienischen Neo-Romantikers Mario Castelnuovo-Tedesco mit dem SWR-Sinfonieorchester. Geigerisch fantastisch und emotional packend. © 2015 Hessische/Niedersächsische Allgemeine




Remy Frank
Pizzicato, June 2015

Wenn Archäologen eine unberührte Grabkammer finden, spricht die Presse von einem Sensationsfund. Und Howard Carters Worte bei der Entdeckung des Grabes von Tutanchamun sind Legende: « Ich sehe wunderbare Dinge. » Nun, auch wenn dies keine Legende wird, sage ich: « Ich höre wunderbare Dinge. » Das auf dieser CD erstmals eingespielte erste Violinkonzert, das ‘Concerto Italiano’ des Florentiner Komponisten Castelnuovo-Tedesco, ist ein neo-romantisches Werk mit viel Ausdruck und viel Charakter. Das Melodien-Füllhorn hat Castelnuovo-Tedesco reich beschenkt, und an Fantasie, das Rohmaterial in eine eloquente Sprache zu bringen, hat es ihm auch nicht gemangelt.

Das zweite Violinkonzert ist etwas bekannter und wurde zuvor auch schon aufgenommen: Es trägt den Titel ‘I Profeti’ (Die Propheten) und wurde bekannt durch den Widmungsträger Jascha Heifetz, der das Werk 1931 für sich und Toscanini in Auftrag gegeben hatte. Mit dem rabiat antifaschistischen italienischen Dirigenten bildeten der jüdische Geiger und der aus einer jüdischen Familie stammende Komponist ein starkes Triumvirat, um eine musikalische Reaktion gegen die Zunahme des Antisemitismus in Europa zu formulieren: die drei Sätze des Konzerts zeigen die Propheten Jesaja, Jeremia und Elias sukzessiv in leidenschaftlicher, schmerzerfüllter und impetuoser Musik, die bei aller Virtuosität die Ernsthaftigkeit des Anliegens nicht überspielt.

Es ehrt Tianwa Yang und den niederländischen Dirigenten Pieter-Jelle de Boer, dass sie dieses Konzert wie auch das erste nicht überfrachten, nicht zu Show-Musik degradieren, sondern sich mit viel Können und musikalischem Gestaltungswillen in den Dienst der Musik stellen, die sie damit auf die höchste Schiene heben. Das SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg erweist sich in den Händen de Boers als großartiges Instrument und man kann nur einmal mehr bedauern, dass diese Formation den angeblichen Sparmaßnahmen beim SWR zum Opfer fällt. © 2015 Pizzicato



Gerhard Späth
Bayerischer Rundfunk (Bavarian Radio), June 2015

Bei der folgenden Aufnahme mit der Geigerin Tianwa Yang und Violinkonzerten von Mario Castelnuovo-Tedesco handelt es sich um eine neue CD, erschienen beim Label Naxos. Im Fall des 1924 komponierten “Concerto italiano” liegt sogar eine Weltersteinspielung vor. Dieses Violinkonzert wurde vom damals 29jährigen Komponisten selbst als seine “erste sinfonische Arbeit” bezeichnet. Er schrieb es auf Anregung des italienischen Geigers Mario Corti, der das Werk zwei Jahre später auch in Rom uraufführte. Musikalisch griff Castelnouvo-Tedesco dabei auf die italienische Violintradition des 17. und 18. Jahrhunderts zurück, entsprechend üppig und virtuos ist der Solopart dieses durch und durch lyrischen Werks gestaltet. Gespielt wird er in dieser Aufnahme von Tianwa Yang. Die 1987 geborene Musikerin ist eine brillante Technikerin und hochmusikalische Solistin, die Castelnuovo-Tedescos selten gespielte Konzerte ungemein tonschön, mit Biss aber auch mit großem melodischem Atem zum Leben erweckt. Tianwa Yang wird mit Sicherheit ihren Platz unter den großen Geigern unserer Zeit finden. © 2015 Bayerischer Rundfunk (Bavarian Radio)



Dr. Ingobert Waltenberger
Online Merker, May 2015

Hand aufs Herz: Wer kennt schon italienische Instrumental- und Orchestermusik abseits von Vivaldi, Paganini, oder später Respighi? Sehen Sie, ich kenne zwar ein paar weitere Namen der Generation Castelnouvo- Tedescos, wie Busoni, Martucci, Pizzetti, Casella oder Malipiero, aber nicht deren Werke. Nun legt also NAXOS nach den Einspielungen der Shakespeare Ouvertüren und des ersten Klavierkonzerts dieser florentinischen Nachtigall die beiden Violinkonzerte in einer mustergültigen Aufnahme aus dem SWR mit der talentierten chinesischen Virtuosin und Echo Preisträgerin Tianwa Yang vor. Beim Concerto Italiano Op. 31 handelt es sich gar um eine Weltersteinspielung.

Die Musik des Castelnouvo-Tedesco ist ein wahrer Ohrenschmaus. Kulinarisch strömt diese romantisch-mediterrane Musik (komponiert 1924 und 1931) beinahe wie Filmmusik ins Wohnzimmer. Dass der Komponist sich dabei eher an den Meistern des 17. und 18. Jahrhunderts orientiert, als an experimentelleren Komponisten des 20. Jahrhunderts (wie etwa Karol Szymanovski), bezeugt nur die reiche Palette des musikalischen Schaffens der Zwischenkriegszeit. Castelnuovo-Tedesco, der selbst Pianist war und auch sechs Opern komponierte, ereilte als jüdischer Künstler das schreckliche Schicksal des Ausgestoßenwerdens und des Exils. Mit dem Aufkeimen des Faschismus verschwanden Castelnouvo-Tedescos damals verständlicherweise sehr beliebte Werke von den Konzert-und Radioprogrammen in Italien. Im kalifornischen Exil arbeitet der italienische Meister ab 1940 an über 250 Filmmusiken mit, auch nach Kriegsende riss der Schaffensfaden nicht.

Die hier nun vorliegenden Violinkonzerte sind voller Lyrismen, ungestümem Schwung in liedhafter Textur, gepaart mit einem virtuos bis leichtgängigen, fast schon verspielt-verträumt zu nennenden Solopart. Die Kadenzen werden von der auf einer „Guarneri de Gesu“ spielenden Tianwa Yang, die schon mit 13 Jahren die 24 Capricen von Paganini auf CD einspielte, höchst geschmackvoll ausgekostet und prächtig leuchtend serviert. Der in Frankreich lebende, junge niederländische Dirigent Pieter-Jelle de Boer, begleitet mit dem SWR Sinfonieorchester Baden Baden und Freiburg jugendlich voller Elan und Tempo, immer auf Augenhöhe mit der lebensfrohen Musik und als sensibler Begleiter der chinesischen Solistin.

Eine erfreuliche Entdeckung für Liebhaber spätromantischer Konzertliteratur. © 2015 Der Neue Merker



Arnt Cobbers
Klassik Newsletter, May 2015

1940, mit 47 Jahren, kam der Italiener Mario Castelnuovo-Tedesco nach Hollywood, wo er bis zu seinem Tod 1968 neben Opern, Orchesterwerken, Kammermusik und Gitarrenmusik angeblich an rund 250 Filmmusiken beteiligt war und als Professor am Konservatorium u.a. John Williams, André Previn und Henry Mancini unterrichtete. Dass der unglaublich produktive Mann auch ein guter Komponist war, zeigen die beiden Violinkonzerte, die die in Deutschland lebende Geigerin Tianwa Yang und das SWR-Orchester hier vorstellen: Das erste von 1926 erscheint hier sogar erstmals auf CD, das zweite haben Jascha Heifetz und Toscanini 1933 uraufgeführt. Es sind spätromantisch blühende, melodieselige Werke voller Emotionen—von Solistin und Orchester mit virtuoser und angenehm kontrollierter Hingabe gespielt. © 2015 Klassik Newsletter




Andreas Falentin
Concerti, April 2015

Das hier erstmals eingespielte Concerto Italiano von 1924 war Castelnuovo-Tedescos erster ernsthafter Versuch auf dem Gebiet der Sinfonik. Der Kopfsatz erinnert in seiner von der Trompete angeführten Bläsergrundierung noch an Ottorino Respighis Programmmusik. Schon hier fasziniert Tianwa Yangs schlanker, unaffektierter Geigenton. Im Arioso lässt sie ihre Guarneri dann förmlich singen, und auch den virtuosen Anforderungen des befremdlich disparaten dritten Satzes zeigt sie sich mühelos gewachsen. Die CD wird vervollständigt durch das viel konventionellere zweite Violinkonzert. © 2015 Concerti



Heinz Gelking
image hifi, April 2015

Der italienische Faschismus vertrieb Mario Castelnuovo-Tedesco nach Amerika, wo er die Musik zu 200 Filmen schrieb. Auch manche vor der Emigration entstandenen Werke haben eine Süffigkeit und Expressivität, die Hollywood entgegen zu streben scheint. Tianwa Yang hat das Concerto Italiano von 1924 und das Violinkonzert Nr. 2 “I Profeti” von 1931 mit dem SWR Sinfonieorchester unter der Leitung von Pieter-Jelle de Boer aufgenommen. Trotz des erzählerischen Tons im zweiten, in jeder Hinsicht größeren Werk muss man hinter den Namen alttestamentarischer Propheten in den Satzbezeichnungen nicht gleich ein Programm suchen. Manche Bezüge drängen sich freilich auf: Jeremia hat als Prophet den Untergang von Jerusalem beweint, ein bekanntes Motiv auch aus der Malerei. Hier hebt der nach ihm benannte Satz mit einem Klagegesang der Solovioline an. Das Spiel von Tianwa Yang hat enorme Intensität und stupendes technisches Niveau, aber auch Geschmack: Solistin und Orchester verfallen nicht in hemmungsloses Schwelgen; Ausdruck verbindet sich mit Konzentration. Umso wirkungsvoller gelingt dieses Plädoyer für ein Violinkonzert, das seit Jascha Heifetz 1954 niemand mehr aufgenommen hatte. © 2015 image hifi




kulturradio vom rbb, March 2015

Tianwa Yang, die im vergangenen Jahr sowohl mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik wie auch mit dem Nachwuchs-„Echo“ ausgezeichnet wurde, spielt beide Konzerte mit großem, erzähl freudigem, niemals süßlichem oder gar kitschigem Ton. Dieser Ton zeichnet ganz im Gegenteil durch eine leicht zwirbelnde Schwingung, ein asiatisch anmutendes Vibrato aus, wie man es von chinesischen Saiteninstrumenten wie der Erhu her kennt. Wenn man so will: ein leichter Ingwer-Ton, den man für einen Fremdkörper halten könnte, zumal er aus einer Volksmusiktradition kommt, die der unsrigen diametral entgegengesetzt ist. Was an der unmittelbar überzeugenden gestalterischen und technischen Souveränität der Solistin indes nicht das mindeste ändert. © 2015 Kulturradio





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