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Remy Franck
Pizzicato, November 2013

Shostakovichs Vierte Symphonie entstand in den Jahren 1934-1936 und zum großen Teil nach dem verhängnisvollen Artikel, in dem die Prawda den Komponisten mit dem Artikel ‘Chaos statt Musik’ gedemütigt hatte. Die Musik, die zwischen Aggressivität, Schmerz und aufmüpfiger Ironie hin und her pendelt, ist eines der ergreifendsten musikalischen Selbstbildnisse der Musikliteratur. Es ist die musikalische Umsetzung stalinistischen Terrors, es ist der Stimmungswechsel zwischen Barbarei, verletzter Intimität und Resignation. Er zeigt uns Menschen, die sich ducken, Menschen, die zittern, Menschen, die nur noch Maschinenteile sind in einem Räderwerk kommunistischer Diktatur, Menschen, die in kleinsten Freiräumen ihr letztes Stück Ich verteidigen. Es ist ein nervöser und in Angst konzipierter Zeitbericht.

Die Vierte ist aber auch ein sehr komplexes, detailreiches einstündiges Werk, das vom Zuhörer und von den Interpreten viel Konzentration verlangt.

Ohne die Tiefe von Referenzversionen wie jenen von Kitajenko und Barschai zu erreichen, setzt Vasily Petrenko das alles an der Spitze seines wie immer hervorragenden Liverpooler Orchesters mit großer dynamische Bandbreite zwischen zart-klagenden Klängen und wuchtig-bedrohlicher Motorik ausdrucks- und spannungsvoll um. © Pizzicato





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