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Album Reviews



 
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ouverture - Das Klassik-Blog, November 2015

Und da wir gerade bei Carl Czerny (1791 bis 1857) waren—auch einige Klaviervariationen des Beethoven-Schülers sind jüngst erschienen, in Weltersteinspielungen bei Naxos. Dass diese Werke bislang in Aufnahmen nicht erhältlich waren, wird nicht verwundern, denn Czerny gilt als Vielschreiber, der sein Genie dem schnöden Mammon verkauft hat: „Hrn. Czerny kann man nicht einholen, mit aller kritischen Schnelligkeit“, giftete einst Robert Schumann in seiner Neuen Zeitschrift für Musik. „Hätte ich Feinde, nichts als solche Musik gäbʼ ich ihnen zu hören, sie zu vernichten.“

Schumann, der eigentlich selbst Pianist werden wollte, aber dann diese Pläne aufgeben musste, weil er die notwendige Fingerfertigkeit eben nicht erlangen konnte, warf Czerny vor, dass es seiner Musik an Poesie mangele. Dieses Urteil schrieben spätere Generationen ungeprüft fort—und so erfolgt derzeit, durch die Initiative einiger Musikwissenschaftler, erstmals eine Sichtung und Neubewertung seines umfangreichen Werkes.

Selbst dort, wo Czerny für seine Verleger populäre Melodien in gefällige Arrangements gebracht hat—die er selbst nicht als ernstzunehmende Werke ansah—muss man aber seine Brillanz bewundern. Vier Beispiele dafür, wie der Komponist Themen aus aktuellen Opern in Virtuosenmusik umgesetzt hat, stellt die australische Pianistin Rosemary Tuck auf dieser CD gemeinsam mit dem English Chamber Orchestra vor. Es dirigiert Richard Bonynge, ein ausgewiesener Opernfachmann.

Zu hören sind Variationen auf der Grundlage von Melodien aus den Opern Norma und Il Pirata von Vincenco Bellini, aus Aubers Fra Diavolo und aus Gli Arabi nelle Gallie von Giovanni Pacini. Czerny nutzt die Themen, die damals dem Publikum vertraut waren, eher als Vorwand, um ein aberwitziges Feuerwerk an Figurationen zu zünden. Tuck macht deutlich, dass man an diesen Stücken, die eher zur Demonstration von Virtuosität als zum ausdrucksstarken Zusammenspiel entstanden sind, durchaus sein Vergnügen haben kann. Natürlich sind es Zirkusnummern—aber es ist Artistik auf höchstem Niveau, der man den Respekt nicht versagen kann. Bravi! © 2015 ouverture - Das Klassik-Blog



Michael Kube
neue musikzeitung, September 2015

Fast scheint es so, als habe die Musikgeschichte plötzlich ihr schlechtes Gewissen entdeckt. Denn so viel Czerny wie in den letzten Jahren gab es noch nie auf Ton­träger. Nach Sinfonien, Klaviersonaten und neuerdings auch Streichquartetten sind es nun virtuose Variationen für Klavier und Orchester aus den Jahren 1828 bis 1833—Werke, die man einst ästhetisch geißelte, für die in der vorliegenden Einspielung aber eine Lanze gebrochen wird. Dies gelingt mit spielerischer Ge­lassenheit, ordnender Präzision und verhaltenem Witz. Eine dankbare Aufgabe für den alternden Belcanto-Spezialisten Bonynge, der hier nochmals sicher den Stab führt. © 2015 neue musikzeitung



Rolf Fath
Opera Lounge, April 2015

[Richard Bonynge] erinnert eine andere Naxos-Aufnahme (8.573254), auf der er Bearbeitungen für Klavier und Orchester nach Motiven aus Norma, Frau Diavolo, Pacinis Gli Arabi nelle Gallie und der von Rubini in Il Pirata eingelegten Arie “Tu vedrai la ventura” dirigiert,die Carl Czerny mit feinem Geschäftsinn kurz nach den jeweiligen Uraufführungen auf den Mark gebracht hatte. Die im Dezember 2013 in London mit der australischen Pianistin Rosemary Tuck und dem English Chamber Orchestra entstandene Aufnahme der vier umfangreichen Variationswerke zeigt, welche hurtige Brillanz die Komponisten der Zeit darauf verwandten, die Zugstücke der Epoche einem breiteren Publikum in glänzendem Licht zu präsentieren. Das hört man doch gerne nochmals. © 2015 Opera Lounge





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