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Album Reviews



 
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Remy Franck
Pizzicato, July 2016

Diese CD beginnt mit einem Schock: wer das Intermezzo aus ‘Goyescas’ mit den Streichern der Berliner Philharmoniker unter Karajan im Ohr hat, wird sich mit dem etwas rauen Klang aus Barcelona schwer tun. In den beiden folgenden Tänzen ist das Orchester keinen solchen Gefahren ausgesetzt und bringt die Musik in schwungvoll-farbiger Art zu Gehör.

‘La nit del mort’ (Nacht des Toten) entstand 1897 und ist für Tenor, Chor und großes Orchester komponiert. Granados bezeichnete das Werk als Tondichtung der Trostlosigkeit. Doch obwohl es ruhig und verhalten beginnt, entwickelt es sich dramatisch und zeigt in einer zum Teil sogar bombastischen Musik Einflüsse der Franzosen, aber auch von Wagner. Die Aufführung wird dem Werk gerecht, und der Tenor Jesús Álvarez Carrión ist eine zuverlässige Besetzung.

Die gut halbstündige Tondichtung ‘Dante’ ist ein düsteres und für einen Spanier eher untypisches Werk, das nicht ohne Grund mit Musik von Edward Elgar verglichen wurde. Aber auch Anklänge an Liszt und Wagner sind nicht zu überhören.

‘Dante’ bezieht sich auf zwei Episoden der ‘Göttlichen Komödie’, ‘Dante e Virgilio’ und ‘Paolo e Francesca’. Der erste Teil ist rein symphonisch, während der zweite Teil, wo ein Mezzosopran singt, einer Konzertarie ähnelt, die Gemma Coma-Alabert akkurat singt. Das Orchester spielt mit viel Elan, und am Ende hat der Hörer den Anfangsschock mehr als überwunden. Es bleibt von der CD ein überaus positiver Eindruck. © 2016 Pizzicato



Ihr Opernratgeber (Herausgeber: Sven Godenrath), July 2016

Herrlich, dieses spanische ‚Flair‘ das diese Musik prägt. Pointiert und spannungsgeladen geht es mit einem virtuosen Klangbild zur Sache. Bei Titel 3 (Danza gitana) begeistern die rasanten Tempi, die zudem ungemein differenziert umgesetzt werden. Wunderbar, wie ausdrucksstark und gefühlvoll der Tenor Jesus Alvarez Carrion mit seinem helltimbrierten Tenor im ersten Teil des Werkes agiert, gefolgt von einer grandiosen Chorpassage—einfach ergreifend gesungen. Die Mezzosopranistin Gemma Coma Alabert steht dem mit ihrer warmen einschmeichelnden Stimme, die im zweiten Teil (Paolo e Francesca) besonders gut zum Tragen kommt, in nichts nach. Das Barcelona Symphonie Orchestra unter der Leitung von Pablo Gonzales bereitet einen grandiosen Klangteppich aus. Eine CD, von der man gar nicht genug bekommen kann. © 2016 Ihr Opernratgeber (Herausgeber: Sven Godenrath)



Dr. Ingobert Waltenberger
Online Merker, June 2016

Granados dürfte dem Publikum eher durch seine typisch spanischem Lokalkolorit geschuldeten Klavierkompositionen bzw. Lieder und deren prominente Interpretinnen Monserrat Caballé, Teresa Berganza oder Victoria de los Angeles bekannt sein. Zum 100. Todestag im März 2016 hat sich NAXOS der Instrumentalwerke angenommen. Mit den vereinten Kräften des Orquestra Simfónica de Barcelona i Nacional de Catalyuna unter dem Dirigenten Pablo Gonzáles hält man nun bei Vol. 2 mit drei Weltersteinspielungen. Neben dem berühmten Intermezzo aus der Oper Goyescas und dem ausladenden Tondichtung „Dante“ hat González die „Danza de los ojos verdes“ und „Danza gitana“ sowie „La nit del mort“ aus 1987 für Tenor, Chor und großes Orchester.

Von Interesse sind vor allem die beiden großen Kompositionen La nit del mort und Dante. Die Tänze sind ganz spanische Folklore und damit schön anzuhören, für alle, die das mögen, Meisterwerke sind das nicht. Im symphonischen Poem La nit del mort, versuchte sich der katalanische Komponist an internationalen musikalischen Strömungen. Beeinflusst von Debussy und César Franck, gerät diese „Nacht eines toten Mannes“ zu einem düsteren Gedicht der Verzweiflung eines in der Schlacht gefallenen jungen Mannes, der aus dem Grab sein letztes Lied an seine Geliebte singt. González trifft mit seinem sehr gut disponierten Orchester den spätromantischen Ton, der Tenor Jesús Àlvarez Carrión schickt leider einen gar rauhen Jenseitsgruß. Von der Kompositionsrelevanz her gefällt mir dieses Werk vom ganzen Album am besten.

In Dante hat Granados zwei Teile vollendet (Dante e Virgilio und Paolo e Francesca), von den ursprünglich geplanten vier Sätzen sind darüber hinaus nur noch Skizzen zum dritten Teil „La laguna Estigia“ erhalten. Das Werk kommt ganz ohne spanische Elemente aus, folgt vielmehr in großen Teilen einer üppigen Tristan Chromatik. In dieser Fassung der „göttlichen Komödie“ wabert und lodert es ganz freislich durch die Orchesterfluten. Das ist für alle Freunde spätromantischen Überschwangs durchaus beeindruckend zu hören, nach einer originären eigenen Pranke wird man da vergeblich suchen. Den Abschluss des zweiten Satzes bildet ein ausladender Liebesgesang der Francesca für Mezzosopran (Gemma Coma-Alabert). Die aufnahmetechnisch exzellente CD fügt sich in das kluge NAXOS-Gesamtkonzept der Erarbeitung wesentlicher Raritäten (ob sie einem nun alle gefallen oder nicht), die bisher von der Musikindustrie vernachlässigt worden waren. In diesem Sinne dürfte diese CD viel Begeisterung auslösen. © 2016 Der Neue Merker





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