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Reto Müller
Deutsche Rossini Gesellschaft, September 2015

Mit der siebten Ausgabe (und der neunten CD—die Vol. 1 und 4 enthal­ten je 2 CDs) vollendet Marangoni eigentlich seinen rossinischen Klavier­zyklus: Es sind die vier noch fehlenden Stücke aus dem Album der „Miscellanée pour piano“—darunter die berühmte Petite Caprice (Style Offenbach)—eingespielt, sowie La Vénitienne: Canzonetta, die auf der letzten CD fehlte. Außerdem kommt noch ein unveröffentlichtes Album­blatt hinzu, ein Andantino Mosso, datiert „Passy, 18 Sett.bre 1858“. Stücke wie das Prélude blagueur zeigen, wie brillant Marangoni sein Metier inzwischen beherrscht—nie konnte man bei einem Pianisten seine technische und ausdrucksmäßige Entwicklung besser nachverfolgen als in diesen sieben Folgen, die zwischen 2006 und 2013 entstanden sind.

Aber das rossinische Abenteuer soll weitergehen: inzwischen wurde bei Naxos entschieden, nicht nur die Klavierstücke solo, sondern alle „Alterssünden“ und vielleicht überhaupt die Kammer­musik Rossinis einzuspielen.

Hier sind alle Quartette und kleinen Chöre der diversen Alterssünden-Alben eingespielt. Viele davon wurden seinerzeit von Guido Johannes Joerg im Carus-Verlag herausgegeben und vom Südfunkchor auf einer CD veröffentlicht. Wenn die bekannten Stücke wie I gondolieri oder La passeggiata in der neuen Aufnahme weniger perfekt klingen, muss man berücksichtigen, dass sie hier vom „Ars Cantica Choir and Consort“ (Leitung Marco Berrini) als richtige Solistenquartette und nicht chorisch aufgenommen wurden—die einzelnen Stimmen sind so viel stärker exponiert, und Intonationsprobleme wie beim ersten Sopransolo in den Gondolieri fallen natürlich auf. In positiver Hinsicht auffallend sind aber vor allem Herausarbeitungen von Effekten, wie das hastiger werdende „il piè moviam“, wenn in der Passeggiata das Gewitter aufzieht, oder die komischen Laute, die die Kastraten im Canone perpetuo per quattro soprani von sich geben.

Im Chant de Titans wird die Klavierbegleitung für die Bässe im Unisono durch das Harmonium (Sabino Manzo) ergänzt, das so der Erstürmung des Olymps durch die Titanen das passende Grollen verleiht.

Unter den Stücken befinden sich einige, in denen das Klavier gar keinen Part mehr hat, nämlich der Chœur des Chasseurs démocrates (nur Tamtam und zwei Trommeln: Marco Olivero), der Chant funèbre à Meyerbeer (nur Trommelwirbel), das Ave Maria (nur Orgel, die aber von Maran­goni gespielt wird), und die A-cappella-Chöre Toast pour le Nouvel an, Cantemus, Il candore in fuga, Vive l’Empereur, Brindisi, Preghiera.

Eingespielt ist hier auch—zum ersten Mal, wenn ich es richtig sehe—Le Départ des promis. Tyrolienne sentimental für 2 Soprane und 2 Contralte, ein herrliches Stück, das in seinem Refrain einen Jodler nachahmt.

Eine Ersteinspielung ist auch La notte del Santo Natale, die in dieser ursprünglichen Fassung eigentlich nicht in das „Album français“ gehört, dem sie hier zugeordnet ist. Aber so hört man das Stück in einer etwas anders eingerichteten als der „bekannten“ Begleitung durch Klavier und Harmonium (das auf gelungene Weise die Zampogne der Hirten nachahmt) und im idiomatischen Italienisch der Sänger, die ansonsten ein Italo-Französisch bieten, das der Sprache Voltaires nicht gerade gerecht wird.

Die Liedtexte stammen weitgehend von Rossinis „Hausdichter“ Émilien Pacini (der freilich nicht, wie Keith Anderson in seinem Einführungstext behauptet, der Sohn des Komponisten Giovanni, sondern des Musikers und Verlegers Antonio Pacini war) und können bei Naxos online herunter­geladen werden.

Neben den bereits erwähnten Stücken ergeben noch die Klavierstücke Des tritons s’il vous plait und Petite pensée sowie die Motette „Salve, o vergine Maria“ die 22 Nummern dieser ausgespro­chen abwechslungsreichen CD, die einige der ausgefallensten Piecen des alten Rossini enthält—ein Muss für diejenigen, die sein Schaffen in allen Facetten kennen wollen—und dazu noch so ausge­zeichnet musiziert! © 2015 Deutsche Rossini Gesellschaft





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