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Album Reviews



 
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Rolf Fath
Opera Lounge, May 2015

Der 1938 im damals polnischen Lemberg geborene Myroslav Skoryk wuchs in Sibirien auf, wohin seine Familie deportiert worden war, studierte in Lemberg, erhielt seinen letzten musikalischen Feinschliff am Moskauer Konservatorium bei Kabalewski, wirkte ab 1966 an den Konservatorien seiner Geburtsstadt sowie in Kiew und ließ sich 1996 in Australien nieder, wohin sein älterer Bruder bereits Ende des Zweiten Weltkriegs ausgewandert war. Seine Großtante war übrigens Solomiya Krushelnytska bzw. Saloméa Kruszelnicka, die u. a. 1904 die Chio-Cio-San in der endgültigen Fassung von Puccinis Madama Butterfly kreierte, und eine sehr bemerkenswerte Karriere vor allem in Italien (beispielsweise an der Scala als Salome unter Toscanini) und Südamerika hatte. 1939 kehrte sie in ihre Geburtsstadt zurück, deren Opernhaus heute nach ihr benannt ist und wo das Heim, in dem sie bis zu ihrem Tod 1952 wohnte und lehrte, als kleines Museum zugänglich ist. Das sollte man sich bei einem Besuch in Lemberg nicht entgehen lassen. Die beiden alten Damen, die sich über jeden Besucher freuen, legen auch gerne “Un bel di vedremo” auf.

Die Musik des Großneffen ist allerdings ganz anders als die Opern, welche Salomea sang. Leicht folkloristisch angehaucht, wie sein Karpathisches Konzert für großes Orchester von 1972, ist Skoryks Musik nicht frei von einer vordergründigen und sowjetisch geprägten knalligen Moderne. Doch im 7. Violinkonzert und im Cellokonzert, die in der 2013 in Odessa entstandenen Naxos-Einspielung mit dem 1937 gegründeten Odessa Philharmonic Orchestra unter Hobart Earle von den Solisten Nazary Pilatyuk und Valery Kazakov interpretiert werden, zeigt er sich als sensibler und technisch versierter Neoklassiker. Anders dagegen die witzige und schwungvolle Caprice 19 aus den 24 Paganini Caprices, ein Beispiel für den jazzigen Skoryk, der in solchen Passagen einem Schostakowitsch in nichts nachsteht. Der in Venezuela geborene Amerikaner Earle hat das Odessa Philharmonc Orchestra, seit er 1991 dessen Leitung übernahm, zu einem respektablen, dunkel und schwer timbrierten, klangreichen Orchester geformt, welches dieser zwischen Spätromantik, Folklore und Moderne pendelnden Musik einen fundierten Rahmen gibt. © 2015 Opera Lounge




Remy Franck
Pizzicato, October 2014

Der 1938 geborene ukrainische Komponist Myroslav Skoryk wird auf dieser CD mit gleich acht eher kurzen Werken vorgestellt. Zwei nostalgische Kompositionen, ‘Kindheit’ und ‘Dyptich’, leiten das Programm ein. Die Orchestertranskription von Paganinis Caprice Nr. 19 ist von sprühendem Humor und eine gute Einleitung zu dem mit grotesken Klängen beginnenden, virtuosen Violinkonzert. Eine lyrische ‘Melodie’ führt zu dem sehr verinnerlichten Cellokonzert mit vielen dunklen Tönen. Es folgen ein von zarten bis zu kräftigeren Tönen sich entwickelnder ‘Spanischer Tanz’ und danach das reizvolle, in der Volksmusik wurzelnde Karpatenkonzert mit seinen schwungvollen Rhythmen.

Gute Interpretationen und ein angenehm räumlicher Klang machen aus dieser CD eine angenehme Entdeckung. © 2014 Pizzicato





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