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Album Reviews



 
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Dr. Eberhard Kneipel
Thüringen Kulturspiegel, August 2015

Georges Bizet—das ist zu allererst „Carmen“. Jene Oper, die krachend durchfiel und dann Weltruhm erlangte, die zur meistgespielten wurde und zem Aushängeschild des französischen Komponisten auch, der 37-jährig starb.

Als orchesterkomponist blieb Bizet weitgehend unbekannt—nur auf die effektvolle Jugendsinfonie C-Dur und die bilderreichen „L’Arsiénne-Suiten“ trifft man hin und wieder. Nun schaffen brillante neue Einspielungen Abhilfe:

Das Nationale Sinfonieorchester Irlands unter Jean-Luc Tingaud komplettiert unser Bizet-Bild konturenscharf, farbig und opulent. Da ist das erste Orchesterstück zu hören, das der Siebzehnjährige noch vor der Verleihung des Rom-Preises komponiert hat—die Ouvertüre in A.

Da beeindrucken ein grandioser Trauermarsch und einige feine Miniaturen aus dem Jahr 1871, deren bekannteste die „Petite suite“ ist. Packend wirkt die Dramatische Ouvertüre „Patrie“, die 1873 nach dem preußisch-französischen Krieg entstanden ist: kein patriotisches Gedöns mit Hymne und Choral, sondern eine Musik voller Schwung, Leidenschaft, Stols und Großartigkeit. Und auch „Roma“ fasziniert, die zeite Sinfonie, die nue des Marketings wegen Suite hieß („leichte Kost“) und die Bizet jahrzehntelang in Atem hielt.

Die endgültige Version dieses stimmungs-, farben- und melodienreichen Werkes hat er nicht mehr hören können. Dem Hörer von heute aber bieten die beiden neuen Naxos-CDs einen zweifachen Reiz: wunderbare Entdeckungen und wunderbare Klang-Erlebnisse.

Und das ist einfach schön! © 2015 Thüringen Kulturspiegel



Arnt Cobbers
Klassik Newsletter, June 2015

Georges Bizet ist ein Phänomen: Carmen und die beiden Arlesienne-Suiten gehören zu den populärsten klassischen Musikwerken überhaupt, doch sein Schöpfer kommt kaum jemandem in den Sinn, wenn es um bedeutende Komponisten geht. Dass Bizet in seinen nur 37 Lebensjahren noch eine Menge mehr schöne Musik geschrieben hat, deutet die CD des irischen Rundfunksinfonieorchesters unter Jean-Luc Tingaud an: Die allesamt so gut wie unbekannten Stücke, von Bizets erster, mit 17 komponierter Ouvertüre in A bis zur Rom-Symphonie, zeigen den Pariser als erfindungsreichen, handwerklich versierten und mit theatralem Geschick begabten Komponisten eher leichter Musik. © 2015 Klassik Newsletter




Remy Frank
Pizzicato, May 2015

Georges Bizet hat in seinem kurzen Leben recht viel komponiert, aber die meisten Stücke sind kaum bekannt und fristen ihr Dasein im Schatten von ‘Carmen’ und ‘Arlésienne’. Mit Ausnahme der ‘Petite Suite’ mit ihren reizvoll-eingängigen Melodien werden auch die Kompositionen dieser CD nur selten aufgeführt. Das längste Werk ist die Symphonie ‘Roma’, deren Komposition- und Revisionsgeschichte so verworren ist, dass heute immer noch die skurrilsten Bezeichnungen für die Kompositionen zu finden sind. Dabei hat die Musikwissenschaft herausgefunden, dass Bizet das Werk durchaus als absolute Musik ansah und die Bezeichnung ‘fantaisie symphonique’, die bei der Uraufführung von nur drei Teilen der Komposition zu Lebzeiten Bizets verwendet wurde, nach der letzten Revision genau so wenig haltbar ist als es die Untertitel ‘Jagd’, Prozession’ und ‘Karneval’ sind.

Das alles kann uns nicht darüber hinweg sehen lassen, dass die Symphonie kein Meisterwerk ist und dennoch einen guten Eindruck hinterlässt, weil Jean-Luc Tingaud sie mit viel Frische und Eleganz gestaltet und sie von jedem Pathos befreit. Das gelingt nicht in der schrecklichen Ouvertüre ‘Patrie’, weil dieses Stück eben wirklich schlechte Musik ist, aber die ‘Marche funèbre’, die Ouvertüre und die ‘Petite Suite’ sind in sehr feinen, farbigen und spontanen Interpretationen zu hören. Unter dem Strich bleibt eine deutlich positive Bilanz, in der die Investition des Dirigenten und die darauf erfolgende Reaktion des Orchesters einen großen Anteil haben. © 2015 Pizzicato



Rolf Fath
Opera Lounge, May 2015

In der Dubliner National Concert Hall nahm sich das RTÉ National Symphony Orchester, also das Orchester der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt, das sich 1947 als sinfonisches Orchester aufgestellt hatte, unter Jean-Luc Tingaud einiger Werke von Bizet an, die innerhalb seines kompositorisch doch sehr schwankenden Oeuvres kaum zu seinen “Best of…” gehören. Ebenfalls in Dublin hatte Tingaud zuvor eine schöne Auswahl von Werken von Paul Dukas dirigiert, bei der auch das Orchester einen besseren Eindruck hinterließ; und ebenfalls bei Naxos war Tingaud als selbstbewusster Gestalter von Le siège de Corinthe aufgefallen. Am interessantesten auf dieser Sammlung von Bizets Orchesterwerken mit der umfangreichen, nämlich auf rund 30 Minuten aufgeplusterten Roma-Sinfonie ist die originelle und farbenfrohe Petite Suite op. 22, deren Delikatesse Tingaud sehr gut herausarbeitete. Die Petite Suite ist eine Orchestrierung von fünf Orchesterminiaturen aus der Sammlung Jeux d’ enfants für Klavier zu vier Händen, wobei der Marsch bereits den Aufzug der kleinen Soldaten in Carmen vorwegnimmt. Viele der anderen Stücke, darunter die Ouverture in A, Marche funèbre und die Ouvertüre Patrie, sind doch sehr lässlich. © 2015 Opera Lounge





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