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alte-musik-forum.de, October 2015

Auch die Cembalomusik des frühen 20. Jahrhunderts benötigt das für sie angemessene Instrument, um optimal zur Geltung zu kommen, und zwar das Modell, das die französische Firma Pleyel seit den 1920er Jahren auf Anregung von Wanda Landowska entwickelt hatte. Sie hat etliche ihr gewidmete Kompositionen auf einem solchen Modell uraufgeführt und es bis zu ihrem Tod gespielt. Es ist ein Cembalo nach damals modernsten Techniken des Klavierbau, also mit Gußrahmen, in höherer Stimmung auf modernem Stimmton. Die Hoffnungen auf grösseres Klangvolumen, um auch moderne, grössere Konzertsäle zu füllen, haben sich nicht erfüllt, und im Vergleich mit den damals wenigen noch spielbaren historischen Cembali war der Klang weniger schön. Trotzdem, für die damals entstandene Musik ist es das richtige Instrument: Versuche, die hier zu hörenden Werke auf historischen Cembali in historischen Stimmungen zu spielen, schlagen fehl, da der hohe Obertonreichtum die Musik “verstimmt” klingen lässt.

Christopher D. Lewis hat sich auf die Cembalomusik jener Zeit der Wiederentdeckung spezialisiert und liefert hier eine perfekte Darbietung, spielt rhythmisch klar mit grosser Zurückhaltung, was Agogik und Rubato betrifft—die Stücke eines Bohuslav Martinů würden anders unklar erscheinen. Das heute in San Francisco stehende Cembalo wurde in den 1930er Jahren für die Eaton Hall in Toronto gebaut, kürzlich einer gründlichen Restaurierung unterzogen und ist in perfektem Zustand, hat eine grosse Klarheit, die polyphone Strukturen sehr transparent klingen lässt, am ehesten noch mit den deutschen Cembali vergleichbar, eher grundtönig und gravitätisch, auch durch das 16' Register. Es ist perfekt für die von Bachs zweistimmigen Inventionen inspirierten Stücke eines Louis Durey , die hier erstmals eingespielt wurden, aber weit davon entfernt sind, neobarock zu wirken, sondern einen sehr persönlichen Schreibstil offenbaren, ebenso wie die an Lautenmusik von Claude Gervais angelehnte Suite von Francis Poulenc (der sein Concert champêtre für Landowska geschrieben hatte.

Diese Musik ist unentbehrlicher Teil der Geschichte der Wiederbelebung des Cembalo im 20. Jahrhundert, und hier auf dem dafür perfekten Instrument ausgezeichnet gespielt. Da die Aufnahmetechnik auf dem gleichen hohen Niveau spielt, kann man sich nur noch mehr von allen Beteiligten aus diesem Repertoire wünschen. © 2015 alte-musik-forum.de





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