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Album Reviews



 
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ouverture - Das Klassik-Blog, July 2016

Geradezu kriminalistische Fähigkeiten waren erforderlich, um die Musik zu rekonstruieren, die auf diesen beiden CD zu hören ist. Zwar war bereits eine Grande Messa da Requiem von Johann Simon Mayr (1763 bis 1845) bekannt; bei Archivrecherchen zeigte sich aber, dass es noch ein weiteres Requiem des Komponisten gegeben haben muss. „Dieses bislang in der Forschung nicht erwähnte Werk übertrifft das gedruckte im Umfang und in der Instrumentierung“, berichtet Franz Hauk im Beiheft. Die einzelnen Sätze fanden sich verstreut in den Beständen der Bibliotheca civica in Bergamo, wo Mayrs Nachlass aufbewahrt wird, sowie an anderen Standorten—mitunter in Form von Einzelstimmen. Mit Spürsinn, Beharrlichkeit und unter großen Mühen ist es gelungen, die Messe zu rekonstruieren und das Notenmaterial für eine Aufführung zu erstellen.

Das hat sich durchaus gelohnt, denn das „Requiem summum“, wie Hauk es nennt, erweist sich als ein überaus beeindruckendes Opus. Mit neun Sänger-Solisten, einem großen Chor und einem ebenso umfangreichen Orchester ist das Werk üppig besetzt. Zwei Sätze hat allerdings nicht Mayr, sondern Gaetano Donizetti (1797 bis 1848) komponiert. Er zeige „bereits in diesen frühen Werken eine eigenständige Handschrift, er kreiert Klangflächen, mit einfachen Mittel erreicht Mayrs Schüler grandiose Klangwir-kungen“, urteilt Hauk. „Mayr hat Donizettis Partiturvorlage in einigen Stimmen umgeschrieben und ,korrigiert’—ein Problem für Verfechter eines sogenannten ,Urtextes’. Wir musizieren Donizettis Musik in der Mayr-Version.“ Dieses Requiem vereint Wiener Frömmigkeit und italienischen Schmelz—grandiose Musik, von den Solisten und vom Simon Mayr Chor und Ensemble unter Franz Hauk sehr hörenswert präsentiert. © 2016 ouverture - Das Klassik-Blog





Gerhard Eckels
Opera Lounge, December 2015

Seit langem setzt sich Franz Hauk, Organist und Chorleiter in Ingolstadt, für die Musik des dort geborenen und seit 1802 in Bergamo wirkenden Simon Mayr (1763–1845) ein. 2013 hat er mit dem von ihm gegründeten Simon-Mayr-Chor und Ensemble in der Ingolstädter Asamkirche Maria de Victoria Mayrs Requiem aufgenommen; die Einspielung ist bei Naxos(8.573419-20, 2 CD) erschienen. Im mit knapp zwei Stunden Dauer recht umfangreichen „Requiem summum“, dessen Kompositionsgeschichte im Dunkeln liegt (so Franz Hauk in einem sehr instruktiven Artikel im Beiheft), wird die ganz eigene Musiksprache Mayrs anschaulich deutlich. In ihm verschmelzen „vermeintliche Anleihen oder Zitate“ (bei Haydn und seinem Schüler Donizetti) „jeweils kongenial“, indem Mayr „vermittelt zwischen differenzierter ‚deutscher‘ Instrumentierung und italienischer, aus der Oper geborgter Kantabilität, zwischen fugiertem Kirchenstil und ‚romantischen‘ Ausbrüchen“ (wieder Franz Hauk im Beiheft). Auffällig an der gelungenen Aufnahme sind die Klangausgewogenheit des Chors und das durchsichtige Musizieren des Orchesters. Von den neun durchweg jungen, gut anzuhörenden Solisten (z.B. das koloratur und verzierungsfreudige „Christe eleison“) gefallen besonders die norwegische Konzertsängerin Siri Karoline Thornhill mit blitzsauberem, in allen Lagen abgerundetem Sopran („Ingemisco“), die jeweils klarstimmigen Tenöre Markus Schäfer und Robert Sellier sowie der in „Tuba mirum“ machtvoll auftrumpfende und in „Oro supplex“ weich strömende Bariton von Martin Berner (begleitet von ausgezeichnetem Horn-Solo!). © 2015 Opera Lounge





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