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Album Reviews



 
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Arnt Cobbers
Klassik Newsletter, October 2015

Das beste Orchester Südamerikas, das Symphonieorchester São Paolo, spielt die Symphonien des größten Komponisten Brasiliens, Heitor Villa-Lobos, in neuen Urtextfassungen, dirigiert vom Herausgeber selbst, dem ehemaligen La-Fenice-Chefdirigenten Isaac Karabtchevsky. Die vierte Folge eignet sich besonders gut als Einstieg: Die zwölfte und letzte Symphonie aus dem Jahr 1957, ein leicht zugängliches Amalgam aus europäischer Tradition, Moderne und Exotik, wird gerahmt durch zwei farbenprächtige Ballettmusiken: das frühe Uirapuru (nach einem Vogel des Regenwaldes), das Villa-Lobos Diaghilevs Ballett Russes anbot, und das klanglich mit einem Chor angereicherte Mandu-çarará von 1940, benannt nach dem Gott des Tanzes. © 2015 Klassik Newsletter




Remy Franck
Pizzicato, June 2015

Dem Komponisten Heitor Villa-Lobos, Gründervater der brasilianischen Symphonik und eine der herausragenden Persönlichkeiten der Musikgeschichte, fehlte es nie an originellen und abwechslungsreichen musikalischen Einfällen. Davon zeugen die meisten seiner Werke.

Was er alles an Ideen in seine Tondichtung ‘Uirapuru’ über den gleichnamigen mythischen Dschungelvogel gepackt hat, ist phänomenal. Die dem Choreographen Serge Lifar gewidmete Komposition ist typisch für die schillernde Orchestersprache von Villa-Lobos und evoziert musikalisch den brasilianischen Dschungel und seine natürlichen Bewohner – Tiere und Indianer – mit einer beeindruckenden Fülle von Details.

Nicht weniger attraktiv ist die 1939 entstandene, profane Kantate ‘Mandu Sarara’, die auf eine Indianer-Legende zurückgeht. In dem spektakulären, vokal-symphonischen Werk geht es um ausgesetzte Kinder, die dem bösen Waldgeist ausgesetzt sind, ehe sie vom Gott des Tanzes, Mandu Sarara, aufgenommen werden und mit diesem ihre Rettung feiern.

Die 12. Symphonie (1957) ist ebenfalls ein Zeugnis ungewöhnlicher Schöpfungskraft. Der Hörer wird von der ungezügelten Kraft der musikalischen Einfälle wirklich mitgerissen.

Der heute 80-jährige Isaac Karabtchevsky, ein brasilianischer Dirigent russischer Abstammung, dirigiert voller Leidenschaft, und das Orchester erstrahlt in den schönsten Farben. Es gelingen ihm stimmungsvolle, spannungsgeladene und spieltechnisch gute Interpretationen. Das Klangbild ist sehr gut, räumlich und präsent. © 2015 Pizzicato



Crescendo (Germany), June 2015

Es war in Europa die Zeit von Stockhausen, Kagel, Messiaen und Boulez, als Heitor Villa-Lobos seine letzte Sinfonie, an seinem 70. Geburtstag 1957, vollendete. Doch die Referenz des brasilianischen Komponisten blieb in diesem Werk das „alte“ Europa des 18. und 19. Jahrhunderts; das Haydnsche Sonatenprinzip, die Musik Richard Wagners sowie die mancher französischer wie russischer Komponisten. Anders in Uirapuru, der Fantasie für Violoncello von 1917, die nach einem Vogel aus dem Amazonas-Regenwald oder einer mythologischen Figur aus der brasilianischen Folklore bennant wurde. Und in Mandu-çarará, einer weltlichen Kantate von 1939, die auf einer indianischen Legende basiert. Ein musik-polyglottes Programm also, das der „Global Player“ Isaac Karabtchevsky, der in seiner Heimat Brasilien wie in Österreich, Italien und Frankreich lange Zeit in wichtigen Funktionen wirkte, mit Emphase und Stilsicherheit vorträgt. © 2015 Crescendo (Germany)



Nils-Christian Engel
artistxite, May 2015

Im Deutschen trägt er den schönen Namen “Orpheuszaunkönig”—und wer den Gesang des Urwaldvogels Uirapuru (vulgo Cyphorhinus arada) hört, traut seinen Ohren kaum. Jahrzehnte vor Olivier Messiaen, der den Uirapuru in seinem 1964 enstandenen Werk “Et Exspecto Resurrectionem Mortuorum” zur Stimme der Auferstehung machte, lauschte schon der Brasilianer Heitor Villa-Lobos dem kleinen, bunten Sänger—und schuf nach seinem Thema eine weiträumige Ballettmusik. Es ist eine ausgezeichnete Entscheidung, mit dieser schönen Komposition ein Album zu eröffnen, das die letzte Symphonie von Villa-Lobos fokussiert, die Nr. 12 aus dem Jahr 1957. Denn “Uirapuru”, entstanden irgendwann zwischen 1917 und 1935, stellt die wichtige Frage, was an dieser Musik so brasilianisch ist—über den indigenen Mythos von Verwandlung und Tod hinaus, den Villa-Lobos musikalisch erzählt, und jenseits der effektvoll gesetzten Urwaldklänge und der folkloristischen Zuflüsse. Die Antwort, daran lässt die hochmoderne, klar und beziehungsreich gearbeitete Struktur dieser Musik keinen Zweifel, liegt nicht in der Provenienz der Elemente, aus denen sie gemacht wurde. Vielmehr definiert der kraftvolle, persönliche Stil von Villa-Lobos selbst, was moderne brasilianische Musik ist. Sollte “Uirapuru” an dieser Stelle als kleine musikalische Reflexion, als Einleitung gemeint sein—sie kommt dem Hören der 12. Symphonie anschließend sehr zugute. Unter der Leitung von Isaac Karabtchevsky, dem Herausgeber der neuen Urtext-Edition der Villa-Lobos-Symphonien, liefert das São Paulo Symphony Orchestra (OSESP) auf diesem Album frische Belege für seinen internationalen Rang. Mit intuitiver Geschmeidigkeit, Klarheit und Wärme feiert das Orchester das Fest des symphonischen Gedankens, als das man die Symphonie Nr. 12 zur Zeit ihrer Entstehung begreifen kann, sprühend vor Ideen, exzellent durchgearbeitet und bei alledem auf sympathische Weise anachronistisch. Eine gelungene Überraschung bietet Naxos in dieser vierten Veröffentlichung der Villa-Lobos-Reihe schließlich mit dem Choro “Mandu-Çarará”, gesungen von Chor und Kinderchor des OSESP. © 2015 artistxite





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