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Album Reviews



 
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Salvatore Pichireddu
artistxite, February 2016

“Manhattan Intermezzo” fasst vier Werke für Klavier und Orchester von Komponisten zusammen, die man (zumindest zum Großteil) nicht auf einem Album mit “klassischer Musik” erwarten würde und die (in der einen oder anderen Art) mit New York verbunden sind: Neil Sedakas “Manhattan Intermezzo”, “New World a-Comin’” von Duke Ellington, George Gershwins “Rhapsody In Blue” in der jazzigeren, längeren Originalfassung und das “Piano Concerto No. 1” von Keith Emerson. Sedaka, erfolgreicher Sänger und Songschreiber der frühen 60er Jahre, Emerson, virtuoser Keyboarder der Progrock-Supergroup derEmerson, Lake & Palmer und Ellington, einer der einflussreichsten Komponisten und Bandleader des Jazz nehmen alle (zumindest indirekt) Bezug auf Gershwin, dem (in New York der 20er Jahre) als ersten Komponisten ein Brückenbau zwischen populärer mit klassischer Musik gelang. Der Pianist Jeffrey Biegel und das Brown University Orchestra unter Paul Phillipsspielen die “klassischen” Kompositionen der vier Grenzgänger mit unüberhörbarer Spielfreude und einer gehörigen Portion Respekt. Gerade das zentrale Werk, Emersons Klavierkonzert, erweist sich als unterschätztes Schmuckstück. Seinerzeit (1977, bei der ersten und einzigen Einspielung auf dem Album “Works Vol. 1” durch Emerson selbst) von der Rockpresse als prätentiös und gleichzeitig zu konventionell gebrandmarkt, erweist es sich in dieser klareren und transparenteren Neuaufnahme als gelungene Hommage an Rachmaninov, Prokofiev, Stravinsky und Gershwin. Überhaupt schwebt Gershwins verbindender Geist über der gesamten Produktion, die insgesamt sehr unterhaltsam, aber alles andere als leichtgewichtig ist. © 2016 artistxite



Hans-Juergen Fink
KulturPort.De, February 2016

Viermal Klavier mit Orchester, Werke dreier amerikanischer Komponisten und eines Briten—und eine ungewöhnliche Zusammenstellung, die hübsche Entdeckungen ermöglicht. Zum Beispiel das titelgebende „Manhattan Intermezzo“ des Zeitgenossen Neil Sedaka, Jahrgang 1939, das Manhattans Multikulti-Gesellschaft zum Klingen bringt und den Spirit der Stadt einfängt—eine muntere melodische Reise von lateinamerikanischen, asiatischen, jüdischen, russischen Einflüssen bis hin zum Broadway. Der Brite Keith Emerson (Jahrgang 1944, „Emerson, Lake and Palmer“) steuert sein Klavierkonzert No.1 bei—er schrieb es in den frühen 1970ern, um in seinem Landhaus Abstand vom Tourneegeschäft zu gewinnen und um im 3. Satz seine Wut über dessen Untergang in einem Großfeuer zu verarbeiten. Das Konzert bewegt sich zwischen vitaler 12-Ton-Musik und tonalen Abschnitten von klassischer Anmutung. Von Duke Ellington, Jahrgang 1899, stammt „New World a-Comin’“, 1943 in New York komponiert und in Carnegie Hall uraufgeführt. In dem Stück entwirft Ellington eine neue, bessere Welt ohne Krieg, Gier und Diskriminierung. Uraufgeführt mit einer 15-köpfigen Jazzband wurde es später für Symphonieorchester arrangiert. Und dann darf natürlich Gershwins „Rhapsody in Blue“ aus dem Jahr 1924 nicht fehlen—das Vorbild für alle, die New York in Musik zu fassen versuchen, in einer restaurierten Fassung mit mehr als 50 zeitweilig gestrichenen Takten. Eine hörenswerte, zeitweise überraschende muntere kleine Sammlung, mit brillant gespielten Klaviersoloparts (Jeffrey Biegel) und einem eleganten swingenden Orchester unter Paul Philips. © 2016 KulturPort.De




Remy Franck
Pizzicato, February 2016

Ein richtiges New Yorker Programm präsentiert Jeffrey Biegel auf dieser CD, attraktiv wie die Weltstadt selbst. Das Programm beginnt mit einer farbigen Porträt Manhattans des amerikanischen Popsängers Neil Sedaka (*1939), der hier mit Ingredienzien aus der romantischen Klassikküche ein leckeres und opulentes Klanggericht zubereitet hat. Jeffrey Biegel und Paul Philips bewahren das Werk vor Verzuckerung, und so erklingt es frisch und mit Verve, auch vom Orchester der ‘Brown University’ aus Providence, Rhode Island, brillant gespielt.

Keith Emersons ‘Piano Concerto’ ist ein dreisätziges Stück, dessen Satzbezeichnungen es treffend beschreiben: Allegro giocoso, Andante molto cantabile und Toccata con fuoco. Jeffrey Biegel spielt die Komposition schwung—und kraftvoll, genau so brillant wie Duke Ellingtons ‘New World a-Comin’ im Arrangement von Maurice Peress.

Mit Gershwins ‘Rhapsody in Blue’ in der Originalfassung von Ferd Grofé ist das Stück in voller Länge zu hören und gibt Jeffrey Biegel die Gelegenheit, am Klavier zu brillieren, denn er hat diese Musik zweifellos im Blut. Dabei setzt er durchaus persönliche Akzente, die sich aber ganz natürlich in das Ganze einfügen. Das ‘Brown University Symphony Orchestra’ unter ‘Music Director’ Paul Phillips ist für Biegel ein zuverlässiger Begleiter, so dass sich diese CD jedem empfiehlt, der an dieser Musik Freude finden kann. © 2016 Pizzicato



Dr. Ingobert Waltenberger
Online Merker, January 2016

Unbeschwert und beschwingt genießen. Die auf der CD vereinten Kompositionen umschmeicheln das Ohr wie Frühlingssonne, ganz ohne eine Spur von kitschiger Konfektion aufzuweisen. Der großartige Pianist Jeffrey Biegel, der mit Zustimmung des Komponisten Neil Sedaka sogar Verschönerungen‘ am Klavierpart des „Manhatten Intermezzo“ vornehmen durfte, ist der ideale Interpret für die auf der CD aufgenommene Werke. Beste akustische Medizin ganz ohne Nebenwirkungen gegen Trübsal, musikalischer Ausdruck von Optimismus und Lebensfreude, wie er nur den Amerikanern zu Eigen ist. Wie gut tut das in Zeiten apokalyptischer Reiter und einer Welt, die ideologisch und ökonomisch immer weiter auseinanderdriftet. Und Hand aufs Herz: Welcher hart gesottenen Klassikfreund wünscht sich nicht einmal etwas Abwechslung von Musik, die von Liebesschmerz, Melancholie, Tod, seelisch-makabren Bekenntnissen, Racheengeln à la Elektra oder bluttriefenden Monstern wie Macbeth oder Salome erzählt.

Neben dem virtuosen Einleitungsstück (entstanden 2008) in Cinemascope-Klang, das der CD ihren Namen gab, enthält die CD noch das dreisätzige erste Klavierkonzert des britischen Komponisten Keith Emerson, Duke Ellingtons „New World a-Comin‘„ und die selten aufgeführte Originalversion von George Gershwins „Rhapsodie in Blue“. Begleitet wird Jeffrey Biegel vom Brown University Orchestra unter der animierten Leitung von Paul Phillips. Die Harms Publishing Company hat letzteres Stück, das nach seiner Premiere 1924 die Quintessenz der Roaring Twenties darstellte, anlässlich der Publikation um 50 Takte gekürzt. Jeffrey Biegel beruft sich hier auf die Fassung von Alicia Zizzo, die den Solopart des Klaviers so restaurierte, wie Gershwin ihn selbst immer (und zwar ungekürzt) spielte.

Stilistisch vereint die CD Musik, die Klassisches, Jazziges und Rock verbindet. Neben dem eher an Puccini erinnernden Manhattan Intermezzo, das für den Hörer eine vergnügliche Reise durch die musikalische Diversität Manhattens bereit hält, enthält die CD auch Wild-Ungestümes, wie etwa die Toccata con fuoco (3. Satz des Emersonschen Klavierkonzertes). Da klingt es schon mal wie eine Mischung aus Schostakovich und Bernsteins West Side Story. Wie sich überhaupt déjà entendu Erlebnisse aus der Musikgeschichte bei den ersten zwei Stücken nicht selten einstellen: Da glaubt man so manches so oder so ähnlich schon mal bei Holst (Die Planeten), im Kino oder wo sonst auch immer gehört zu haben. „Honni soit, qui mal y pense“.

Pures Glück stellen auch die Aufnahmen der beiden Klassiker von Duke Ellington (uraufgeführt 1943) und George Gershwin dar. Höchste Eleganz im Vortrag, der richtige Swing, virtuose Solisten (zu Jeffrey Biegel gesellt sich Benjamin Wesner auf der Klarinette), ein prächtiges Orchester sorgen dafür, dass die Botschaft von Duke Ellington für seine ,Neue Welt‘ auch wirklich verstanden wird: „I visualized this new world as a place in the distant future, where there would be no war, no greed, no categorization, no non-believers, where love was unconditional, and no pronoun was good enough for God“. Die Rhapsody in Blue, orchestriert von Ferde Grofé, macht Lust, ins Flugzeug zu steigen und wieder einmal in einen der unvergleichlichen Jazz-Clubs in Manhatten oder auch in Chicago zu gehen. Bis dahin leistet diese gelungene CD aber auch beste Dienste. © 2016 Der Neue Merker





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