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Album Reviews



 
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Michael Kube
Fono Forum, July 2016

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Dr. Ingobert Waltenberger
Online Merker, May 2016

Wie Brahms, Dohnányi, Kalman oder Jacobi war Leo Weiner Schüler von János Koessler in Budapest. Er wiederum war selbst für ein halbes Jahrhundert einer der bedeutendsten Musikpädagogen in Ungarn und lehrte Hunderschaften an Musikern Kammermusik, verfasste Bücher über Musiktheorie und analyse und komponierte selber herrlichste (tonale) Musik, wie anhand der vorliegenden Neueinspielung leicht nachzuvollziehen ist.

Das neue Album, das von der Dirigentin Valéria Csányi und dem Budapest Symphony Orchestra auf das trefflichste vorbereitet und realisiert wurde, enthält die Weltersteinspielung der Ballade für Klarinette und Orchester Op. 28 in der Version für Viola und Orchester sowie die Einspielung der gesamten Partitur des 1959 uraufgeführten Balletts „Csongor und Tünde“. Ein echter Instrumentierungskünstler dieser Leo Weiner. Da rauscht und flötet es, da gleißt und glitzert es im elegantesten harmonischen Kleide, hie und da lugt ungarische Folkore schüchtern durch die Spitze, um rasch wieder einem breiteren impressionistischen Fresko Raum zu bieten. Die 1908 verfasste Ballade Op. 8 hat Weiner 1949 revidiert und alle Holzbläser eingefügt. Diese farbigere, differenzierter und üppiger klingende Version ist auch Basis der vorliegenden Einspielung mit dem musikantischen Máté Suzücs als Solisten.

Das Ballett Csondor und Tünde, opus magnum Leo Weiners, erzählt die Liebesgeschichte des Prinzen Csondor und der Märchenfee Tünde. Da gibt es Schleier und Mäntel, die sichtbar oder unsichtbar machen und die böse Hexe Mirigy , die den Prinzen verflucht. Balga, ein Bauernbub, sucht auch seine Liebe Ilma und wird vom Prinzen Csongor kurzerhand als Diener engagiert. Nur hat die Hexe auch eine Tochter (Ledér) und will sie mittels des Zauberschleiers an den Prinzen verkuppeln. Also tauchen wir ein ins Königreich der Nacht und in die Höhle der Hexe. Aber auch ein Hexensabbath kann nichts bewirken, um wahre Liebe zu zerstören. Csondor fasst den Schleier, entzaubert will Tünde nichts anders als normale irdische Liebe, der Diener Balga und seine Ilma stimmen dem voll zu. Happy End! Die Musik dazu ist großartig, klingt wie ein wohldressierter Strawinsky mit ungarischem Paprika, und veranschaulicht lautmalerisch eindringlich das magische und auch profane Treiben. Und wieder darf man über den lyrisch-melodischen Erfindungsreichtum und die gekonnte Orchestrierung nur staunen. Ich möchte der engagierten Dirigentin und Fürsprecherin der Musik Leo Weiners nur wünschen, das ihre Hoffnung nach einer Rückkehr dieses Balletts auf die Bühne auch mit Hilfe dieser exzellenten Aufnahme tatsächlich in Erfüllung geht. © 2016 Der Neue Merker



Dagmar Munck
SWR2 Radio, March 2016

1913 hatte Leo Weiner den Auftrag, für den Klassiker der ungarischen Literatur, für Vörösmartys 1830 verfasstes dramatisches Gedicht „Csongor und Tünde“, eine neue Schauspielmusik zu schreiben. Noch im gleichen Jahr hatte er 22 Sätze für großes Orchester komponiert. Aufgeführt wurde es nie, weil das große Projekt die Mittel des Orchesters sprengte. Weiner fasste einzelne Sätze zu Suiten und einem Ballett zusammen und 45 Jahre später nochmal 14 davon zu diesem Ballett, das 1959 erstmals aufgeführt wurde und jetzt auch zum ersten Mal aufgenommen worden ist.

In seinen frühen Jahren war Weiner erfolgsverwöhnt. Er wurde während seiner Studienzeit mit Preisen für seine Kompositionen überhäuft. Die Budapester Musikakademie hat 1909 ihren gerade mal 23-jährigen Eleven zum Professor für Komposition und Kammermusik ernannt, und als solcher war und blieb Weiner eine inspirierende Institution für Generationen von Studenten, von Géza Anda, über Andor Foldes und Georg Solti bis zu György Kurtág. Um den in 1920er Jahren als „Ungarns Mendelssohn“ Gepriesenen wurde es bald still, denn die Leichtigkeit und Eleganz eines Mendelssohn war nicht mehr gefragt. Während die drei, vier Jahre älteren Kollegen Bartók und Kodaly neu tönten, schlug Weiners Herz weiter unermüdlich für die großen Klassiker und Romantiker und für die Musik seiner ungarischen Heimat.

Was damals out war, darf uns heute wieder interessieren, denn es bleibt wunderbare Musik, voll origineller, fließender Melodien und süffiger Harmonien. Erstmals auf dieser CD ist auch Leo Weiners 1908 komponierte Ballade für Klarinette und Orchester op. 28 in der Fassung für Bratsche zu hören – vom Solobratscher der Berliner Philharmoniker, dem Ungarn Máté Szűcs, und dem Budapester Sinfonieorchester wunderbar sinnlich, farbig und lebendig gespielt. © 2016 SWR2 Radio




Remy Franck
Pizzicato, March 2016

Sir Georg Solti war ein großer Fürsprecher von Leo Weiners Ballettmusik ‘Csongor und Tünde’, die er u.a. mit den Wiener Philharmonikern aufführte. Hier liegt sie nun zum ersten Mal in ihrer kompletten Originalfassung vor.

Leo Weiner (1885–1960), einer der am genuin ungarischsten Komponisten überhaupt, hat mit ‘Csongor und Tünde’ ein Meisterwerk komponiert.

Dem Ballett liegt eine Liebesgeschichte zugrunde, in der Prinz Congor und die Fee Tünde trotz der Attacken des Bösen nach dem Glück suchen und auch fündig werden. Die Musik ist lieblich und spritzig, immer handlungsdeskriptiv und wird vom Budapester Symphonieorchester unter Valeria Csanyi höchst farbig und mit federleichtem Schwung aufgeführt.

Die vom Komponisten selbst erstellte Bratschenfassung der Klarinetten-Ballade wird ebenfalls geschmack und ausdrucksvoll gespielt.

So richtig attraktiv aber ist die CD wegen der immerhin fast einstündigen, sehr charmanten Ballettmusik. © 2016 Pizzicato





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