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Album Reviews



 
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Dr. Ingobert Waltenberger
Online Merker, July 2016

Wer Rossini, Offenbach oder Suppé schätzt, wird auch Auber lieben. Und da hat es diese CD besonders in sich. Der österreichische Dirigent und Lanner-Spezialist Wolfgang Dörner nimmt sich als Chef seines südfranzösischen Klangkörpers in Teil 1 der offenbar als Gesamtedition geplanten Auber-Ouvertüren dieser brillant-elegant-witzigen Musik an. Als Vertreter der Opéra comique war Aubers Schaffen besonders mit dem Librettisten Augustin-Eugène Scribeverbunden, dem er 38 Libretti verdankte. Auf der vorliegenden CD sind die teils symphonisch ausladenden Vorspiele zu acht seiner Opern zu hören: La Circassienne, Le Cheval de bronze, Le Domino noir, Fra Diavolo, La Fiancée, Les Diamants de la couronne, Marco Spada sowieL‘Enfant prodigue.

Bei allen italienischen Einflüssen und ironisierenden Elementen fehlen auch Pariser Empfindsamkeit und Charme nicht. Dort wo es sein muss, kann Auber aber auch derb zupacken und Marschmusik poltern lassen oder sich in humorig ironisierenden Klängen ergehen. Mal dreht sich die Tempospirale à la Rossini, mal überwältigen Komik und launische Stimmungswechsel. Jedenfalls bekommt man nach Anhören der Ouvertüren Lust auf mehr. Was an dieser Musik nach verfügbaren „Expertisen“ im Web trocken und akademisch sein soll, keine Ahnung. Das sind Vorurteile, die dumm und inhaltslos sind. Diese Musik atmet, ist quicklebendig, forsch, frech und flott. Natürlich sind das nicht durchwegs Geniestreiche, aber bisweilen bekommen wir hochoriginelle experimentierfreudige Musik zu hören, die entdeckt werden will. Dank Dörner und Naxos besteht jetzt dazu auch eine gute Gelegenheit. © 2016 Online Merker




Frederik Hanssen
kulturradio vom rbb, July 2016

“Populär” ist wohl der passende Ausdruck, wenn man den Komponisten Daniel Francois Esprit Auber und sein Werk beschrieben will. Niedrigschwellige Unterhaltungsmusik hat er geschrieben – und ist damit reich und berühmt geworden. Gioacchino Rossini war das Vorbild des geborenen 1782 geborenen Kaufmannssohns aus der Normandie, den Belcanto des Italieners vermochte er dabei höchst erfolgreich mit der französischen Tradition der Opéra comique zu verbinden.

Groß angelegtes Aufnahmeprojekt

Ganze 47 Musiktheaterwerke und Ballette schuf Auber in seinem langen Leben (er wurde, eine Sensation im 19. Jahrhundert, 89 Jahre alt). Und viele davon wurden zu echten Dauerbrennern, “Le Domino noir” erlebte allein in Paris 1200 Aufführungen binnen 70 Jahren, der 1830 uraufgeführte “Fra Diavolo” ist selbst in Deutschland auch heute noch hin und wieder auf den Spielplänen der Stadttheater zu finden.

Beide Werke sind natürlich auf der ersten CD eines groß angelegten Aufnahmeprojekts zu finden: Zusammen mit seinem österreichischen Chefdirigenten Wolfgang Dörner will das Orchestre de Cannes alle Ouvertüren des Vielschreibers neu einspielen. Acht Opernvorspiele versammelt die erste Folge, allesamt aus der Hochphase der Pariser Auber-Begeisterung zwischen 1829 und 1861.

Elegant und leichtfüßig

Als Meister des guten Geschmacks, der emotionale Exzesse jeglicher Art meidet, wurde der Komponist einst verehrt. Und so dirigiert auch Dörner die Ouvertüren: Elegant möchte er die schlichten Melodien genommen wissen, leichtfüßig soll hier alles klingen, auch wenn Auber mal wieder Triangel, Becken und große Trommel einsetzt und damit die Atmosphäre ins Militärmusikhafte zieht. Dörner nimmt das Heitere im Zweifelsfalle lieber eine Nuance zurückhaltender, um die hübschen Details, die sich in jeder der Ouvertüren finden, in den Vordergrund rücken zu können. Und die südfranzösischen Musiker folgen ihm mit spieltechnischer Akkuratesse und schlankem Klang. Ein gelungenes Plädoyer für einen Komponisten, der seinem Publikum nie mehr sein wollte als ein angenehmer Zeitvertreiber. © 2016 kulturradio vom rbb





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