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Ingobert Waltenberger
Online Merker, June 2017

Wer das Requiem oder das Stabat Mater von Dvorak liebt, wird auch besonders an der Messe in D, Op 86, und dem Te Deum des böhmischen Meisters Gefallen finden. Die gar prächtige Messkomposition, im Auftrag von Architekten und Freund Josef Hlavka anlässlich der Einweihung von dessen neugebauter Schlosskapelle auf Schloss Luzany entstanden (bei der Uraufführung sang Dvoraks Frau Anna den Mezzopart), gibt es in der Fassung für Chor, Soli und Orgel- bzw. Orchesterbegleitung. Der Verlag Carus hat eine weitere Bearbeitung für Bläserquintett (Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott) herausgegeben, die auch auf CD gehört werden kann.

Die neue CD von Naxos greift auf die Orchesterfassung zurück. Die Aufnahme—in Pamplona in Spanien 2015 mit dortigen Ortskräften entstanden—mit dem Orquestra Sinfónica de Navarra, dem Chor Orfeón Pamplonés und den Solisten Ewa Biegas (Sopran), Marina Rodríguez-Cusí (Mezzosopran), Javier Tomé (Tenor) und José Antonio López (Bariton), ist dank der hervorragenden musikalischen Leitung von Antoni Wit überaus hörenswert. Es wird mächtig zupackend und stimmungsvoll musiziert, die Basisstimmung ist wie im Te Deum von jubelnder, beinahe mediterraner Unbeschwertheit, mit melancholisch-feierlichen slawisch grundierten Einsprengseln aus „Böhmens Flur und Hain“. Der Chor ist in den dramatischen Passagen präsent und griffig, die Solisten bemühen sich nach Kräften und mit Anstand.

Das Te Deum für Orchester, Chor, Sopran und Basssoli entstand in New York zur 400-Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus. Ursprünglich hatte Jeanette Thurber, die Präsidentin des New Yorker Konservatoriums, eine Kantate aus diesem Anlass bestellt. Mangels Übermittlung eines geeigneten Textes, schuf Dvorak „eigenmächtig“ das wunderbare Te Deum, das am 21. Oktober 1892 in der Carnegie Hall mit über 250 Sängern uraufgeführt wurde. Hymnisch wird Gott gepriesen, mit Pauken und allem vorstellbaren Klangluxus. Die harmonische Meisterschaft kommt dabei ebenso zum Ausdruck wie Dvoraks raffinierte Instrumentationskunst. Dass dieses eingängige Stück nicht ein Dauerbrenner in unseren Konzertsälen ist, ist kaum zu glauben.

Wer sich über diese verdienstvolle und auch sehr schöne Naxos CD hinaus für das geistliche und Kantatenwerk Dvoraks interessiert, dem sei die 8 CD-Box von Surpraphon „Sacred Works & Cantatas“ ans Herz gelegt, die ebenso mit bestens musizierten Einspielungen des Te Deums und der Messe in D-Dur unter Vaclav Smetaceks Leitung aufwarten kann. © 2017 Online Merker





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