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Album Reviews



 
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Ingobert Waltenberger
Online Merker, January 2017

Richard Dubugnon ist ein enorm musikalischer Mensch. Er spielt nicht nur hervorragend Kontrabass, was er auch des öfteren im Orchestergaben an der Opera Bastille getan hat, sondern ist ebenso ein wacher Geist und erfindungsreicher schweiz-französischer Komponist, dessen schon stattliches Werk nun zumindest auf zwei NAXOS CDs in der wichtigen Serie 21st Century Classics einem breiteren Kreis an Musikbegeisterten zugänglich ist.

Das neue NAXOS Album enthält Aufnahmen von 2001 bis 2009, entstanden in Paris. Beim Konzert, auf dem die live Aufnahme des Songe Salinas auf Texte des französischen Romanciers Stéphane Héaume im Théâtre des Champs Elysées basiert, war ich selber anwesend, gemeinsam mit des Tonsetzers Mutter Gemma Salem, einer ausgewiesenen Thomas Bernhard Expertin, die aktuell in Wien lebt. Von seinen komplexen leitmotivdurchdrungenen „Arcanes Symphoniques“, als eine Art musikalisches Spiel konzipiert, wo jeder der großen Arkanas oder Trümpfe von 0–21 (Anm.: Tarot-Spielkarten) durch einen symphonischen Satz/Studie für Orchester mit einer Länge von 2-6 Minuten illustriert wird, erklingen auf der CD fünf Sätze (Glücksrad, Kraft, Haus-Gottes, Stern und Matt). Den Hauptfarben der Karten wird durch spezielle Instrumentierung Rechnung getragen, der Gesamtnummer der Karten entsprechen differenzierte rhythmische Muster. Diese Stücke für großes Orchester überraschen durch ihren musikalischen Einfallsreichtum ebenso wie die raffinierte technische Ausarbeitung. Großartige spannungsgeladene Musik, der ich gerne viel öfter im Konzertsaal begeben möchte. Das Orchestra National de France unter Laurent Petitgirard ist auf der Höhe der gestellten Aufgabe. Entgegen jeglicher möglicher Befürchtung des Themas wegen ist diese Musik so ganz und gar nicht „esoterisch“, sondern farbenprächtig und nicht sparsam mit der Spachtel aufgetragen. Vielleicht weckt diese CD ja auch das Interesse so manches Konzertveranstalters…

Das Triptyque Op. 23 markiert den Beginn der Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Stéphane Héaume. Bariton Thomas Dolié ist der exzellente Vokalsolist der drei Sätze mit den Titeln „Ecce homo“, „Déserts“ und „Le Nain“. Drei Gruppen von Instrumenten konzertieren in kammermusikalischer Besetzung. Ursprünglich hatte Dubugnon das Stück mit dem Untertitel ,Meloclip‘ als Musik für einen Videoclip konzipiert.

Der in spätromantischer Manier in der Form üppiger Orchesterlieder geschriebene „Songe Salinas“ (= Traum des Salinas) basiert ebenso auf einem Text Stéphane Héaumes und ist eine kleine orientalische Oper zwischen „Scheherazade und Salome“. In wahrlich großer Besetzung (sechs Hörner, fünf Klarinetten) hört man arabisch und afrikanisch inspirierte dunkle Traumszenen einer verliebten Frau, die kaum erwacht, feststellen muss, ihren Salinas tatsächlich erdolcht zu haben. (Alb)Träume sind doch nicht immer Schäume. Die etwas schwülstigen Szenen sind nicht epigonal. Dubugnon hat es verstanden, einen ganz eigenen Ton zu kreieren, die hörbare Bewunderung für deutsche Musik soll dabei gar nicht verleugnet werden. Allerdings werden diese Strukturen mit mediterran-orientalischen Klängen in große farbige Tableaus verwandelt. Nora Gubisch ist des eine ganz hervorragende Interpretin. Eine Empfehlung nicht nur für Für Neugierige und Genießer! © 2017 Online Merker





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