Classical Music Home

Welcome to Naxos Records

 
Keyword Search
 
 Classical Music Home > Naxos Album Reviews

Album Reviews



 
See latest reviews of other albums...

ouverture - Das Klassik-Blog, June 2019

Auch mit dieser CD setzt sich Rosemary Tuck für die Wiederentdeckung des Schaffens von Carl Czerny (1791 bis 1857) ein. In Wien, wo Czerny zur Welt kam, gab es seinerzeit—so berichtet die australische Pianistin im Geleitwort zu dieser Aufnahme—dreimal mehr Klavierlehrer als Ärzte.

In dieser musikalischen Atmosphäre wuchs Carl Czerny auf, und schon als Zehnjähriger beeindruckte er Ludwig van Beethoven mit seinem Klavierspiel derart, dass ihn dieser als Schüler annahm. Die beiden Musiker blieben lebenslang befreundet. Czerny wirkte als Solist bei den Uraufführungen von zwei Klavierkonzerten seines Lehrers, und er fertigte auch die Klavierfassungen zu Orchesterwerken Beethovens an.

In späteren Jahren zog Czerny das Komponieren und Unterrichten der Virtuosenlaufbahn vor. Zu seinen Schülern gehören unter anderem Beethovens Neffe, sowie der junge Franz Liszt und Sigismund Thalberg. Bekannt ist Czerny heute in erster Linie als Autor von Unterrichtswerken und gefälligen Stücken für die Hausmusik.

Im Fun-Zeitalter freilich hat kaum noch ein Klavierschüler Lust, sich durch die Schule der Geläufigkeit hindurchzuackern. Dabei waren die Lehrwerke Czernys einst hoch geschätzt, wie uns ein Brief verrät, den Johannes Brahms 1878 an Clara Schumann schrieb: „Die große Pianoforteschule von Czerny ist wohl der Mühe wert, durchgelesen zu werden. (..) Der Fingersatz bei Czerny ist höchst sehr zu beachten, überhaupt meine ich, man dürfe heute mehr Respekt vor dem tüchtigen Mann haben.“

Czerny schrieb aber nicht nur unkomplizierte Musik, die gut klingt und gut in der Hand liegt. Er hat auch eine ganze Reihe von „seriösen“ Werken komponiert—die aber technisch ziemlich hohe Anforderungen an den Pianisten stellen. Und deshalb sind Czernys Klavierkonzerte musikalische Raritäten, die man live fast nie zu hören bekommt.

Rosemary Tuck hat für Naxos schon etliche dieser Werke eingespielt. Auf dieser CD erklingen Czernys Erstes Klavierkonzert in d-moll und das stimmungsvolle Introduktion, Variationen und Finale über den Jägerchor aus Webers Oper Euryanthe op. 60—beides in Weltersteinspielung—und das temperamentvolle Introduzione e Rondo Brillant op. 233, ein geistreiches Bravourstück.

Die Pianistin musiziert gemeinsam mit dem English Chamber Orchestra unter Leitung von Richard Bonynge; sie spielt virtuos, mit einer atemberaubenden Technik. Ihr Anschlag ist unglaublich differenziert. Eine beeindruckende Aufnahme, die unser Bild von der Wiener Klassik höchst schätzenswert ergänzt. © 2019 ouverture - Das Klassik-Blog




Frank Siebert
Fono Forum, April 2018

View PDF  


Carsten Dürer
Piano News, March 2018

View PDF  


Grete Catus
The New Listener, January 2018

DerBeethoven-/Clementi-/Hummel-/Salieri-Schüler und Liszt-/Thalberg-LehrerCarl Czerny ist seit Generationen der Schrecken vieler Klavierschüler.Seine „Schule der Geläufigkeit“ und seine „Kunst der Fingerfertigkeit“haben schon so manchen in die Verzweiflung, respektive dieSehnenscheidenentzündung getrieben.

Dass Czerny aber ein vielfältigererKomponist war, als viele angenommen hatten, bewiesen in den letztenJahren mehrere Einspielungen von Labels wie Nimbus, Christophorus,hänssler/SWR und Naxos, die sich allesamt um ein ausgewogenes Bild desKomponisten Czerny verdient gemacht haben. Vor allem die Aufnahmen derWerke für Klavier und Orchester, die in loser Folge bei Naxoserscheinen, sind durch die Bank ganz ausgezeichnet.

Das English Chamber entfaltet unter derLeitung des Pultveteranen Richard Bonynge Potenziale, die jenen dergroßen Wiener Orchester in nichts nachstehen. Mit Rosemary Tuck hat mandarüber hinaus eine wirklich bemerkenswerte Solistin gefunden, dieCzernys in Fülle vorhandenen spieltechnischen Hürden offenbar völligmühelos bewältigt und dazu noch einen individuellen Ton und eineKantabilität an den Tag legt, dass es die helle Freude ist.

Die neueste Einspielung aus der Reihebringt mit dem großen d-Moll-Klavierkonzert ein mehr als 40-minütigesHauptwerk aus Czernys Feder zum ersten Mal auf Tonträger zu Gehör. Esist ein beeindruckendes Stück, geschrieben von dem damals erstzwanzigjährigen Komponisten, dem man hier eindeutig seine Ausbildung beiMaestro Beethoven anhört. Das ganze Stück hat Feuer und Energie,sprudelt über vor Virtuosität und Lebensfreude. Es gibt manche Anleihenan das 1809 komponierte große fünfte Klavierkonzert Beethovens, bei demCzerny in der Uraufführung den Solopart gespielt hatte. Gleichzeitigbezieht der junge Czerny die neuesten Moden seiner Zeit mit ein, manchesklingt ein bisschen nach Rossini, auch Carl Maria von Weber könnteeinflussreich gewesen sein.

Das Stück mit seinem sage und schreibe25-minütigen Kopfsatz, einem kurzen, nur vierminütigen Adagio und einemrasant-tänzerischen „Kehraus“ im Allegro molto vivace ist einfach rundumherrlich! Ich halte es für eines der besten Klavierkonzerte, das zuLebzeiten Beethovens neben dessen eigenem Werk geschrieben wurde, unddiese Einspielung ist einfach sensationell gut – was auch für den ganzausgezeichneten, ideal räumlichen Aufnahmeklang gilt.

Die beiden anderen Werke dieses Albums„Introduzione e Rondo Brillant in Es-Dur“ sowie „Einleitung, Variationund Rondo über Webers Jägerchor aus der Oper Euryanthe“ sind ebenfallsinteressant, wenngleich ihnen ein gewisser „Schaustück“-Charakter nichtabzusprechen ist. Czerny war eben auch Klaviervirtuose und Solokünstler,der sich selbst effektvolles Repertoire zu komponieren verstand. Allesin allem ist dieses fast 80-minütige Album ein beredtes Plädoyer für dieMusik Carl Czernys, dessen Hauptwerke viel mehr Beachtung verdienthätten. So exzellente Darbietungen wie diese sind hoffentlich ein Wegzur Beförderung von Czernys Ruf.

Im Vergleich zum anderen berühmtenBeethoven-Schüler Ferdinand Ries, dessen Qualitäten im Gegensatz zujenen Czernys oft auffällig gelobt werden, halte ich bei nähererBetrachtung Czerny für den eigentlich interessanteren Komponisten. Jemehr Musik von Czerny ans Tageslicht kommt, desto besser wird derEindruck. Bei Ries, so erscheint es mir, müsste es genau umgekehrt sein. © 2018 The New Listener



Remy Franck
Pizzicato, December 2017

Rosemary Tuck sowie das ‘English Chamber Orchestra’ unter Richard Bonynge setzen ihre Reihe mit Kompositionen von Carl Czerny fort, dem Studenten und Vertrauten von Beethoven und Lehrer von Franz Liszt. Gespielt werden auf dieser CD das virtuos-effektvolle Erste Klavierkonzert in d-Moll, ‘Introduzione e Rondo Brillant’ sowie Variationen über den Jägerchor aus Webers ‘Euryanthe’. Rosemary Tuck spielt brillant und Richard Bonynge begleitet kräftig zupackend. © 2017 Pizzicato





Naxos Records, a member of the Naxos Music Group