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ouverture - Das Klassik-Blog, March 2017

„Haydns Fantasie ist scheinbar grenzenlos. Von seinen über 80 Quartetten ist eines schöner als das andere. In den Werken zeigen sich wirklich alle denkbaren Charaktere und Empfindungen. Seine zahlreichen Ideen erfordern vom Musiker viel Liebe zum Detail. Vor allem von den Mittelstimmen wird in dieser Hinsicht hohe Aufmerksamkeit verlangt. Aber es lohnt sich“, schwärmt Pinchas Adt, zweiter Geiger im Goldmund-Quartett.

Florian Schötz, Pinchas Adt, Christoph Vandory und Raphael Paratore haben bereits während der Schulzeit gemeinsam musiziert: „Als wir in den letzten Schuljahren waren, hat unser damaliger Musiklehrer uns ermutigt, ein Quartett zu gründen und erste Auftrittsmöglichkeiten organisiert“, berichtet Paratore von den Anfängen. Ein Streichquartett von Joseph Haydn war auch das erste Stück, das die jungen Musiker gemeinsam erarbeitet haben.

Die Entscheidung, ausgerechnet seine Werke für ihr Debüt einzuspielen, fiel wohlüberlegt: „Intonation, Artikulation, Phrasierung, Balance—eigentlich alle Parameter, die ein gepflegtes Quartettspiel benötigt, findet man bei Haydn“, meint Schötz. „Vielleicht kann man sagen, dass es nach Haydn wenige Werke für Streichquartett gibt, die die Qualität eines Ensembles so transparent spiegeln.“

Ausgewählt haben die Vier mit op. 1 Nr. 1 eines seiner frühesten Quartette, ein mittleres—op. 33 Nr. 5—und ein spätes, op. 77 Nr. 1. Und dem Anspruch, den auch das CD-Coverfoto deutlich macht, wird das Goldmund-Quartett durchaus gerecht: Ja, die jungen Musiker haben mit dieser Ein spielung einen Gipfel erobert. Auf die nächsten Aufnahmen dieses brillan- ten Ensembles, das alle Schwierigkeiten scheinbar mühelos meistert, das frisch und mit ebensoviel Humor wie Überlegung musiziert, darf man sehr gespannt sein. Bravi! © 2017 ouverture - Das Klassik-Blog



Helena Stössel
BR-Klassik, November 2016

Ihre stärkste Waffe: Das Streichinstrument, das die heimatverbundenen Bergfreunde Florian Schötz (Violine I), Pinchas Adt (Violine II), Christoph Vandory (Viola) und Raphael Paratore (Cello) für ihr erstes CD-Cover bis auf den Gipfel der Zugspitze schleppen. Dort posieren die vier Schulfreunde allerdings nicht in Tirolerhut und Tracht fürs Fotoshooting. Sie bevorzugen in schwindelerregenen Höhen schwarze Anzüge. Wie “high-end” sie sind, könnt ihr auf unserer aktuellen CD des Monats überprüfen.

In ihrem Debüt-Album widmet sich das Goldmund Quartett dem kreativen Kopf des mehrstimmigen Musizierens: Joseph Haydn. Zu hören sind die aus der Ismaninger Gabrielkirche aufgenommen Haydn-Quartette Op. 1,1, sein allererstes Streichquartett, weiter das berühmten Streichquartett Op. 33,5 aus seiner mittleren Schaffenszeit und das zuletzt geschriebene Op. 77,1. Eine wahre Klangreise und Erfahrung der Entwicklung Haydns in Bezug auf sein kompositorisches Schaffen.

CD eingelegt und die Zeitreise ins 18. Jahrhundert kann starten: Große schwere Flügeltüren eines Ballsaales öffnen sich, ein “Darf ich bitten” und schon schwingt das Tanzbein auf das für den Baron von Fürnberg komponierte Haydn-Streichquartett, aus dem Jahr 1757/58. Das noch im klassischen Stil des Divertimento geschriebene Quartett lässt die Geige mit ihren verzierten Melodien auf einem Begleitbett mit besonders viel Liebe zum Detail nur so dahinschweben. Zwar historisch informiert spielen die Jungs von Goldmund auf ihren modernen Streichwaffen. “Mit einer Stimme sprechen” ist ihr Auftrag, die nicht nur untereinander den ein oder anderen Witz reißen, sondern auch den Witz in Haydns Musik erkennen.

Zum Beispiel beginnt Haydn ein Stück auch gerne mal mit einem eigentlichen Schlussteil. Wie auch in seinem russischen Quartett Op. 33,5 mit dem netten Beinamen “Wie geht es Dir?” aus dem Jahr 1781, seiner mittleren Schaffensphase. Zu hören ist eine schwungvolle Geigenmelodie und auch die Begleitstimmen werden immer eigenständiger und verschmelzen hier und da zu einem Klang—und lösen sich wieder voneinander. Ein Wechselbad aus Lachanfall und Ernsthaftigkeit, dass die Tänzer im Ballsaal bei Laune hält. Eine Art arioses Geträller, das Schwung in die Kiste bringt. Besonders mit diesem Stück sind die “Goldmünder” emotional verbunden: Es ist das erste Quartett, welches sie gemeinsam erarbeitet und gespielt haben. Und die Verbundenheit hört man: Den sinnlichen Klang, der Emotionen transportiert und anspricht.

Das letzte Streichquartett der CD—und auch das letzte vollendete Werk dieser Gattung Haydns, aus dem Jahr 1799, zeigt die Entwicklung seines Kompositionsstils. Besonders im Menuett tanzen nun ungarisch-zigeunerische oder kroatische Vollbluttänzer. Zwischen den Instrumenten herrscht ein reger Dialog, humorvoll entstehen die virtuosesten Partien, die von einem Haydn Quartett ruhig einmal erwartet werden dürfen. © 2016 BR-Klassik





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