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ouverture - Das Klassik-Blog, December 2016

Bekannte Melodien, prachtvolle Musik aus aller Welt und natürlich Christmas Carols aus ihrer Heimat Großbritannien haben die Blechbläser von Septura für ihr aktuelles Weihnachtsalbum zusammengetragen. Das Wort ward Fleisch von Heinrich Schütz steht dabei neben Harold Darkes In the bleak midwinter und Das große Abend und Morgenlob op. 37 von Sergej Rachmaninoff neben Die Könige aus den Weihnachtsliedern von Peter Cornelius. Natürlich dürfen auch Bachs Weihnachtsoratorium und Händels Messias nicht fehlen—und zum Schluss erklingt Franz Grubers berühmtes Stille Nacht, heilige Nacht.

Die sieben Bläser spielen all diese Weihnachtsklassiker in eigenen Arrangements, die von den beiden künstlerischen Leitern des Ensembles, Simon Cox und Matthew Knight, stammen. Musikalisch ist alles höchst anspruchsvoll und ansprechend gestaltet, von vorweihnachtlichem Kitsch meilenweit entfernt. Und auch die Ausführung lässt staunen: Dass Blechbläser so farbenreich und so differenziert musizieren können! Unbedingt anhören. © 2016 ouverture - Das Klassik-Blog



Stefan Pieper
Klassik heute, November 2016

Das britische Blechbläser-Ensemble Septura macht sich musikalisches Material für die eigene Spielkultur passend—dies geschieht auf der neuesten CD einfühlsam und kenntnisreich zugleich. Das Weihnachtsfest im Spiegel der älteren und jüngeren Musikgeschichte und aus unterschiedlichen länder-kulturellen Blickwinkeln ist das Sujet der aktuellen Produktion.

Herausgekommen ist ein Hörerlebnis, das sowohl „funktional“ im besten Sinne wirkt, wenn sich ein festlicher Bläserklang mit ebensolchem Lichterglanz vereint—man kann hier die hohe Kunst des strengen kontrapunktischen Satzes und seiner mannigfaltigen Gestaltungsmöglichkeit erleben. Eines macht Septura unmissverständlich klar: Die polyphone Stimmbehandlung tritt durch allein sieben Blechblasinstrumente ganz besonders plakativ und eindrücklich hervor, aber es mangelt auch, wenn nötig, nie an genug orgelartiger Breitwandigkeit.

Die Musiker von Septura sind profunde Kenner der Musikhistorie und verfahren demgemäß: Jene Kantate von Heinrich Schütz „Das Wort war Fleisch“ taugt bestens, um die prägenden Einflüsse, welche auf den protestantischen Tonsetzer wirken, erfahrbar zu machen. In diesem Fall liegt ein von Domenico Gabrieli beeinflusster typisch venezianischer Stil zugrunde, der sehr gut zur Spielkultur des Septura-Ensembles passt.

Man kommt um Bach nie herum—in diesem Sinne erfährt die Zusammenstellung schon gleich zu Anfang ihren Höhepunkt: Septura war selbstbewusst genug, um mehrere zentrale Bachsche Choralmelodien zum neuen Gesamtarrangement zu vereinen. Warum auch nicht? Bach selber machte ja auch von mehrfach eingesetzten „Versatzstücken“ sehr effektiv Gebrauch. Sei es hier die Tonfolge, welche das bekannte Lied „Vom Himmel hoch“ prägte oder der ergreifende Cantus Firmus, der sowohl im Weihnachtsoratorium als „Wie soll ich Dich empfangen“ und in der Matthäuspassion als „O Haupt voll Blut und Wunden“ gleichermaßen treffsicher Anwendung findet. Die Wirkungen, die von den Septura-Bläsern evoziert werden, sind erstaunlich intensiv, vor allem auch durch die erhabenen Zwischenspiele in hohen Trompetenregistern.

In kluger Abfolge wird das Thema Weihnachten im weiteren aus dem Blickwinkel verschiedener Kulturen behandelt, was zwar nicht mehr ganz die Strahlkraft der Bach-Bearbeitung erreicht, aber dennoch den Bogen stimmig abrundet: Ein englisches Lied „In the bleak midwinter“ huldigt der eigenen Tradition. Im Falle der Choralmelodie des bekannten Liedes „Es ist ein Ros entsprungen“ werden gleich zwei Herangehensweisen gegenüber gestellt. Trompeter Simon Cox hat eine wohldosierte Abfolge aus homophonen Parts und einem Kanon in der Mitte kreiert. Danach erklingt die Brahmssche Orgelbearbeitung des Liedes in einem neuen Bläserarrangement. Kostproben aus der britischen Alten Musik markieren weitere Stationen. Schließlich kommt auch noch die orthodoxe Lithurgie zum Zuge, der sich „jüngere“ Komponisten wie Sergej Rachmaninoff und Peter Tschaikowsky angenommen haben. Immer wieder verblüfft dabei die erfrischend behandelte Stimmbehandlung sowie eine ganz und gar festlich strahlende Klangkultur der sieben Blechbläser aus Großbritannien. © 2016 Klassik heute





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