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ouverture - Das Klassik-Blog, July 2017

Luigi Rinaldo Legnani (1790 bis 1877) war Sänger und Gitarren- virtuose, Komponist und Instrumentenbauer. Seine musikalische Laufbahn führte ihn quer durch Europa; er wirkte beispielsweise einige Jahre in Wien, wo er das Publikum durch seine virtuose Spieltechnik beeindruckte—und die Gitarrenbauer mit seinem Instrument. 1850 kehrte Legnani allerdings nach Ravenna zurück, wo er dann als Instrumentenbauer arbeitete.

Als Gitarrenvirtuose konzertierte er 1835 gemeinsam mit Paganini in Turin; der Geiger, der selbst recht gut Gitarre spielte, meinte, sein Freund Legnani sei der beste Gitarrist. Und in der Tat gelten die 36 Gitarren-Capricen, die Legnani nach dem Vorbild der Violincapricen Paganinis komponierte, noch heute als eines der schwierigsten Werke für Gitarre überhaupt.

Die Musik von Gioachino Rossini muss Legnani ebenfalls sehr geschätzt haben—auf dieser CD präsentiert Marcello Fantoni die Rossini-Paraphrasen des Gitarristen, überwiegend in Weltersteinspielungen. Zu hören sind Auszüge aus den Opern L’Italiana in Algeri, Guillaume Tell, La donna del lago, Zelmira, La Cenerentola und Armida, oftmals in Form von Introduzione e Variazioni.

Es erscheint verblüffend, dass diese Bearbeitungen, die einige von Rossinis bekanntesten Arien der Konzertgitarre zugänglich machen, bislang so wenig Beachtung gefunden haben. Allerdings verlangen die Rossini Variations vom Gitarristen enorme technische Brillanz. Fantoni spielt diese kapriziöse Musik großartig, und dieses Repertoire ist wirklich eine Entdeckung. Unbedingt anhören, es lohnt sich! © 2017 ouverture - Das Klassik-Blog




Hans Ackermann
kulturradio vom rbb, July 2017

Mehr als 250 Werke hat der italienische Komponist und Gitarrist Luigi Legnani (1790–1877) hinterlassen, darunter auch zahlreiche Bearbeitungen von Ouvertüren und Arien aus den Opern seines Zeitgenossen Gioachino Rossini.

Eine CD mit 55 einzelnen Titeln erscheint nicht alle Tage. Die hohe Zahl ist aber bei diesem unermüdlichen Komponisten aus dem oberitalienischen Ferrara nicht weiter verwunderlich. Bis ins hohe Alter hat Legnani zahlreiche eigene Werke komponiert und immer wieder fremde Themen bearbeitet.

Besonders intensiv hat sich Legnani dabei mit den Opern des zwei Jahre jüngeren Gioachino Rossini auseinandergesetzt. Dabei hat Legnani vollständige Ouvertüren bearbeitet, manchmal aber auch nur ein einfaches Arien-Thema als Grundlage virtuoser Variationen ausgewählt.

Legnani und Paganini

Eine Bearbeitung der Ouvertüre zur Oper “L’Italiana in Algeri” eröffnet die CD. Hier kann der Mailänder Gitarrist Marcello Fantoni zeigen, dass er die höchsten Schwierigkeitsgrade beherrscht, denn Legnani war berühmt für seine schnellen Tempi, mit denen er das Publikum in ganz Europa begeistert hat. So auch 1835 in Genua, im gemeinsamen Konzert mit dem Geiger Niccolò Paganini, der Legnani als ebenbürtigen Virtuosen sehr geschätzt hat.

Paraphrasen und Variationen

Musikalische Paraphrasen bilden die eine Hälfte des Albums, hinzu kommen fünf grosse Variationswerke, darunter Thema und Variationen über “La mia spada” aus Rossinis Oper “La donna del Lago” und als großes Finale des Albums die Variationen über ein Thema aus der Oper “Armida”. Hier führt uns Marcello Fantoni, der unter anderem bei Eliot Fisk in Salzburg studiert hat, alle Finessen der modernen Gitarrenspieltechnik vor: rasante Läufe und Akkordzerlegungen, aber auch ein ausgeklügeltes Spiel mit Flageolet-Effekten.

Die “Armida-Variationen” beschließen ein beeindruckendes Gitarrenspektakel auf einer CD, die mit ihren zahlreichen Weltersteinspielungen auch eine Erweiterung des gitarristischen Repertoires bewirken könnte—äußerst flinke Finger vorausgesetzt. © 2017 kulturradio vom rbb





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