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ouverture - Das Klassik-Blog, September 2018

Einmal mehr gelingt Martin Rummel eine Entdeckung: Der Cellist engagiert sich seit Jahren für Repertoire, das im Konzert nur selten zu hören ist. Dazu gehören auch die Cello-Sonaten von Ferdinand Ries (1784 bis 1838). Gewidmet waren die beiden frühen Werke Bernhard Romberg, einem „Starcellisten“ des 19. Jahrhunderts.

Ries stammte aus Bonn; sein Vater war erzbischöflicher Konzertmeister und einer der Lehrer des jungen Beethoven. Dieser wiederum unterrichtete zehn Jahre später den jungen Ries, der zeitweise auch Beethovens Sekretär und Kopist war. Aus Wien wurde Ries allerdings 1805 wieder in die Heimat gerufen, zur Musterung, wobei man ihn zum Militär-dienst nicht tauglich befand.

Zwei Jahre verbrachte der angehende Musiker, dem Rat seines Lehrers folgend, in Paris. Danach kehrte er 1808 nach Wien zurück. Erneut sollte Ries zum Militär, was er vermied, indem er auf Tournee ging. In den Jahren 1811 bis 1813 gab er als Pianist Konzerte in ganz Europa; die Reise führte ihn bis nach Russland, wo ihn einmal mehr die Weltpolitik ereilte: Mit Blick auf das Vorrücken der französischen Armee reiste Ries ab; er floh über Schweden nach England.

In London blieb Ries schließlich etliche Jahre. 1814 heiratete er in eine vermögende Familie ein, und war von 1815 bis zu seinem Rücktritt 1821 einer der Direktor der London Philharmonic Society. 1824 zog er mit seiner Familie wieder nach Deutschland. Er wohnte zunächst in Bad Godesberg, später in Frankfurt/Main, und leitete unter anderem das Niederrheinische Musikfest. Immer wieder reiste Ries durch Europa—nach London, Italien, Paris. Er engagierte sich für das Werk Beethovens, und komponierte auch selbst unermüdlich, wobei er nahezu alle Gattungen mit Ausnahme der Kirchenmusik berücksichtigte. Sogar drei Opern hat er geschrieben, von denen zwei erfolgreich aufgeführt wurden. Dennoch geriet Ries' Schaffen nach seinem Tode bald in Vergessenheit.

Das Label Naxos engagiert sich seit Jahren, um seine Werke dem interessierten Publikum wieder zugänglich zu machen. Zu entdecken ist da so einiges: Konzerte, Sinfonien, Oratorien, Lieder, Streichquartette und andere Kammermusik, Kompositionen für Klavier—auf dieser CD sind es drei Sonaten für Violoncello und Klavier.

Ries und Romberg kannten sich schon aus Bonn: Der Virtuose gab dem Nachwuchsmusiker zeitweise Cello-Unterricht. Auch in späteren Jahren sind sich die beiden Musiker wiederholt begegnet; so konzertierten Ries und Romberg gemeinsam in Russland.

Die beiden Sonaten op. 20 und op. 21 schrieb Ries 1808. Obwohl sie in ihren Motiven und ihrem Charakter sowohl Haydn als auch Beethoven Referenz erweisen, sind sie stilistisch doch sehr eigenständig. Insbesondere die dritte Sonate auf dieser CD, op. 125 aus dem Jahre 1823, verweist—bei aller (beabsichtigten) Nähe zu Beethoven—in ihrer Harmonik gelegentlich bereits auf die Romantiker.

Anspruchsvoll sind die drei Kompositionen, sie halten sowohl für den Pianisten als auch für den Cellisten herrliche Kantilenen ebenso bereit wie virtuose Passagen. Dabei ist der Klavierpart weit mehr als lediglich eine Begleitung; Martin Rummel gestaltet mit dem Pianisten Stefan Stroissnig einen musikalischen Dialog, der sehr neugierig macht auf die Fortsetzung dieser Reihe. © 2018 ouverture - Das Klassik-Blog



volksBLATT.at, August 2018

Ein ideales Kammermusikpaar bilden der Cellist Martin Rummel (Jg. 1974) und der Pianist Stefan Stroissnig (Jg. 1985). Die beiden Künstler haben hier nicht das übliche Sonatenrepertoire eingespielt, sondern das komplette Cellosonatenwerk von Ferdinand Ries (1784–1838). Den Namen des deutschen Komponisten und selbst hervorragenden Cellisten hört man trotz seines umfangreichen Ouevres nur mehr im Zusammenhang mit Beethoven, dessen Schüler Ries war. Aus 1808 stammen die Cellosonaten op. 20 und 21, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Freilich sind die stilistischen Gemeinsamkeiten unverkennbar und atmen den klassischen Geist von „Freund“ Beethoven, Mozart, Haydn, Hummel u.a.. Am deutlichsten ist die Referenz zu Beethoven in der g-moll Sonate op. 125 von Ries aus 1823 zu beobachten. Auch diese ist, wie die vorher erwähnten, mit „Grande Sonate“ überschrieben, Werke, die die Anforderungen an solche für den Hausgebrauch für Liebhaber deutlich überschreiten. Daran lassen die Interpreten keinen Zweifel und haben gerade die kniffligsten Passagen mit großer Akribie herausgearbeitet. Für den gebürtigen Linzer Rummel wirkt der junge Wiener Pianist Stroissnig wie ein großartiger wesensmäßiger Kontrapunkt, den klanglich das orchestral genützte Klavier und der feinfühlig sonore Celloton fabelhaft zu setzen verstehen. © 2018 volksBLATT.at





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