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Album Reviews



 
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Philipp Cavert
NDR Kultur (NDR.de), January 2020

Durch seinen Umzug nach Wien 1792 und die Begegnung mit Salieri lernte Ludwig van Beethoven die Opernkultur und die italienische Operntradition der Stadt kennen. Neben bekannten Arien bietet eine neue CD mit Reetta Haavisto, Dan Karlström, Kevin Greenlaw und dem Turku Philharmonic Orchestra auch mehrstrophige Lieder in deutscher Singspiel-Tradition. Die Leitung hat Leif Segerstam, der von sich sagt: “Ich habe zwischen meinen beiden Ohren einen besonderen Platz für Beethoven!”. © 2020 NDR Kultur (NDR.de)



Dr. Jürgen Schaarwächter
www.klassik.com, January 2020

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert:
Booklet:

Zum Beethoven-Jubiläum werden auch die abseitigsten Schaffensbereiche wiederbesucht. © 2020 www.klassik.com



Philipp Cavert
NDR Kultur (NDR.de), January 2020

Der Geburtstag von Ludwig van Beethoven jährt sich in diesem Jahr zum 250. Mal, und wir freuen uns über einen finnischen Beitrag zum Jubiläum: Der Dirigent Leif Segerstam unternimmt einen Ausflug ins Nischenrepertoire und präsentiert Werke für Gesangsstimme und Orchester.

Eigentlich sollte Beethoven in Wien Mozarts Schüler werden, doch die Krankheit seiner Mutter ließ ihn nach Bonn zurückkehren. Als Beethoven Wien fünf Jahre später erneut besuchte, war Mozart bereits tot.

Im Gegensatz zu W.A. Mozart hat Beethoven nur eine unregelmäßige musikalische Ausbildung gehabt; so ging er in die Lehre bei Haydn und Albrechtsberger. Das Vokale ließ er sich von Salieri beibringen. Der zeigte ihm, wie man italienische Arien schreibt.

“Primo amore, piacer del ciel”, “erste Liebe, Himmelslust”—eine Warnung vor Liebesverrat. Diese etwa viertelstündige Arie für Sopran und Kammerorchester ist der Vorläufer des bekannten “Ah! Perfido”, das in diesem Jahr in vielen Beethoven-Konzerten zu hören sein wird.

Die Finnin Reetta Haavisto ist auf der CD von Anfang an dabei; später werden noch ein Tenor und ein Bariton dazukommen. Haavisto—ein Sopran mit edlem, heiter-leuchtendem Klang. Sie ist es gewohnt, lange Passagen in hoher Lage zu singen.

“No, non turbati”—als Beethoven diese Arie noch unter Salieris Aufsicht schrieb, war er kein Anfänger mehr. Er hatte schon seine erste Sinfonie geschaffen, zwei Klavierkonzerte und “Die Geschöpfe des Prometheus”. Im einleitenden Rezitativ zeigt sich bereits, wie Beethoven auch in späteren Werken mit dem Orchester ein Gewitter heraufbeschwört.

Klares Faible für Raritäten

Man fühlt sich an die Pastorale erinnert. Das finnische Turku Philharmonic Orchestra sorgt für eine fokussierte Sängerbegleitung. Sein 75-jähriger Chef, Leif Segerstam, sagt von sich selbst: “Ich habe zwischen meinen beiden Ohren einen besonderen Platz für Beethoven.”

In seiner Wiener Zeit hat Segerstam oft Beethoven dirigiert; während der 70er- und 80er-Jahre mit dem Radio-Symphonieorchester Wien. Die vorliegende CD ist Teil einer losen Beethoven-Reihe mit Leif Segerstam, der bereits das Oratorium “Christus am Ölberge” vorgelegt hat. Klares Faible also für Raritäten!

Eine spannende Zusammenstellung

“Soll ein Schuh nicht drücken”—dieses Lied schrieb Beethoven für Ignaz Umlaufs komisches Singspiel “Die schöne Schusterin”. In der darin ebenfalls vorkommenden Arie “O welch ein Leben, ein ganzes Meer von Lust” scheint die Begleitung stellenweise schon Mendelssohn und Schumann vorwegzunehmen.

Noch aus den letzten Bonner Jahren stammt das Lied “Prüfung des Küssens”, bei dem nun der Bariton ins Spiel kommt—wunderbar textverständlich und charmant gesungen vom Amerikaner Kevin Greenlaw! Der finnische Tenor Dan Karlström komplettiert das Terzett im Stück “Tremate, empi tremate”.

Für all diejenigen, die bedauern, dass Beethoven nur eine Oper hinterlassen hat (“Fidelio”) ist diese CD ein Muss. Sie bietet eine spannende Zusammenstellung italienischer Beethoven-Arien, dazu mehrstrophige Lieder in deutscher Singspiel-Tradition. Alle Texte gibt es im Beiheft. © 2020 NDR Kultur (NDR.de)





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