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Album Reviews



 
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Matthias Lange
www.klassik.com, December 2018

Ralf Otto und seine Ensembles setzen den erfrischenden Erfolg ihrer Johannes-Passion mit diesem klangschönen, ausgeglichen besetzten Weihnachtsoratorium fort. © 2018 www.klassik.com



Raliza Nikolov
NDR Kultur (NDR.de), December 2018

BACH, J.S.: Christmas Oratorio, BWV 248 (Poplutz, Mainz Bach Choir and Orchestra, R. Otto) 8.574001-02
MEINE SCHÖNSTEN WEIHNACHTSLIEDER 190758536620
UN NINO NOS ES NASCIDO: A CHILD FOR US IS BORN 19075802592

Der Bachchor und das Bachorchester Mainz mit Ralf Otto und einfühlsamen Solisten haben eine weitere hörenswerte Aufnahme des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach veröffentlicht. Der Evangelist Georg Poplutz besticht mit einer unprätentiösen, verinnerlichten Interpretation.

Für alle, die zu Weihnachten aber gern mal ganz was Neues hören wollen:

Der Komponist und Tenor Daniel Behle hat ein sehr persönliches Album vorgelegt. Im Beiheft schreibt Daniel Behle, “gemeinsam mit einer ganz speziellen sechsköpfigen Besetzung, mit dem Oliver Schnyder Trio und drei Freunden, möchte er den Geist der weihnachtlichen Hausmusik neu aufleben lassen und auf seine Weise kritisch, lachend und wahrhaftig unser Fest der Feste zelebrieren.” Sehr eigen, das muss man schon sagen, ist diese variabel eingesetzte Besetzung Tenor, Klavier, Violine, Violoncello, Akkordeon, Gitarre und Schlagzeug.

Joel Frederiksen, Bass, Vihuela-Spieler und musikalischer Leiter des Ensembles Phoenix München, nennt sein ebenfalls sehr persönlich gestaltetes neues Album zum Fest “Un Niňo nos es naçito”, “Uns ist geboren ein Kindelein”—Weihnachtsmusik aus Spanien und Lateinamerika des 16. und 17. Jahrhunderts hat er zusammengestellt.

“Die Stücke auf dieser CD sollen den wahren Geist des Weihnachtsfests wecken: weltoffen und nicht begrenzt auf eine Religion allein, ein Fest der Hoffnung in der Erneuerung des Lebens, eine Zeit des Lichts”, schreibt er in seiner Einführung dazu. © 2018 NDR Kultur (NDR.de)



Julia Hartel
Crescendo (Germany), December 2018

Wenn so erfahrene Experten wie Ralf Otto, der Bachchor Mainz und das Bachorchester Mainz sich des “Weihnachtsoratoriums” annehmen, muss es eigentlich gut werden. Nach der “Johannes-Passion” haben die Künstler jetzt auf zwei CDs die sechs Teile des zwischen Weihnachten 1734 und Epiphanias 1735 uraufgeführten Werks vorgelegt. In relativ kleiner Besetzung und auf historischen Instrumenten musiziert, strahlt das Oratorium würdevolle Freude und Festlichkeit aus, ohne wuchtig zu wirken. Otto setzt insgesamt auf eher rasche Tempi, weiß aber auch Momente andächtiger Ruhe zu schaffen—stets sorgfältig orientiert an den textlichen Vorgaben. Gerade in den Chorälen bleiben bei aller klanglichen Transparenz die Gänsehautschauer nicht aus. Unter den Solisten sticht Georg Poplutz als Erzähler durch sein angenehmes Timbre und die ausgezeichnete Textverständlichkeit in den Rezitativen besonders hervor. © 2018 Crescendo (Germany)



Concerti, December 2018

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Matthias Keller
BR-Klassik, December 2018

Wo früher eher ein romantisches Chorideal dominierte, da sind es jetzt Transparenz, sprachliche Klarheit und vor allem: ein organisch atmender Klang. Deshalb auch 415 Hz anstelle von 440 bzw. 443 – und deshalb auch ein Instrumental-Ensemble, das sich diesen historischen Maximen ebenfalls verschrieben hat: das Bachorchester Mainz.

SONORITÄT UND BEWEGLICHKEIT

Ganz wesentlich ist auch das Aufgebot an Solisten, die jeder und jede für sich ebenfalls ihr Renommee in der Originalklangszene genießen – gleichzeitig aber, wie Ralf Otto selbst, alles andere als Alte-Musik-Dogmatiker sind. So, wie der Bass Thomas E. Bauer mit seinem ausgesprochen breit gefächerten Repertoire und einer für Bach geradezu idealen Stimm-Mischung aus Sonorität und Beweglichkeit.

ATMENDER KLANG

Letzteres gilt auch für den Tenor Georg Poplutz, etwa in der koloraturtechnisch äußerst anspruchsvollen Arie "Frohe Hirten, eilt, ach eilet". Die beiden weiblichen Solopartien sind mit der Altistin Katharina Magiera und Julia Kleiter, Sopran, ebenfalls adäquat besetzt. Und schließlich der Chor, der inzwischen zu einem Gutteil aus professionell geschulten Sängerinnen und Sängern besteht und Ralf Ottos Ambitionen vergleichsweise unangestrengt gerecht wird, was Durchsichtigkeit, Text-Deklamation und atmenden Klang betrifft.

BESINNLICHKEIT STATT LAUTEM JUBEL

Insgesamt eine Bach-Neuerscheinung, die sich hören lassen kann und im vorweihnachtlichen Jubel-Trubel zu den eher besinnlichen Beiträgen gehört. © 2018 BR-Klassik




Jan-Geert Wolff
Pizzicato, November 2018

Nachdem der Bachchor Mainz unter seinem Künstlerischen Leiter Ralf Otto bei Naxos bereits die Johannespassion veröffentlicht und die Matthäuspassion aufgenommen hat, stellt er nun seine Interpretation des Weihnachtsoratoriums vor. Der berechtigten Frage, warum man dem gesättigten Markt an guten Aufnahmen eine weitere hinzufügt, kann er dabei durchaus selbstbewusst begegnen.

Die Produktion überzeugt. Die wenigen Kritikpunkte, die man ob der Vielschichtigkeit des Werks (übrigens an jeder noch so guten Aufnahme) anbringen möchte, erweisen sich fast immer als subjektiv. Ralf Otto ist ein ausgewiesener Bach-Spezialist und hat mit seinem Chor und Orchester herausragende und bestens aufeinander abgestimmte Instrumente zur Verfügung, die er zur wortgetreuen Auslegung der Musik einzusetzen weiß. Sie agieren verlässlich—auch und gerade bei den zuweilen halsbrecherischen Tempi. Chöre und Choräle werden einzeln ausgedeutet; Otto folgt hier semantischer Logik und lässt elegant überbinden, wo es der Text erfordert. Alles gerät äußerst fein und nur in wenigen Fällen möchte man das Tempo etwas forcieren oder drosseln—doch das ist eben Geschmackssache.

Reich beschenkt wird der Hörer auch mit der Wahl der Solisten: Katharina Magieras Alt ist wunderbar unaufgeregt und schmiegt sich wohlig in den Orchesterklang; auch Bass Thomas E. Bauer singt seine Arien und Rezitative mit baritonaler Schlankheit und äußerst spannungsreich. Ein Segen gar ist Georg Poplutz, der sowohl seine Rezitative als auch die Arien mit federleichten Koloraturen und als delikater Erzähler meisterhaft gestaltet—besser kann man es kaum machen. Einzig Sopranistin Julia Kleiter setzt phasenweise zu viel Vibrato ein und schmälert damit den ansonsten äußerst homogenen Klang des Solistenquartetts.

Ein Juwel ist die Sinfonia in der zweiten Kantate: Das auf historischen Instrumenten spielende Bachorchester agiert mit einer fesselnden Dichte, pulsierend und doch sanft wiegend mit cremigen Bläsern und weichen Streichern—es würde nicht stören, wenn Ralf Otto dieses Stück einfach mehrmals hintereinander anstimmen würde.

Der Dirigent hat bereits eine prominent besetzte Gesamteinspielung von BWV 248 vorgelegt—im Jahr 1991 bei Capriccio. Jede weitere Aufnahme des Werks nähert sich auf ihre Weise dem Mysterium der Musik an—mal, mal weniger. Diese hier setzt allerdings Maßstäbe: An ihrer Aussage werden sich Folgende mehr messen lassen müssen. © 2018 Pizzicato





Aachener Zeitung, November 2018

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Klassik heute, October 2018

Nach der himmelstürmend-fulminanten Johannespassion legt Ralf Otto mit dem Bachchor und Bachorchester Mainz nun Bachs Weihnachtsoratorium vor – und wieder ist es eine tief beeindruckende Aufnahme, die beim Hören immer wieder Glücksgefühle auslöst. Glücksgefühle deswegen, weil man Töne, Motive und Wendungen hört, die man sonst oder so nie gehört hat. Vor allem im Orchester. Das spielt so aufmerksam, so genau ausphrasiert und damit so beredt-lebendig, dass der Chor dabei fast in den Hintergrund gerät. Das meinte wohl auch der Toningenieur, der das Orchester akustisch so weit nach vorne rückt, dass man beim Hören meint, in der ersten Reihe direkt vor den Instrumentalisten zu sitzen und ihnen beim Musizieren zuzusehen.

Dabei wählt Ralf Otto vielfältige Tempi, nimmt manches langsam-bedeutsam, etwa den Choral Schaut hin, dort liegt im finstern Stall, der damit verhaltenes Staunen ausdrückt, oder auch bedächtig-langsam wie die Alt-Arie Schlafe, mein Liebster, die damit als Schlummerlied tiefe Ruhe ausstrahlt, oder auch die vielen Namensnennungen für Jesus in Nr. 38, von denen jede damit ein eigenes Gewicht bekommt, aber auch einzelne Rezitativ-Stellen, die dadurch als theologisch bedeutsam herausgehoben werden: Dass Maria schwanger ist, singt der Evangelist mit bedeutungsschwerem Nachdruck, ebenso, dass sie die Worte in ihrem Herzen bewegt. Ansonsten herrschen meist tänzerisch beschwingte oder auch rasch vorantreibende Tempi, auch das „vivace“ in der Tenor-Arie Nun mögt ihr stolzen Feinde schrecken ist im Wortsinne lebendig.

Georg Poplutz erweist sich wieder als höchst stilsicherer Evangelist, der sorgfältig artikuliert und textintelligent deklamiert, über die Koloraturen in seinen Arien singt er aber oft etwas leicht hinweg, stößt das erste Sechzehntel an und lässt’s dann laufen. Die sehr sichere und selbstbewusst klingende Katharina Magiera könnte für ihren gut geführten und klar konturierten Alt etwas mehr vokalen Liebreiz brauchen, schließlich singt sie von zärtlichen Trieben, sehnlichstem Lieben und Lustempfinden. Der Bass von Thomas E. Bauer hat ein bisschen viel Vibrato, setzt es aber zielgerichtet ein, so dass es manchmal (so in Nr. 8) wie zitternder Verkündungseifer wirkt. Tadellos schön singt die Sopranistin Julia Kleiter. Ihnen beiden und Ralf Otto gelingt es, dass die Nr. 29 (Herr, dein Mitleid) wirklich zum heimlichen Zentrum des Oratoriums wird – wie Günter Jena in seiner tiefschürfenden Monografie formuliert: „Wenn die Interpreten die rechte , verliebt-heitere und doch empfindsam weiche Stimmung des Duetts treffen, kann es nicht nur zum tonartlichen Höhepunkt, sondern auch zum fröhlichen Glanzpunkt der ersten drei Oratoriumsteile werden.“ Und wie die Interpreten diese Stimmung, diese „heitere, etwas ungeduldige Atmosphäre“ (so wieder Jena) treffen! Julia Kleiter und Thomas E. Bauer genießen eifrig und eilfertig die „verliebte, redselig-schwärmerische Länge“ (wieder Jena) dieses Duetts und die übermütig-fröhlichen Oboen tanzen förmlich um die Solisten herum, „als würden die vier Beteiligten sich immer wieder unter die Arme greifen und einen fröhlichen Reigen tanzen“ (so schwärmt wiederum Günter Jena).

Und damit sind wir beim Orchester, das zum heimlichen Bedeutungsträger dieser Aufnahme wird. Selten hört man sonst, wieviel im Orchester „passiert“. Die Barockvioline in der Alt-Arie Nr. 39 begleitet mit hingebungsvoll-zärtlichem, dabei zart-spröden Klang. Die Pauken zeigen von Anfang an, dass sie kaiserliche Instrumente sind, im turbulent-freudigen Ehre-sei-Gott-Chor lachen nicht nur die Choristen koloraturfreudig, sondern stampft das Orchester förmlich freudig auf, wenn die Hirten nach Bethlehem eilen wollen, stürzen ihnen die Violinen geradezu eifrig vorher, im Choral Jesus, richte mein Beginnen produzieren die Hörner nicht, wie wiederum Günter Jena meint, „seufzend phrasierende“, sondern eher selig tanzende Achtel und auch im darauffolgenden Chor Ehre sei Dir, Gott, gesungentanzen die Oboen – es ist überhaupt viel Tanz in diesem Weihnachtsoratorium. Wenn nicht getanzt wird, findet Ralf Otto für das Orchester ein ziehendes, ja bisweilen, wenn auch genau ausgeformtes, „schwimmendes“ Legato. Das fällt besonders bei der Sinfonia auf, die deswegen durchaus mehr rhythmische Akzente vertragen könnte.

Seinen Mainzer Bachchor lässt Ralf Otto die Choräle grammatikalisch richtig singen, die Kommata beachtend und auch die Fermaten. Ich steh an deiner Krippen hier erklingt andächtig und innig, so kunstfertig wie kunstlos-gläubig. Der Weihnachtsjubel gelingt dem Chor mühelos, in Fallt mit Danken hört man im Chor deutlich die übermütig-fröhlichen Triller, die Sänger machen jedes Tempo mit und drehen am Ende, bei den stolz schnaubenden Feinden, gehörig auf – doch manchmal wünschte man sich einen an Zahl etwas größeren Chor, der auch im Sopran durchaus noch ein paar höhere Frequenzen mehr brauchen könnte.

Weihnachten kann kommen, dieses Bach‘sche Weihnachtsoratorium des Mainzer Bachchores ist ein herrliches Weihnachtsgeschenk und eine reine weihnachtliche Wonne. © 2018 Klassik heute



Operapoint, April 2018

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