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Gerhard Eckels
Opera Lounge, December 2019

Zumindest hierzulande ist der französische Komponisten Albéric Magnard (1865-1914) weitgehend unbekannt (seine Oper Guercoeur hatte vor nicht zu langer Zeit in Osnabrück Deutschland-Premiere, wie in operalounge.de berichtet wurde). Er hatte zunächst das Studium der Rechtswissenschaft begonnen, das er jedoch nach einem Besuch von Tristan und Isolde in Bayreuth abbrach, um am Pariser Konservatorium bei Jules Massenet und Vincent d’Indy zu studieren. Nur etwa 20 seiner Kompositionen sind erhalten, was auch daran lag, dass 1914 bei einem Brand seines Hauses eine ganze Reihe seiner Werke, u.a. die frühe Oper Yolande, vernichtet wurde. als er es gegen eine Gruppe deutscher Soldaten verteidigen wollte. Aus seinem schmalen Werk gelten neben den beiden erhaltenen Opern Guercœur und Bérénice, einer Violinsonate und einem Streichquartett besonders seine Sinfonien Nr. 3 und 4 als herausragende Werke der französischen Musikgeschichte um 1900. Das Philharmonische Orchester Freiburg hat sich mit „seinem“ Generalmusikdirektor Fabrice Bollon um diese Sinfonien verdient gemacht, indem es sie bei Naxos eingespielt hat.

Während in Magnards beiden ersten Sinfonien noch der Einfluss seines Lehrers d’Indy spürbar ist, wird in der 1895/96 entstandenen und unter Leitung des Komponisten 1899 in Nancy uraufgeführten 3. Sinfonie seine eigene Handschrift deutlich. Es gibt Ähnlichkeiten zu César Franck und Gabriel Fauré, jedoch ohne impressionistische Farben. Bei der Interpretation dieser Sinfonie betont Fabrice Bollon mehr die in sich ruhenden Passagen, von denen das Werk viele hat, so die wie ein Choral klingende Introduction des ersten Satzes (Ouverture) und von den beiden Themen des Hauptteils eher die zärtlichen Melodiebögen als die gegensätzlichen, rhythmisch energischen Momente. Damit gibt er dem Orchester viel Raum, ausgewogenen Bläserklang zu zelebrieren. Im Dancesgenannten Scherzo erklingen flotte Volksweisen aus der Auvergne, wo Magnard öfter seine Ferien verbracht haben soll. Die Pastorale beginnt mit einem wunderschönen, etwas melancholischen Oboen-Solo und schwelgt in ruhiger Farbigkeit. Im Final konkurrieren wieder zwei Themen miteinander, ein fröhliches und ein träumerisches, ohne dass beide wirklich zu kompositorischer Gemeinsamkeit verwoben werden.

Die 1913 entstandene 4. Sinfonie ist Magnards letzte Komposition, die er einer feministischen Organisation widmete und sie vom Orchester der Union von Musiklehrerinnen und Komponistinnen am 2. April 1914 uraufführen ließ. Es ist auch insoweit ein Verdienst des Freiburger GMD, dass er großen Wert auf Durchhörbarkeit der temperamentvollen, an Themen reichhaltigen Komposition legt. So können besonders in dieser Sinfonie alle Instrumentengruppen des ausgezeichneten Orchesters mit zahlreichen Soli glänzen (Naxos 8.574082, Sinfonien 1 & 2 sind auf Naxos 8574083 in der selben Besetzung erhältlich). © 2019 Opera Lounge



Jan Kampmeier
www.klassik.com, September 2019

Interpretation: 
Klangqualität: 
Repertoirewert: 
Booklet: 

Das Philharmonische Orchester Freiburg unter Fabrice Bollon legt hier Magnards dritte und vierte Symphonie in lebhaften Aufnahmen vor. © 2019 www.klassik.com





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