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Rolf Fath
Opera Lounge, April 2015

Es war ein schrecklich schwüler Sonntagnachmittag, als im Juli 2010 in Bad Wildbad die erste konzertante Aufführung des Siège de Corinthe in der Trinkhalle stattfand und man in den beiden Pausen japsend ins Freie flüchtete. Es herrschte eine Schwere, die sich zunehmend auch auf die Aufführung legte, was man der im Rahmen von drei Aufführungen entstandenen Aufnahme nicht anmerkt. Nach dem Mitschnitt aus Lyon von 2001 und jenem zehn Jahre älteren aus Genua, bei dem Geerd Heinsen zu recht die Nase rümpfte, liegt nun eine kompetente Aufnahme der Oper vor, mit der Rossini den Bogen von der Revolutionsoper zum Pomp des Zweiten Kaiserreiches schlug, womit der Siège zum Vorbild aller Werke wurde, die in den nächsten Jahrzehnten an der Opéra herauskamen. Der Kampf der Griechen gegen die Türken nahm die panhellenischen Begeisterung in ganz Europa auf, mit der sich auch das Bürgertum unter den Bourbonen identifizierte. Das Werk endet mit einer Schwerterweihe und der Beschwörung eines aus der Asche auferstehenden Griechenland, die geradewegs zu Didos Vision eines neuen Troja in den Troyens von Berlioz zu führen scheint. Von Jean-Luc Tingaud geht auf der Aufnahme mehr Spannung aus, als man es von der Live-Aufführung in Erinnerung hatte. Er hat Sinn für das französische Idiom, natürlich, ist ein sanfter Pultstratege, der die Tableaux geschickt aufbaut und die Sänger behutsam anleitet. Majella Culllagh singt die zwischen Liebe zum Vaterland und dem Feind, also Korinth und Mahomet, schwankende Palmyra ohne größere innere Anteilnahme, aber mit der gesammelten Erfahrung ihrer Belcanto-Beschäftigung, gewinnt der Partie trotz ihres flachen Soprans und dem grisselig grauen Timbre berückende Momente ab, darunter im Finale in „Juste ciel“ (aber das macht fast jede Interpretin dieser Arie, muss man fairerweise sagen, sie ist einfach effektvoll geschrieben…). Besser als in Erinnerung auch Miachel Spyres als sensibler Néocles, dessen kometenhaften Aufstieg man damals nicht unbedingt vorhergesagt hätte, und Marc Sala in der Vaterrolle des Cléomène. Lorenzo Regazzo, so Geerd Heinsen, “beweist seine Klasse im Dramatischen mit einem dräuenden Mahomet”. Recht länglich ist das Ballett zu Beginn des zweiten Aktes des Siège. © 2015 Opera Lounge





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