Classical Music Home

Welcome to Naxos Records

Email Password  
Not a subscriber yet?  
Keyword Search
 in   
 Classical Music Home > Naxos Album Reviews

Album Reviews



 
See latest reviews of other albums...

XTRA! (Österreichs Grösstes Gaymagazin), March 2015

Am Cover einer Opernaufnahme sind meist nur Chor, Orchester, Dirigent und die Interpreten der Hauptrollen angeführt, denn sie bestimmen im Großen und Ganzen die Qualität des Produkts. Die neue Aufnahme von Verdis Otello aus dem Auditorio Príncipe Felipe im spanischen Oviedo hat aber außer den Genannten einiges mehr zu bieten, worauf hinzuweisen sich durchaus lohnt, etwa das Mitglied des Orchesters Oviedo Filharmonía, dem man das Cello-Solo am Beginn des Liebesduetts des ersten Akts anvertraut hat—so sinnlich und balsamisch hört man es in einem Opernhaus selten. Oder auch die kleineren Rollen—Luis Dámaso in der Rolle des Cassio oder Vincenç Esteve als Roderigo—bereichen die Einspielung ungemein und tragen zu deren guter Bewertung bei. Friedrich Haider, der Dirigent der Aufnahme, steuert alle Beteiligten mit routinierter Sicherheit durch die heikle Partitur Verdis. Wenn sich hie und da Unausgewogenheiten in der Balance ergeben, dann liegt das nicht zwingend am Mangel dynamischer Differenziertheit, sondern eher an der Aufnahmetechnik, die beispielsweise den Chor im 2. Akt der Oper etwas zu weit in den Hintergrund rückt, wodurch sich ein ganz neues Verhältnis zwischen Bühnengeschenen und Orchesterbegleitung einstellt. Der Chor Orféon Donostiarra bestitcht durch seine Wortdeutlichkeit (den Satz „Avranno per requie la sferza dei flutti“ im Freudenchor nach Otellos Rückkehr versteht man selbst bei italienischen Opernchören nus selten), es mangelt ihm allerdings scheinbar etwas an „reiferen“ Stimmen oder er ist einfach nur unterbesetzt—den voluminösen, satten Klang eines Opernchores kann diese Truppe leider nicht bieten. Mit Wagner-Rollen wiee Stolzing (in den „Meistersinger“) oder Tristan trat Robert Dean Smith seinen Siegeszung von Bayreuth in die ganze Welt an und galt als einer der meist gefragten Tenöre in diesem Fach. Dementsprechend hoch ist die Erwartungshaltung, wenn er es anderen Kollegen (wie Jon Vickers oder Ramòn Vinay) gleichtut und die Visitenkarte des zorningen Mohren in Händen hält. Bei all seiner „heldenhaften“ Vergangenheit hat sich die Stimme im Klang trotzdem eine gewisse Unschuld bewahrt, die kaum zu Otellos ungestümen Charakter passen dürfte. Und dennoch hat er die Strahlkraft eines Del Monaco, lediglich in der Mittellage klingt sie etwas matt und glanzlos; die Höhen meistert er souverän, ebenso bietet er geschickt den Fortissimo-Attacken des Orchesters die Stirn. Sein „Vien, Venere splende“ am Ende des ersten Akts gehört zu den schönsten Momenten der Aufnahme. Raffaella Angeletti ist als Desdemona tadellos, ihr weiches Timbre schmeichelt dem Ohr; nur wer ganz genau hinhört, kann bei hohen Tönen ein luftiges Nebengeräusch vernehmen, was der beispielhaften Interpretation der Rolle keinen Abbruch tut. Der rumänische Bariton Sebastian Catana (Jago) übernahm die undankbare Aufgabe, für all das Elend des Dramas verantwortlich zu sein, entledigte sich seiner Aufgabe in bester italienischer Opernmanier und erinnert mit seinem kernigen Material dabei ein wenig an berühmte Fachkollegen wie Aldo Protti oder Robert Merrill. Einer weitere wertvolle Neuaufnahme im Niedrigpreis-Angebot der Firma Naxos, die nun schon viele Jahre ihren Katalog mit mustergültigen Einspielungen anreichert. © 2015 XTRA! (Österreichs Grösstes Gaymagazin)





Naxos Records, a member of the Naxos Music Group