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Album Reviews



 
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Remy Franck
Pizzicato, November 2016

Johann Simon Mayrs Oper ‘Amore non soffre opposizioni’ ist ein einfallsreiches und unterhaltsames Werk. Bei Naxos gibt es die Oper in einer Aufzeichnung, die 2011 in Neuburg an der Donau entstand. Die Buffooper wird von einem durchwegs jungen Ensemble gesungen, das den Rollen viel Leben einhaucht und in den meisten Fällen auch stimmlich beeindruckt. Das ‘East West European Festival Orchestra’ spielt engagiert unter Franz Hauk. Eine solide Opernproduktion, die jedem Freund der Gattung gefallen wird. © 2016 Pizzicato



Marcus Budwitius
Opera Lounge, November 2016

Der im oberbayrischen Mendorf nahe Ingolstadt geborene Komponist Johann Simon Mayr (1763-1845) war der Nachwelt lange bestenfalls nur als Lehrer Gaetano Donizettis bekannt, beider Grabmale befinden sich in Bergamo in der Kirche Santa Maria Maggiore beieinander. Der Lebensweg von Johann Simon Mayr zum anerkannten, über 40 Jahre in Bergamo lebenden Komponisten Giovanni Simone Mayr ist eine interessante Geschichte für sich. Mehr als 60 Opern sowie über 600 Kirchen- und Kammermusikwerke hat er komponiert, eine Wiederentdeckung setzte in den letzten Jahren ein. Das Label Opera Rara brachte Ginevra di Scozia (das ist die Ariodante-Geschichte bei Händel) und Medea in Corinto heraus, die Medea wurde 2015 auch beim Festival Valle d’Itria gezeigt. Die Renaissance seiner Musik ist auch lokalpatriotischem Engagement zu verdanken, 1995 wurde in Ingolstadt die Internationale Simon Mayr-Gesellschaft gegründet, deren früherer Geschäftsführer, der Dirigent, Organist und Cembalist Franz Hauk hat sich beim Label Naxos mit einigen Aufnahmen um Mayr verdient gemacht: Oratorien, Te Deum, Kantaten, Ouvertüren, Konzerte und Opern: nach Saffo folgt nun Amore non soffre opposizione, eine Opera giocosa in zwei Akten, deren Uraufführung 1810 in Venedig stattfand; Im gleichen Jahr debütierte Rossini mit La cambiale di matrimonio in der Lagunenstadt. Die Handlung von Librettist Giuseppe Maria Foppa ist kaum der Rede wert und ziemlich verworren. Policarpo sucht für seine Tochter Gelmina einen reichen Bräutigam und hat Argante und dessen Sohn Ernesto zur Brautschau geladen. Es stellt sich aber heraus, dass Ernestos frühere Geliebte Elmira mit ihrer beider unehelichem Sohn inzwischen den Namen Zefirina angenommen hat und die Zofe Gelminas ist. Es kommt zu Problemen und Verwirrungen, ein ungewisses Schicksal erwartet die Figuren, doch wahre Gefühle und falsche Arrangements trennen sich, Ernesto und Elmira erkennen ihre Liebe und Gelmina geht leer aus. Ohne Libretto (Naxos stellt es im Internet bereit) steigt man dabei nicht durch, beim Durchlesen der Zusammenfassung im Beiheft, fällt es schwer, genug ergiebige Situationen für ca. 130 Minuten Musik zu finden. Das Libretto hat eine Tendenz zum Rührstück, wieso die Liebe keinen Widerspruch erträgt, erschließt sich nicht selbstverständlich, Es handelt sich bei der vorliegenden Einspielung um eine Live-Aufnahme aus Vorstellungen im Stadttheater von Neuburg an der Donau im Mai 2011. Das Gelegenheitsorchester East-West European Festival Orchestra besteht aus jungen Musikern aus zwölf europäischen Ländern, die extra für diese Aufnahme zusammengestellt wurde und drei Wochen Probezeit hatten. Dirigent Franz Hauk gelingt ein fließender und heiterer Duktus, von der Ouvertüre an hört man ein schwungvoll musiziertes Werk von leichter Hand—schöne Ensembles, eine geschickte und abwechslungsreiche Instrumentierung, die Musik steht zwischen Rokoko und Belcanto und klingt wie eine Mischung aus Mozart, Beethoven und frühem Rossini (nur ohne geniale Einfälle). Trotz der kleinen Besetzung (das Beiheft gibt keine Auskunft zur orchestralen Besetzung) wird es einem beim Zuhören nicht langweilig, dass es dennoch Längen gibt, liegt an der verworrenen Handlung. Die Oper erfordert sechs Sänger—ein Tenor, zwei Soprane, drei Baritone. Die Arien sind ohne Akrobatik, das Rezitativ ist bereits stark eingeschränkt zugunsten von Arien und vielen Ensembles. Das turbulent klingende große Finale des ersten Akts mit einer Spieldauer von ca. 17 Minuten beginnt als Terzett und verläuft über Duett, Quartett, Quintett bis zum Sextett. Die jungen Sänger gehen in ihren Rollen auf, beim Zuhören vermutet man, dass das Bühnengeschehen bei dieser Live-Aufnahme durch engagierte Sänger mit komödiantischen Talent sicher getragen wurde. Elmira wird von Monika Lichtenegger mit schöner, ausdrucksvoller Stimme gesungen, die gelegentlich in ein zu starkes Vibrato ausbricht, Laura Faig singt die Gelmina mit lyrisch-leichter Stimme, die die Naivität und Unbedarfheit der jugendlichen Figur passend zum Ausdruck bringt. Als Ernesto singt Tenor Richard Resch mit schön fokussierter Stimme, der im Augsburger Opernhaus tätige Giulio Alvise Caselli als Argante, der Policarpo von Bariton Philipp Gaiser und der Diener Matorello von Bassbariton Josef Zwink sind charakteristisch rollendeckend interpretiert. Amore non soffre opposizione ist weder Offenbarung noch Meisterwerk, künstlerisch ist man hier vielleicht “nur” im Neuburger Stadttheater und nicht in der MET, doch in der engagiert musizierten und gesungenen Ersteinspielung übertragen sich die Leichtigkeit und die Spielfreude trotzdem. © 2016 Opera Lounge





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