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Album Reviews



 
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Gerhard Persché
Fono Forum, August 2020

Die Musik ist genuiner Strauß jr. und verdient Aufmerksamkeit; die CD wurde anlässlich eines Konzerts in Sofia unter der flotten Leitung von Dario Salvi eingespielt. © 2020 Fono Forum



Karin Coper
Orpheus, July 2020

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Manuel Brug
SWR2 Radio, June 2020

Strauss: Blindekuh: II. Akt, Jung und schön, von edlem Wuchse

Molligkeit als Frauenideal! Ja, das deutet auf längst vergangene Rubensfigur-Zeiten—Operette eben. Aus dem heute völlig vergessenen Bühnenwerk „Blindekuh“ von Johann Strauß stammt dieses strophenreiche Tenorcouplet, das uns Daniel Schliewa sang. Dario Salvi dirigierte das Philharmonische Orchester Sofia.

Wie stets, wusste der geschäftstüchtige Strauß allerdings nach dem Misserfolg seiner sechsten Operette die besten Melodien für seinen Werkkatalog an Tänzen aufzubereiten. Am berühmtesten wurde von den diversen „Blindekuh“-Nummern der Walzer „Kennst Du mich?“. Den hat nämlich wiederum später der Bearbeiter Ralph Benatzky für den Nonnenchor der posthumen Strauß-Operette „Casanova“ verwendet, ein Plattenhit auch für Elisabeth Schwarzkopf wie Joan Sutherland. Doch es finden sich neben einer temperamentvollen Ouvertüre und zwei langen Kettenfinali auch pikante Arien, belcantistische wie Buffo-Duette, eines sogar für zwei Tenöre; dazu Märsche und zündende Ensembles. Die werden von der zusammengewürfelten Sängertruppe leidlich vorgetragen, auch die bulgarischen Kollektive entwickeln schönes Operettentemperament. Und so stolpern wir mit „Blindekuh, Blindekuh, wir alle führen dich, Muh-Muh“ in eben das zweite Finale mit dem charaktervollen Walzermotiv.

Strauss: Blindekuh: II. Akt Finale

„Blindekuh, Blindekuh, wir alle führen dich, Muh-Muh“. So tönt es im zweiten Finale der gleichnamigen, jetzt wiederentdeckten Johann-Strauss-Operette. Da muss Waldine, die weibliche Hauptrolle, Adolph, dem Neffen aus Amerika, ebendieses Gesellschaftsspiel erklären—natürlich im Walzertakt. Martina Bortolotti und James Bowers führen das animierende Vokalensemble an, welches der versierte Dirigent Dario Salvi zu bändigen weiß. So begegnet man in „Blindekuh“ zwar keinem verkannten Meisterwerk, aber doch einer gern gehörten Ergänzung des Strauss-Œuvres.

Und das waren sie wieder, die „Neue CDs“ beim „Treffpunkt Klassik“ auf SWR2. Manuel Brug hat ausgewählt und moderiert. Ich sage Danke fürs Zuhören und bis bald! Wie stets finden Sie das Manuskript zu dieser Sendung und alle CD-Angaben unter www.swr2.de. Zudem können Sie diese Folge dort eine Woche hören. In SWR2 geht es nach den Nachrichten weiter mit dem Teil 10 der ökonomischen Radiofeature-Reihe von Armin Chodzinski. „P wie Projekt“, so lautet der Titel. Was aber war eigentlich, bevor alles Projekt wurde? Leben? Arbeitslosigkeit? Interesseloses Wohlgefallen? © 2020 SWR2 Radio




Matthias Siehler
Rondo, May 2020

„Blindekuh“—eigentlich ein griffiger, origineller Operettentitel. Johann Strauß Sohn hat er freilich kein Glück gebracht. Sein sechstes Werk für das heitere Musiktheater, uraufgeführt 1878 im Theater an der Wien, ist gleichzeitig auch eines seiner unbekanntesten. Jetzt immerhin hat man bei der nach Vollständigkeit dürstenden Firma Naxos eine auf konzertanten Aufführungen in Sofia beruhende Erstaufnahme zu bieten. Und die hört sich sehr fein an. Wobei, das Libretto, Verwechslungen um einen falschen Cousin aus Amerika, der die Tochter eines Landgutbesitzer heiraten soll, so konfus ist, dass man sich wirklich mit der finalen Enthüllung, alles sei eben nur ein Blindekuh-Spiel gewesen, begnügen sollte. Doch dafür macht die Musik umso mehr Spaß. Am berühmtesten unter den diversen Nummern, die der geschäftstüchtige Strauß nach dem Misserfolg für seinen Werkkatalog an Tänzen ausschlachtete, ist der Walzer „Kennst Du mich?“. Den hat nämlich wiederum der Bearbeiter Ralph Benatzky für den Nonnenchor der Instant-Strauß-Operette „Casanova“ verwurstet. Doch es finden sich neben einer temperamentvollen Ouvertüre und zwei langen Kettenfinali auch pikante Arien, belcantistische wie Buffo-Duette, Märsche und zündende Ensembles. Die werden von der zusammengewürfelten Sängertruppe leidlich vorgetragen, auch die bulgarischen Kollektive entwickeln schönes Operettentemperament. Welches der Metier-versierte Dirigent Dario Salvi mit variantenreichen Tempi zu zügeln wie zu bändigen weiß. So begegnet man hier keinem unbekannten Meisterwerk, aber doch einer gern gehörten Ergänzung des Strauss-Œuvre. © 2020 Rondo




Remy Franck
Pizzicato, April 2020

Die 1878 uraufgeführte Strauss-Operette Blindekuh war wegen des heftig kritisierten Librettos ein regelrechter Misserfolg. In der wenig geliebten Komposition geht es um einen Gutsbesitzer, der durch den Größenwahn und die Verschwendungssucht seiner zweiten Frau dem Ruin nahe ist. Er hofft, durch die Heirat seiner Tochter aus erster Ehe mit einem reichen Neffen aus Amerika wieder zu Geld zu kommen, da dieser auf Grund eines Familienvertrags entweder die Cousine heiraten oder 40.000 Dollar Schmerzensgeld zahlen muss. Statt des Amerikaners erscheint aber bei Beginn des Stückes der eigentliche Liebhaber der Tochter; er wird vom Vater für den Neffen gehalten und als solcher begrüßt. Er zwingt die verschwenderische Stiefmutter, deren aufstehende Rechnungen er aufgekauft hat, seine Pläne zu unterstützen, und gewinnt schließlich auch den wirklichen amerikanischen Neffen, der schon verheiratet und das Reugeld zu zahlen bereit ist, für die Fortsetzung dieses Blindekuh-Spiels, das natürlich mit der Verlobung des Liebespaares endet.

Die Verwechslungskomödie mit vielen zündenden Melodien, schwungvollen Walzern, Polkas und Quadrillen wird nun von Naxos in einer Weltersteinspielung vorgelegt. Dario Salvi dirigiert stilvoll, ohne vielleicht alles an Temperament aus der Musik herauszuholen. Das Solistenensemble ist dezent, das Orchester und der Chor aus Sofia warten mit korrekten Leistungen auf. © 2020 Pizzicato



Die Bühne, April 2020

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