Classical Music Home

Welcome to Naxos Records

Email Password  
Not a subscriber yet?  
Keyword Search
 in   
 Classical Music Home > Naxos Album Reviews

Album Reviews



 
See latest reviews of other albums...

D. Zweipfennig
Online Merker, August 2015

BR-Klassik hat gut daran getan, die semi-szenischen Aufführungen vom 4.-13.10.2014 mitzuschneiden und als Tondokument zu bewahren. Ein herrlich intensives und ausgewogenes Ensemble rund um Misha Didyk (Hermann), Tatjana Serjan (Lisa) und Larissa Diadkova (Gräfin) tauchen den Zuhörer unmittelbar in Puschkins und Tschaikovskys innerste Universen. Ob die formidable satt oder markant orgelnde Männerriege mit Alexey Shishlyaev (Graf Tomsky), Alexey Markov (Prinz Jeletzki), Vadim Zaplechny (Tschekalinskij), Tomasz Slawinski (Surin), Anatoli Sivko (Narumov), Mikhail Makarov (Chaplitsky) oder die Damen Oksana Volkova (Polina), Olga Savova (Gouvernante) und Pelageya Kurinaya (Chloe), alle sparen nicht an Einsatz und Wahrhaftigkeit des Ausdrucks. Es gibt zweifellos Aufnahmen mit luxuriöser timbrierten Stimmen, aber selten in Kombination mit einem technisch untadeliger und klanglich berauschender aufspielenden Orchester als dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Mariss Jansons, der die Rauheit und Kanten der Partitur wesentlich stärker herausarbeitet als etwa Gergiev, sorgt damit für die großen außergewöhnlichen, gleichsam unerhörten Momente. Schon die Finalszene der ersten Szene des ersten Aktes ist an dramatischer Wucht nicht zu überbieten. Ohne Sentimentalität stellt er das Orchester ganz in den Dienst des unerbittlich ablaufenden Plots. Die großartige Aufnahmequalität lässt jedes Detail in der Instrumentierung plastisch aufblitzen und die „Couleurs historiques“ von St. Petersburg golden schimmern. Auch das Sozialdrama um den armen Außenseiter, für den sich Lisa statt des reichen ihr anverlobten Fürsten Jeletzki entscheidet, kommt voll zur Geltung. Allzu impressionistische Klangmalerei ist Jansons Sache nicht, Stimmung mit instrumentalen Finessen zu schaffen und dynamisch zuzuspitzen, jedoch schon.

Von den Solisten ein explizites Sonderlob für Tatiana Serjan für ihre traumhaft schön gesungenen Arien und leuchtenden Höhen als Lisa sowie für den unüberbietbaren Weltklassechor des Bayerischen Rundfunks. © 2015 Der Neue Merker





Naxos Records, a member of the Naxos Music Group