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Album Reviews



 
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Alain Steffen
Pizzicato, January 2015

« Ein musikalisches Mysterium zu gestalten, in dem die Erkenntnis höchster Schönheit und ewiger Ordnung offenbar wird », so beschreibt Walter Braunfels seine ‘Verkündigung’. Das weihnachtliche Mysterienspiel entstand zwischen 1933 und 1937 und reflektiert in mittelalterlich-historisierender Weise die großen Themen der damaligen Zeit. Hier geht es um Fragen von Diskriminierung, von Schuld und Sühne, um Liebe und Opfer. Mit einem großen Spektrum an Klangfarben und einer enormen musikalischen Ausdrucksstärke schafft Braunfels ein musikalisches Tableau mit spätromantischem Flair und mit sehr lyrischen-schönen Passagen, die—ähnlich wie bei Richard Strauss—die Moderne eher behutsam vorwegnehmen. Die Uraufführung fand erst 1948 statt.

Obwohl die Werke des von den Nazis vertriebenen Walter Braunfels nie den Sprung ins große Repertoire geschafft haben, sind sie mehr als hörenswert und haben ihren Platz in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts verdient. So kann man in diesem Falle nur von Glück reden, dass der Dirigent Ulf Schirmer diese Produktion von ‘Verkündigung’ in München machen und dabei auf ein wirklich erstklassiges Ensemble zurückgreifen konnte.

Juliane Banse ist eine wunderbar lyrische Violaine, der Tenor Matthias Klink, der den Peter von Ulm singt, ist eine absolute Entdeckung. Der Bariton von Adrian Eröd als Jakobäus gehört für mich zu den schönsten Stimmen der internationalen Opernbühne und begeistert auch hier mit einer bravourösen Leistung.

Neben diesen drei herausragenden Interpreten glänzen Janina Baechle (Mara), Hanna Schwarz (Mutter) und Robert Holl (Andreas Gradherz). Der Chor des bayerischen Rundfunks und das Münchner Rundfunkorchester singen und spielen auf allerhöchstem Niveau.

Dass diese live mitgeschnittene ‘Verkündigung’ aber zu einem musikalischen Ereignis wurde, ist Ulf Schirmer zu verdanken, der nicht nur die Partitur in wunderbare Musik umzusetzen versteht, sondern der vor allem ein genialer Operndirigent ist, der seine Sänger auf Händen trägt. Diese Aufnahme ist eine Verneigung vor dem Genie und der humanistischen Haltung von Walter Braunfels. © 2015 Pizzicato




Volker Tarnow
Concerti, January 2015

Da schreibt ein von den Nazis verfolgter jüdischer Komponist eine katholische Mysterienoper und lässt sie mit den Worten enden: „Gepriesen sei der Tod!“ Das kann wohl nur verstehen, wer ähnlichen Gefahren ausgesetzt war wie Walter Braunfels. Die Musik hingegen versteht jeder. Sofern man nicht über das ewige 4/4-Metrum einschläft. Auch die Strauss-Anklänge, insbesondere an Die Frau ohne Schatten, rütteln einen nicht wach—es wird halt viel meditiert. Braunfels hatte sich schon 1913 mit Claudels triefend irrationaler Verkündigung beschäftigt, 1917 trat er nach furchtbaren Fronterlebnissen zum Katholizismus über. Sein 1948 uraufgeführtes Mysterium ist stark vom Orchester her gedacht, der Text wirkt moritatenhaft und wird von den durchweg tadellosen Sängern sauber artikuliert. © 2015 Concerti





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