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Remy Frank
Pizzicato, September 2015

Es war wohl das Schönste und Bewegendste was ein Orchester machen kann, wenn sein Chefdirigent gestorben ist: ein Stück ohne ihn zu spielen, aber ganz erfüllt von seinem Geist. So geschehen im KKL Luzern bei einem Gedächtniskonzert für Claudio Abbado. Das Festspielorchester musizierte den ersten Satz der ‘Unvollendeten’ von Franz Schubert.

Der Film beginnt jedoch mit dem Orchester unter Abbado selbst. Dass die Aufführung des langsamen Satzes der ‘Eroica’ nicht ganz gebracht wird, sondern durch Interviews mit Musikern unterbrochen wird, ist eigentlich etwas ganz Schreckliches: es ist schrecklich, aus dem Erleben der Musik herausgerissen zu werden… Dabei sind die Interviews schon interessant, diese wie auch die anderen, die zwischen den übrigen Werken eingeblendet werden und die wohl einmalige Beziehung zwischen Musikern und Dirigent belegen.

Das Konzert beinhaltet ferner Alban Bergs Violinkonzert mit einer aus Ergriffenheit heraus Ergriffenheit vermittelnden Isabelle Faust, mit Andris Nelsons am Pult—welch ein Unterschied im Dirigieren, zu Abbado! Derselbe Andris Nelsons dirigiert anschließend ein tief empfundenes Adagio aus Mahlers Dritter Symphonie, wo man letztlich nicht mehr weiß, wer denn nun wirklich dirigiert, Nelsons oder, über ihm, Abbado.

Ein weiterer wichtiger Beitrag im Film sind die knapp vier Minuten Filmbericht über die Hommage der Mailänder Scala, oder, richtiger, des Mailänder Publikums, das nicht nur das Opernhaus sondern den ganzen Platz davor füllte, als Barenboim den Trauermarsch aus Beethovens ‘Eroica’ dirigierte.

Und so ist denn dieser Film mit Konzert und Dokumentation etwas ungemein Wertvolles, etwas ungemein Bereicherndes, ja etwas Einmaliges! © 2015 Pizzicato





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