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Remy Franck
Pizzicato, August 2014

In Europas flächenmäßig größtem Opernhaus hatten am 23. November 2013 rund 1800 Leute Platz genommen, um Penderecki zu feiern, „Polens bedeutendsten zeitgenössischen Künstler“, wie Kulturminister Bodgan Zdrojewski sagte. Der Konzertabend war einzigartig und wurde glücklicherweise in Bild und Ton dokumentiert. Die DVD davon ist jetzt bei Accentus erhältlich.

Das Programm beginnt mit ‘Threnos’, jenem Stück für 52 Saiteninstrumente, das Krzysztof Penderecki 1960 den Opfern des Atombombenabwurfs von Hiroshima widmete. Krzysztof Urbański dirigiert es mit extremer musikalischer Klarheit als zwingendes Bekenntnis des Humanisten Penderecki.

Es folgt das virtuose ‘Duo Concertante’ für Violine und Kontrabass, brillant vorgetragen von Anne-Sophie Mutter und Roman Patkoló. Danach tritt Altmeister Charles Dutoit ans Pult der ‘Sinfonia Varsovia’, um das ‘Concerto Grosso’ für 3 Cellos und Orchester zu dirigieren, mit Arto Noras, Ivan Monighetti und Daniel Müller-Schott als Solisten. Dieses zunächst unbeschwerte Stück mit heiter-verspielter Rhythmik und entspannten ruhigen Passagen endet doch eher wehmütig. Diesen Wechsel der Stimmung machen Dutoit und die drei hervorragenden Solisten in ihrer Interpretation sehr deutlich.

Den Abschluss des Konzerts bildet das Credo, eine Auftragskomposition der ‘Internationalen Bachakademie Stuttgart’ und des ‘Oregon Bach Festival’, wo es am 11. Juli 1998 unter Helmuth Rilling uraufgeführt wurde. Im ‘Teatr Wielki’ stand Valery Gergiev vor einem 180 Sänger starken Chor, zusammengesetzt aus dem Chor der Nationaloper und dem Warschauer Philharmonischen Chor. Daneben sangen auch noch die 40 Knaben des Warschauer Knabenchors und die Solisten Iwona Hossa, Ewa Vesin, Agnieszka Rehlis, Krystian Krzeszowiak und Nikolay Didenko. Gergiev erweist sich in dem etwa einstündigen Werk, das zarte Vokal- und Instrumentalsoli mit kraftvollen Chor- und Orchesterpassagen mischt, als kompetenter Sachverwalter der Musik Pendereckis, deren Hauptcharakteristikum die langen, quasi als Reflektionen über das gesungene Wort fungierenden, reinen Orchesterpassagen sind, die es dem Zuhörer erlauben, den Text emotional und geistig zu vertiefen.

Zum Abschluss des Abends sangen alle Künstler auf der Bühne und das Publikum im Saal dem Komponisten ein herzliches ‘Happy Birthday’ …unter der Leitung von Valery Gergiev. Das ist, hinten im Abspann fast versteckt gezeigt, das einzige Element, das neben der Musik selbst auf die Besonderheit des Abends hinweist. Die Festatmosphäre, die an jenem 23. November im Nationaltheater herrschte, kommt in diesem, so gesehen etwas nüchternen Videodokument nicht zum Ausdruck. Und das ist ein Manko. Es gibt zwar einen Bonus-Film mit Erklärungen des Komponisten zu seinen Werken, die Hommage selber, die Penderecki an diesem Abend über die Musik hinaus erfuhr, bleibt unerwähnt. © 2014 Pizzicato





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