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Remy Franck
Pizzicato, September 2014

Im August 2013 dirigierte Claudio Abbado das Eröffnungskonzert des ‘Lucerne Festival’, dem 75., an der Spitze des zehn Jahre zuvor, 2003, von ihm gegründeten Lucerne Festival Orchestra. Passend zum Festivalthema ‘Revolution’ hatte der Dirigent die dritte Symphonie von Ludwig van Beethoven, die ‘Tragische Ouvertüre’ von Johannes Brahms und das Orchesterzwischenspiel sowie das ‘Lied der Waldtaube’ aus Arnold Schönbergs monumentalen ‘Gurre-Liedern’ aufs Programm gesetzt.

Schon in der ‘Tragischen Ouvertüre’ zeigt sich Abbado als der allgewaltige und allgegenwärtige ‘Toningenieur’, der sämtliche Fader seines Mischpults im Griff hat und jeder Phrase zur Bedeutung verhilft. Das Tempo ist eher langsam und fein reguliert, die Kunst der Färbung und der Schattierung unbeschreiblich. Das ‘Lucerne Festival Orchestra’ liefert einen transparenten und dennoch dichten sowie substanzreichen Klang.

Die Auszüge aus Schönbergs ‘Gurre-Liedern’ sind ebenfalls herausragend, nicht zuletzt wegen der prachtvollen Stimme von Mihoko Fujimura. Und noch mehr als bei Brahms begeistert die Substanz und die Intensität des Orchesterspiels.

Und dann die Eroica. DIE Eroica! Abbado hat sie wie alle anderen Beethoven-Symphonien mehrmals aufgenommen, und wenn man seinen Weg verfolgt, vom Monumentalen (Wiener Philharmoniker) über die leichtere, dynamischere, aber auch tiefschürfendere Lesart mit den Berliner Philharmonikern (nicht die CD, sondern die DVD aus der Accademia in Rom), dann ist diese Eroica aus Luzern die Vervollkommnung.

Dieser Luzerner Beethoven ist nicht mehr ganz so kammermusikalisch wie der aus Rom, aber er gesteht den Orchestersolisten mehr Raum zu. Und insgesamt erreicht er eine Klangqualität und eine Ausdruckstiefe, wie man sie nur selten in diesem Werk zu hören bekommt. Die Dynamik reicht vom gehauchten Pianissimo bis zum explosiven Magma. Zusammen mit dem erfühlten Rubato ergibt das eine enorme Innenspannung, die sich konsequenterweise im Jubel des Publikums entlädt. Eine Eroica für die Ewigkeit! © 2014 Pizzicato





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