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Ingrid Wanja
Opera Lounge, October 2016

Liegt die Zukunft der Oper in Asien? Man möchte es meinen, vergleich man die Mehrzahl der europäischen, insbesondere deutschen Produktionen, die ein Werk nur als Medium für die Darbietung der psychischen und politischen Befindlichkeiten des Regisseurs ansehen mit der zugegeben etwas naiv betulichen Inszenesetzung von Mozarts Le Nozze di Fiagro durch ein rein chinesisches Ensemble im China National Centre fort the Performing Arts in Peking. Lediglich für Regie, Bühne und Kostüme waren spanische und italienische Künstler verantwortlich, alles Akustische hatten chinesische Sänger und Instrumentalisten einschließlich des Dirigenten zu vertreten.

Das taten sie mit unglaublichem Elan und sichtbarer Spiel—und Sangesfreude. Dirigent Lü Jia legte bereits mit der Sinfonia ein zügiges Tempo vor und führte mit sicher-sensibler Hand durch das musikalische Geschehen. Passenderweise direkt aus Sevilla stammte Regisseur José Luis Castro und sorgte nicht nur für einen riesigen Stadtplan seiner Heimatstadt zu Zeiten des Geschehens als Zwischenvorhang, sondern auch dafür, dass die ansonsten nicht wegen ihres szenischen Temperaments bekannten chinesischen Sänger sich geradezu lustvoll auf der Bühne bewegten, man manchmal schmunzeln musste über ihren Übereifer. Ein renovierungsbedürftiges Grafenschloss hatte Giuliano Spinelli auf die Bühne gebaut, Irene Monti für historisch getreue Kostüme gesorgt und Alessandra Panzavolta das Menuetttanzen gelehrt.

Durchaus auch europäische oder amerikanische Frauenherzen höher schlagen lassen konnte der Sänger des Conte Almaviva, ein hochgewachsener, edel aussehender Bariton namens Zhou Zheng Zhong, der auch das geschmeidige Stimmmaterial und die ausgefeilte Technik für seine Partie mitbrachte. In Europa konnte man ihn u.a. bereits in Berlin, London und in Frankreich erleben. Ein pummeliger, aber auch szenisch gewandter Figaro war Li Ao mit markanter Bassbaritonstimme. Einer der musikalischen Höhepunkte der Aufführung war die Vendetta-Arie von Guan Zhijing als Bartolo, leider gestrichen waren die Arien von Basilio ( blass Li Xiang) und Marcellina (Zhang Zhuo mit feinem Spiel).

Leider waren die durchweg schönen Frauenstimmen einander recht ähnlich, durchweg eher zarte lyrische Soprane, auch der Cherubino von Xu Lei eher sopranlastig als mezzofarbig. Immerhin hatte Yu Guanqun für die Contessa einen angemessen wehmütigen Klang für ihre beiden mit schöner Phrasierung gesungenen Arien, war die Susanna von Huang Ying behände in Spiel und vokaler Äußerung. Auch Li Xintong als Barberina enttäuschte mit ihrer hübschen Arie nicht. Mit darstellerischer wie vokaler Vehemenz stürzte sich der Chor in seine Aufgaben, temperamentvoller als „echte“ Spanier, so der Eindruck. Das Publikum im Saal dankte den Mitwirkenden am Ende mit begeistertem Jubel. © 2016 Opera Lounge





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