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Album Reviews



 
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Manuel Ribeiro
Pizzicato, November 2015

PÄRT, A.: Adam`s Passion (R. Wilson, Kaljuste) (NTSC) ACC-20333
PÄRT, A.: Lost Paradise (The) (Documentary, 2015) (NTSC) ACC-20321

Was geschieht, wenn einer der meist gespielten zeitgenössischen Komponisten sowie einer der meist geschätzten Regisseure bei einem Projekt aufeinandertreffen? Es muss nicht unbedingt funktionieren, aber in unserem Fall wurde es ein sehr aufregendes musikalisches Ereignis!

Drei bisher einzeln aufgeführte Werke von Arvo Pärt bilden den größten Teil von ‘Adam’s Passion’: ‘Adam’s Lament’, ‘Tabula Rasa’ und ‘Miserere’. Einzig die als Einleitung fungierende ‘Sequentia’ ist eine neue Komposition.

‘Adam’s Passion’ wurde im Mai 2015 in der ‘Noblessner Foundry’ in Tallinn mitgeschnitten, auf einem Gelände, wo zur Sowjetzeit noch Unterseeboote gebaut wurden, und das jetzt als kulturelles sowie administratives Gebäude genutzt wird.

Kernstück der Kompilation ist ‘Adam’s Lament’. Es basiert auf dem Text eines russisch-orthodoxen Mönches vom Berg Athos, Starez Silouan, in dem Adam den Verlust des Paradieses und den Verlust der Liebe Gottes beklagt. « Unser Stammvater Adam hat alle Katastrophen der Menschheit vorausgeahnt und sich selbst die Schuld dafür gegeben, zuletzt aber wieder die Liebe Gottes gesucht », so Arvo Pärt.

Der Regisseur Robert Wilson erzählt eine Schöpfungs und Zerstörungsgeschichte mit allerlei symbolischen Gesten, Bewegungen Handlungen und dekorativen Utensilien. Und wie immer bei Robert Wilson, spielt der Einsatz des Lichtes eine primäre Rolle, genau wie Arvo Pärt in seiner Musik Licht musikalisch darstellt.

Inszenierung und Musik, Choreinlagen sowie solistische Passagen sind hier zu einem Ganzen verschmolzen, und Tönu Kaljuste weiß diese mystische und spirituelle Atmosphäre mit viel Gefühl und einer sicheren Hand zu vermitteln.

‘Adam’s Passion’ ist absolut emotionsreiche Kunst, auf einem gerade so absolut hohen Niveau.

Das Label Accentus Musik hat parallel dazu auch eine DVD herausgegeben, ‘The lost Paradise’, ein spannender Dokumentarfilm, in dem über Arvo Pärt und seine Musik sowie das Projekt ‘Adam’s Passion’ berichtet wird. Regisseur Günter Atteln begleitete Arvo Pärt über den Zeitraum eines Jahres in Estland sowie auf Reisen in den Vatikan und nach Japan. Der Film ist äußerst instruktiv, und die diversen musikalischen Phasen des Komponisten, aber auch die wesentlichen Elemente seiner Musik, Licht, Stille, Zeit…werden einem in ihrer Bedeutung klar. © 2015 Pizzicato




Eckhard Weber
Concerti, October 2015

Arvo Pärt wird diesen September 80 Jahre alt. Dem Komponisten, der mit seinem mystischen Minimalismus eine eigene Spielart zeitgenössischer Musik ausgeprägt hat, nähert sich die Filmdokumentation von Günter Atteln und Paul Smaczny auf behutsame und doch differenzierte Weise. Man erlebt Pärt in den Wäldern im heimischen Estland, wie er über die Erbsünde Adams philosophiert, sieht ihn am Klavier Zuhause und bei Proben, bei einer Preisverleihung in Tokyo und zusammen mit Robert Wilson. Der Bildermagier Wilson hat diesen Mai mit Adam’s Passion in Tallin eine theatrale Vision der Musik Pärts kreiert. Auch andere Weggefährten des Komponisten, die Kollegin Sofia Gubaidulina, der Geiger Gidon Kremer, Ensemble-Leiter Paul Hillier und der Dirigent Tōnu Kaljuste kommen mit erhellenden Einsichten zu Wort. Die Bildsprache dieses Films ist suggestiv, ohne zu vernebeln, die Szenenschnitte haben perfektes Timing. Eine gelungene Hommage. © 2015 Concerti





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