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Marcus Budwitius
Opera Lounge, March 2017

Ein ähnliches Konzept, doch ohne die unmittelbare Gültigkeit, präsentiert eine Wieder-Veröffentlichung auf BluRay von Händels Oratorium Hercules. Die szenische Aufnahme erfolgte 2004 in der Opéra Garnier, zuvor war sie beim Festival in Aix-en-Provence. Auch Regisseur Luc Bondy aktualisiert ohne zu konkretisieren, ändert etwas die Personenkonstellation und findet dabei keine bemerkenswerte inszenatorische Übersetzung—die Szenerie bleibt (zumindest in der Filmaufnahme) zu monoton. Die Bühne ist ein düsterer Hof, eine zerbrochene Statue liegt am Boden. Hercules ist kein auserwählter Held, als Eroberer trägt er militärisches Grün und kommt mit blutigen Händen nach Hause, seine Unschuld in Bezug auf Iole kann das Publikum bezweifeln. Dejanira ist hier in der Opferrolle, Hercules ein fragwürdiger Charakter. Die Inszenierung will sich auf das Seelendrama konzentrieren und überzeugt trotz guter Darsteller nicht durchgängig, vielleicht weil sich Bondy zu einseitig auf Verzagen, Verzweiflung und Eifersucht in der Personengestaltung verlegt; die lieblicheren Momente mit Hyllus und Iole fallen da kaum ins Gewicht, denn Iole erscheint bei Bondy ebenfalls nicht durchweg positiv. Die szenische Quintessenz dieser Inszenierung entwickelt keine durchgängige Spannung, sie wirkt teilweise behäbig im Verharren auf Trübsinn, Bestürzung und Dunkelheit. Dafür ist musikalisch einiges geboten.

Als Dejanira singt Joyce Didonato, deren Charisma hör—und sehbar ist und die als eifersüchtige und durchdrehende Hauptfigur so überzeugend wirkt, daß man als Oratoriumstitel eher „Dejanira“ vorschlagen wollte. Ihr Gatte Hercules als Held in der Krise bekommt von William Shimell einen schroffen, unsympathischen Charakter, seine Sterbeszene ist beeindruckend. Als Iole wirkt Ingela Bohlin fast zu lieblich, Toby Spence als Hyllus klingt lyrisch und elegant. Erneut musizieren William Christie und Les Arts Florissants (Chor und Orchester) mit vertrauter Klasse. Als CD wäre dieser Hercules bedeutsamer denn als Film. © 2017 Opera Lounge





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