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Guido Krawinkel
Klassik heute, April 2016

Impromptus von Franz Schubert für Harfe? Das mutet zunächst einmal—gelinde gesagt—etwas befremdlich an, zählen diese Stücke doch zum Kernkanon der Klavierliteratur und als echter Lackmustest in Sachen Empfindsamkeit und Virtuosität für jeden Pianisten. Nun war es schon von jeher der Wunsch von Musikern, auch Musik zu spielen, die ausdrücklich nicht für ihr eigenes Instrument geschrieben wurde, wobei es sicherlich auch Grenzen gibt.

Bei der vorliegenden Einspielung wird vielleicht eine gewisse Gewöhnungszeit benötigt. Zu vertraut ist der Klavierklang, zu zart und nicht allzu durchschlagskräftig mutet der Harfenklang beim ersten Hören an. Doch von derartigen Erwartungshaltungen sollte man sich frei machen, denn schließlich hat jede Transkription zunächst einmal das Recht, danach beurteilt zu werden, wie das Endergebnis auf dem jeweiligen Instrument klingt, welche neuen Erkenntnisse dadurch unter Umständen freigelegt und welche unverbrauchten Blickwinkel auf ein Werk hierdurch ermöglicht werden—und nicht danach, wie es denn im Original geklungen hätte.

Legt man diese Maßstäbe an, so kann man dieser CD in jedem Fall etwas abgewinnen. Margit Anna Süss hat gleich Nägel mit Köpfen gemacht und alle Impromptus Schuberts eingespielt, acht an der Zahl, vom einfachen Charakterstück bis zum ausgewachsenen Variationszyklus. An ihren instrumentalen Fertigkeiten kommt dabei nicht der geringste Zweifel auf. Sie meistert die schon für Pianisten nicht unbeträchtlichen Hürden mit fabelhafter Technik, musikalischem Feingefühl und subtiler Musikalität.

Hier zeigt sich die wahre Stärke dieser Einspielung: Verglichen mit der Klavierfassung mag man zwar zuweilen etwas „Power“ vermissen, da die dynamischen Ressourcen der Harfe begrenzter sind, doch was man an subtilen Zwischentönen dazugewinnt, ist enorm. Margit Anna Süss versteht es meisterlich, eben diese Nuancen ihres Instrumentes zu nutzen und nicht nur bei virtuosen Arpeggien und kleinsten Tonmodulationen einzusetzen. Das Ergebnis ist ein neuer Blick auf Schuberts Impromptus, der mehr deren empfindsame Seite betont, die virtuose dabei aber nicht vernachlässigt. © 2016 Klassik heute





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