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Album Reviews



 
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Rolf Fath
Opera Lounge, February 2016

Gewöhnungsbedürftig zumindest ist die „abgespeckte“ Version von Mahlers Das Lied von der Erde, die das Linos Ensemble im Dezember 2008 im Kammermusiksaal des Deutschlandfunks in Köln unter dem Etikett „Verein für musikalische Privataufführungen“ aufnahm. Die Geschichte von Arnold Schönbergs 1918 gegründetem Verein, der während seines dreijährigen Bestehens in 117 Konzerten die damalige Moderne vorstellte, referiert Christian Heindl im Beiheft der Aufnahme. Zu den Programmen gehörten auch Kammermusikfassungen von Orchesterwerken, beispielsweise Schönbergs Fassungen von einigen Sinfonien Mahlers sowie der Lieder eines fahrenden Gesellen. Schönbergs 1921 begonnene, aber abgebrochene Bearbeitung von Das Lied von der Erde für 14 Instrumentalisten beendete erst in den 1980er Jahren der Komponist und Musikwissenschaftler Rainer Riehn. Gewiss, man muss sich einhören, um in dem klanglich schmalen Rest Mahlers Farbigkeit und orchestrale Kuppel zu ahnen, was durchaus reizvoll und faszinierend sein kann und sich zunehmend plausibel erschließt, denn viele Details kommen nun ganz anders zum Vorschein, die Tempi sind verblüffend, allerdings fördern die Solisten nicht unbedingt unsere Entdeckungslust. © 2016 Opera Lounge



Clemens Höslinger
Klassik heute, November 2015

„Verein für musikalische Privataufführungen“—so nannte sich jenes Unternehmen, das unter der Leitung Arnold Schönbergs stand und von 1918 bis 1921 existierte. Zweck dieser exklusiven Veranstaltungsreihe war es, ernsthaften Interessenten die Werke des neuen Musikschaffens zugänglich zu machen. 117 Konzerte veranstaltete der Verein in Wien und in Mödling, dem Wohnsitz Schönbergs. Trotz der beengten Kapazität war das eine bedeutende Kulturtat, die sich mit stolzem Selbstbewußtsein dem Hohngelächer des Publikums und der verständnislosen Kritik entzog.

Das Linos-Ensemble, gegründet 1977, und auf seltene Pfade der Musik spezialisiert, stellt sich die Rekonstruktion der Schönberg-Konzerte zur Aufgabe: Wiedergaben in eingeschränkter Orchesterbesetzung, wie sie von Schönberg und seinen Mitarbeitern hergestellt worden sind. Gustav Mahler war von Anfang an ein zentraler Punkt dieser Veranstaltungsreihe, auch sein Spätwerk Das Lied von der Erde, war zur Aufführung vorgesehen. Arnold Schönberg begann mit der Bearbeitung für kleine Besetzung, führte die Arbeit aber nicht zu Ende, da der Verein aus Geldmangel seinen Betrieb einstellen mußte. Die Ergänzung besorgte der deutsche Komponist Rainer Riehn (1940–2015), die vervollständigte Fassung wurde 1983 in Mahlers Sommerort Toblach (Südtirol) zum ersten Mal aufgeführt. Also eine nicht ganz authentische, aber doch mit Verstand und Feingefühl erarbeitete Partitur.

Die Wiedergabe durch das Linos-Ensemble ist hervorragend gelungen. Da schon bei Mahlers Original die Solo-Instrumente ein gewichtiges Wort mitzureden haben, kommt es in der verdünnten Fassung auf jede einzelne Stimme an. Zu den Soli vom Oboe (Klaus Becker, der Linos-Gründer), Klarinette, Horn usw. kommen noch Klavier, Harmonium und Schlagwerk hinzu. Ein perfektes Musik-Konsortium ist zu bewundern.

Weniger glücklich macht der vokale Teil der Wiedergabe, wobei auch die mangelnde Präsenz der Singstimmen vermerkt werden muß. Mit Markus Schäfer hat man zwar einen kompetenten und versierten Tenor zur Verfügung, der sich sowohl im kraftvollen Ausbruch des Trinkliedes wie auch in den zärtlich-schmeichelnden Gesängen bewährt, doch die Alt-Solistin bringt das musikalische „Schiff“ ins Wanken. Ivonne Fuchs, eine junge Sängerin, besitzt zwar den rechten warmen und milden Gesangston für Mahler, doch ihre Aussprache ist derart nachlässig, dass überwiegend totale Unverständlichkeit herrscht. Das einzige, allerdings empfindliche Minus dieser Aufnahme. © 2015 Klassik heute





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