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Album Reviews



 
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Remy Franck
Pizzicato, April 2016

Walter Braunfels (1882–1954), ein aus Glaubensüberzeugung zum Katholizismus konvertierter Jude, war politisch ein Antifaschist und ein Gegner der Nazis, die ihn zum entarteten Künstler stempelten. Dieser Brandmarke folgte nach dem Zweiten Weltkrieg die der Avantgardisten, die vom musikalischen Traditionalisten Braunfels nichts wissen wollten. Damit blieb er aus dem Musikleben so gut wie verschwunden und leidet auch heute noch unter diesem Ausschluss.

Umso willkommener ist diese CD mit Liedern von großer Emphase und am Volkslied abgelauschter Wärme. Der Eindringlichkeit dieser Kompositionen kann man sich in den engagierten Interpretationen von Marlis Petersen und Konrad Jarnot nicht entziehen.

Marlis Petersen gibt den ‘Vogel-Liedern’ (Fragmente eines Federspiels & Neues Federspiel) viel Leben. Leichtfüßig bewegt sich die Sängerin in den verspielten Texten. Da kommt viel Esprit zum Funkeln, und mit ausgesuchten Vokalfarben und entfaltet sich so der ganze Zauber von Braunfels’ Kunst.

Konrad Jarnot hat neben einigen dramatischeren Stücken auch emotionalere Lieder ausgesucht, was ihm sicher auch liegt. Er verfügt über einen tadellosen Stimmsitz, hat viele Farben, ein prächtiges Volumen, das auch bei höherer Lautstärke rund bleibt, und ein perfektes Legato. Seine Baritonstimme mit ihrem warmen, angenehmen Timbre lässt er zwischen samtiger Höhe und kerniger Tiefe mit einer natürlichen Ausstrahlung strömen.

Die überzeugende Dramaturgie wird von Eric Schneider am Klavier bestens unterstützt. © 2016 Pizzicato



Dr. Ingobert Waltenberger
Online Merker, March 2016

Musikkenner wissen, dass Walter Braunfels ein großartiger Komponist von Opern, Konzerten, Kammermusik und Sakralmusik war. Vielleicht ist sein Liedschaffen weniger bekannt, das ganz in der großen romantischen Tradition des deutschen Liedgesangs steht. Anklänge an Hugo Wolf, Joseph Marx oder Erich Konrgold sind hie und da zu vernehmen. Braunfels pflegte eher die kleine Form, die meisten seiner Lieder sind zwischen einer und zwei Minuten lang. Man kann sich an liebevoll gestalteten poetischen Miniaturen mit stets eigenständigem Klavierpart erfreuen. Auf der vorliegenden schon 2011 aufgenommenen CD teilen sich der Bariton Konrad Jarnot und die Sopranistin Marlis Peterson 41 Lieder, die meisten zu kleinen Zyklen zusammengefasst. Die CD enthält die jeweils sechs Lieder umfassenden Opp. 1 und 4, Fragmente eines Liederspiels, das Neue Federspiel, Musik zu Shakespeares Komödie „Was Ihr Wollt“, zwei Klärchen Lieder, Nachklänge Beethovenscher Musik sowie zwei Lieder Op. 44 nach Texten von Hans Carossa.

Eric Schneider begleitet ausdrucksstark, obschon ihm nicht zwei immer gleich ideale Interpreten zur Verfügung stehen. Jarnot kommt bei dramatischeren Piècen wie Goethes „Rastlose Liebe“ scharf an seine stimmlichen Grenzen, Marlis Peterson wiederum klingt manchmal spitz in der Höhe. Sie reüssiert jedoch bestens in den allerlei Federvieh gewidmeten Liedern (Die Bachstelz, Der Gimpel, Das Immlein, Das Königlkein, Die Nachtigall, Die Schwalbe, Der Wiedehopf, Der Zeisig, Distelfink, Kohlmeise, Turteltaub und Zeisig). Humor, Lautmalerei und allerlei Tirilieren bereiten eine wahrlich tierische Freude. Beide Sänger sind um Ausdruck und Tiefendeutung des Texts bemüht. Insgesamt gelingt es ihnen, ein glaubwürdiges Plädoyer für den vergessenen Liedkomponisten Braunfels zu vermitteln. © 2016 Der Neue Merker





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